1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Gronau
  6. >
  7. Grete-Kusber-Platz wird eingeweiht

  8. >

Erinnerung an eine Widerstandskämpferin gegen die Nazis

Grete-Kusber-Platz wird eingeweiht

Gronau

Sie hat ihr Leben riskiert, um anderen zu helfen. Die Gronauerin Grete Kusber war in der Zeit der Naziherrschaft als Widerstandskämpferin aktiv. Jetzt wird ein Platz, der nach ihr benannt wurde, offiziell eingeweiht.

In der Morgensternsiedlung liegt der Grete-Kusber-Platz, der morgen offiziell eingeweiht wird. Foto: Martin Borck

Der Grete-Kusber-Platz in der Morgensternsiedlung wird am Freitag (8. Oktober) offiziell eingeweiht. Vor gut einem Jahr hatte der Fachausschuss der Stadt Gronau einstimmig die Benennung des Platzes nach Grete Kusber beschlossen. Eine entsprechende Tafel wurde aufgestellt. Um 16 Uhr soll morgen die Veranstaltung bei der Eilermarkstraße beginnen.

Zu Hause in der Morgensternsiedlung

Grete Kusber war aktive Antifaschistin und Widerstandskämpferin in der NS-Zeit. Sie wurde am 1. August 1904 in Berlin geboren und zog 1922 mit ihrer Familie nach Gronau, wo alle in der Morgensternsiedlung wohnten. Sie trat im Jahre 1928 in die Kommunistische Partei Deutschlands ein. In den Jahren 1933 bis 1936 verrichtete sie mehrmals monatlich Kuriergänge an und über die deutsch-niederländische Grenze.

Dieser Kurierdienst über die Grenze bedeutete in den 30er-Jahren eine ständige Lebensgefahr. Von 1936 bis 1940 war sie in den Niederlanden im Widerstand tätig. Nach ihrer Festnahme wurde sie bis Anfang 1941 im Hammer Zuchthaus inhaftiert. Nach dem Krieg bis zu ihrem Tod 1987 war Grete Kusber weiterhin in der Arbeiterbewegung und in antifaschistischen Organisationen aktiv, zum Beispiel bei „Nooit Meer – Nie Wieder“ und Aktiv im Wiederaufbau kommunistischer Parteien. Zudem war sie bei der Arbeiterwohlfahrt und bei der Gewerkschaft Textil Bekleidung aktiv.

Stolpersteine

In der Morgensternsiedlung in Gronau wurden auf Initiative des Kurdisch-Deutschen Freundschaftskreises in den letzten Jahren bereits mehrere Stolpersteine zum Gedenken an Widerstandskämpferinnen, die in der NS-Zeit aktiv waren und politisch verfolgt wurden, verlegt, auch zum Gedenken an Grete Kusber und an ihre Mutter sowie ihren Stiefvater.

Bei der Gedenkveranstaltung wird Bürgermeister Rainer Doetkotte ein Grußwort sprechen. Ortwin Bickhove-Swiderski, Landesvorstand der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten in NRW (VVN-BdA), Historiker und DGB Kreisvorsitzender im Kreis Coesfeld, wird einen Vortrag zu Grete Kusber halten. Die Gedenkveranstaltung wird musikalisch begleitet durch Musikbeiträge von Detlef Lorber, VVN-BdA in Münster.

Alle politisch Interessierten sind zu der Veranstaltung eingeladen, ebenso Interessierte an Heimatforschung- und Geschichte.

Startseite