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Politik und Verwaltung einig

Grundschulen und Kitas sollen Luftfilter bekommen

Gronau

Droht im Herbst eine erneute Schließung von Schulen und Kitas? Aufgrund der Delta-Variante des Corona-Virus kann das zumindest niemand ausschließen. Deshalb will die Stadt Gronau Vorsorge treffen und Luftfilteranlagen anschaffen, zumindest für Kitas und Grundschulen.

Wer frische Luft durch die Fenster reinlässt, lässt im Winter zwangsläufig auch Wärme raus. Foto: Euregio-Schule

Die Stadt Gronau will für alle Grundschulen und städtischen Kitas Luftfilteranlagen kaufen. Über die Notwendigkeit dieser Maßnahme, um im Herbst den Betrieb der Grundschulen und Kitas aufrechterhalten zu können, herrsche in der Verwaltungsspitze Einvernehmen. Das sagte im Gespräch mit der Reaktion Pressesprecherin Gabi Könemann.

Etwas weiter gefasst stand das Thema unter der Überschrift „Sicherstellung der Raumluftqualität in Liegenschaften der Stadt Gronau“ auch auf der Tagesordnung des Bauausschusses. In einer ausführlichen Sachdarstellung hatte die Verwaltung das Thema für die Lokalpolitiker aufgearbeitet.

Nach 20 Minuten muss gelüftet werden

Schon vor der Corona-Pandemie sei das Thema aktuell gewesen. Der Trend, Gebäude besser zu dämmen, um Energie zu sparen, sei mit der Notwendigkeit einhergegangen, konsequent zu lüften. So habe man die Erkenntnis gewonnen, „dass beispielsweise ein Klassenraum bei Vollbelegung spätestens alle 20 Minuten stoßgelüftet werden muss, um die Raumluftqualität aufrecht zu erhalten“.

So richtig berücksichtigt wurde diese Erkenntnis flächendeckend aber wohl erst mit den Zwängen der Pandemie: „In der Folge sind Lehrpersonal und Schüler zu konsequentem Handeln gezwungen, sitzen jedoch zwangsläufig im Winter zeitweise im Kalten, es sei denn, die Räumlichkeiten werden maschinell be- und entlüftet“, heißt es in der Sachdarstellung der Verwaltung.

Zukünftig grundsätzlich Lüftungsanlagen einbauen

Die Corona-Pandemie führte somit zu einer neuen Bewertung der Lüftungsfrage. So kommt die Verwaltung zu dem Schluss: „Davon ausgehend, dass dies nicht die letzte derartige Pandemie ist und die Außenluftversorgung durch Lüftungsanlagen für betroffene Aufenthaltsräume grundsätzlich besser geregelt ist, schlägt der FD 465 (Gebäudemanagement, Anm. d. Red.) vor, grundsätzlich Lüftungsanlagen bei Neubau- und auch bei Sanierungsvorhaben einzuplanen und nur in begründbaren Einzelfällen (z.B. Denkmalschutz, Statik) hiervon abzusehen.“

Um auch kurzfristig etwas unternehmen zu können, hat die Verwaltung im Bauausschuss angeregt, die Politik möge sie beauftragen, „Förderung und Finanzierung von Luftfilteranlagen in allen Grundschulen und Kindergärten zu prüfen und vorzubereiten“. Dem folgten die Ausschussmitglieder einstimmig. Dabei gehe es um rund 100 Geräte für rund 400 000 Euro.

Sollte sich kein geeigneter Fördertopf finden, will die Stadt die Finanzierung selber stemmen.

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