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Rat gibt grünes Licht für Beitritt zu „Leader“-Region

Größere Schlagkraft für die Region

Gronau

Einstimmig bei fünf Enthaltungen hat der Gronauer Rat dem Beitritt zur bestehenden „Leader“-Region Ahaus, Heek und Legden zugestimmt. Die Stadt wird sich nun um die Aufnahme bewerben. Auch Schöppingen soll dem Verein beitreten, der als „Kulturlandschaft Westmünsterland“ firmieren könnte.

-mb-

Der Dahliengarten in Legden gehört zu den im Rahmen des „Leader-Programms“ geförderten Projekten. Foto: privat

Das Leader-Programm der Europäischen Union fördert seit 1991 innovative Aktionen im ländlichen Raum. 2023 startet eine neue, siebenjährige Förderperiode.

Regionalmanager Dominik Olbrich, der den Verein als Ansprechpartner von Anfang an begleitet, stellte am Mittwochabend anhand von Beispielen das Potenzial der Kooperationen vor. Gemeinsam sei ihnen, dass weniger die einzelnen Orte als die jeweilige Region betrachtet werde. So hätten Ahaus, Heek und Legden eine gemeinsame Potenzialstudie für Windkraftanlagen für alle drei Kommunen erarbeiten lassen, aus der mittlerweile eine Energiegenossenschaft hervorgegangen ist. Auch schulformübergreifendes Lernen für vierte und fünfte Klassen wurde eingeführt. Nicht nur Kommunen, sondern die Bürgerschaft, Institutionen, Unternehmen, Kirchen und Verbände arbeiten partnerschaftlich zusammen. Das zeige sich schon daran, dass die teilnehmenden als Verein („Lokale Aktionsgruppe“) organisiert sein müssen. Für die Projekte werden Fördermittel aus Land und EU beantragt. Es werden bis zu 2,7 Millionen Euro für die nächsten sieben Jahre zur Verfügung stehen, Projekte können bis zu einer Quote von 65 Prozent gefördert werden. Allerdings muss die Stadt Gronau circa 10 000 Euro fürs Bewerbungsverfahren und jährlich etwa 80 000 Euro für Verwaltungsaufgaben zahlen. Was bei Udo Buchholz (GAL/Linke) die Frage aufwarf, ob das Geld denn auch wieder hereinkomme. Daran hatte Stadtbaurat Ralf Groß-Holtick keinen Zweifel. Er bringt Erfahrungen mit der Leader-Region im Südkreis Borken mit. Und auch Jörg von Borczys­kowski (UWG) und Sergej Kernebeck (FDP) sahen die Teilnahme positiv, die der Region eine größere Schlagkraft verleihe.

Auch wenn der Ansatz des Leader-Programms regional ist – die Projekte werden lokal umgesetzt. Beispielsweise profitierte Asbeck vom neuen Dorfteich, („Der ein richtiges Biotop geworden ist“, so Olbrich), Legden vom neuen Dahliengarten, Ahaus von Wohnmobilstellplätzen und Nienborg vom Umbau der alten Schule auf dem Burggelände.

Was von Gronau nun erwartet wird, machte Olbrich deutlich: die Eingliederung in bestehende Strukturen und Abläufe, die Bereitstellung von Ansprechpartnern und Mitmachern, schnelle, informelle Entscheidungsfindungen, sachliche und monetäre Unterstützung. Die Zeit für den Beitritt drängt: Die Bewerbung mit einer regionalen Entwicklungsstrategie muss Anfang März vorliegen.

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