1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Gronau
  6. >
  7. Gemeinsam Zukunft gestalten

  8. >

Grenzüberschreitende Aktion zum „Tag der Arbeit“

Gemeinsam Zukunft gestalten

Gronau/Glanerbrug

Die Gewerkschaften in der Grenzregion haben die Veranstaltungen zum „Tag der Arbeit“ vorverlegt: Schon am Samstag wurde ein grenzüberschreitender Aktionsnachmittag abgehalten. Der Schwerpunkt lag auf einem dem Ort angemessenen Thema.

Von Martin Borck

Christoph Almering (Euregio, v.l.), Hans Hupkes (niederländische Gewerkschaft FNV), Arjan Kampman (stellvertretender Bürgermeister Enschede), Jan Lammers (niederländische Gewerkschaft CNV), Rainer Doetkotte (Bürgermeister Gronau) und Volker Nicolai-Koß Foto: Martin Borck

Gemeinsam die Zukunft gestalten – das Motto des diesjährigen „Tags der Arbeit“ nahmen die Gewerkschaften beiderseits der Grenze zum Anlass, am Samstag einen grenzüberschreitenden Aktionsnachmittag zu organisieren. Die Bande zwischen dem DGB-Regionalverband Münsterland und den Gewerkschaften FNV und CNV in Twente und dem Achterhoek sind zwar noch relativ jung; doch die Kooperation wirft bereits Früchte ab. „Wir sind vor ein paar Jahren mit nur drei, vier Leuten angefangen“, sagte Volker Nicolai-Koß, Vorsitzender des DGB-Regionalverbands. Mittlerweile ist ein interregionaler Gewerkschaftsrat entstanden, in den Gewerkschafter von beiden Seiten der Grenze zusammenkommen. „Dabei lernen wir viel voneinander“, so Nicolai-Koß. Wobei er die bestehenden Mentalitätsunterschiede durchaus als bereichernd empfindet, wie er am Rande der Veranstaltung gegenüber den WN äußerte.

Von Arbeitsrealität in zwei Ländern betroffen

Die Treffen sind nicht nur zum Kaffeetrinken da; schließlich gibt es Menschen, die von der Arbeitsrealität in zwei Ländern betroffen sind und mit den Problemen zu kämpfen haben, die unterschiedliche Arbeitsbedingungen und Sozialversicherungsvorgaben mit sich bringen.

Informationelle Hilfe für Grenzpendler und Leiharbeiter leistet der Grenz-Info-Punkt der Euregio, auf deren Gelände in Glanerbrug die Veranstaltung stattfand. Der grenzüberschreitende Arbeitsmarkt sei ein wichtiger Indikator dafür, wie das Zusammenleben an der Grenze funktioniere, sagte Euregio-Geschäftsführer Christoph Almering. Allen Fährnissen zum Trotz näherten sich die Menschen in der Euregio der 360-Grad-Perspektive immer stärker an: „Wir sind auf dem guten Weg, die trennende Grenze in eine verbindende Brücke zu verwandeln.“

Euregio-Geschäftsführer Christoph Almering

Alle Redner, neben Nicolai-Koß und Almering Gronaus Bürgermeister Rainer Doetkotte, und der stellvertretende Bürgermeister von Enschede, Arjan Kampman, sprachen das Thema Ukraine-Krieg an, der gegen alles verstoße, wofür (nicht nur) die Gewerkschaften einstünden.

Kampman erweiterte den Begriff der grenzüberschreitenden Arbeit auf die Flüchtlinge und Migranten. Er zeigte die Dimension auf, die die Flüchtlingsbewegung aus der Ukraine für Enschede bedeute. Dort werden Vorbereitungen getroffen, 4000 bis 5000 Menschen aufzunehmen. Und damit kämen Herausforderungen auf den Arbeits- und Wohnungsmarkt zu – Themen, die ureigenes gewerkschaftliches Terrain betreffen.

Die Veranstaltung an der Grenze wurde von den circa 80 bis 100 Besucherinnen und Besuchern von beiderseits der Grenze zum intensiven Gedankenaustausch genutzt.

Startseite
ANZEIGE