Lebenshilfe und Tierschutzverein teilen sich Preis

Heimat ist vielschichtig

Gronau

Zwei Vereine haben am Freitag den Heimatpreis der Stadt Gronau erhalten: die Lebenshilfe Gronau und Umgebung – da konkret die Aktion Wandervogel – sowie der Tierschutzverein Gronau und Umgebung. Die beiden teilen sich den Preis von 5000 Euro, die das Land NRW zur Verfügung gestellt hat. Die beiden Organisationen hatte der Haupt- und Finanzausschuss auf Vorschlag des Aufsichtsrats des Kulturbüros einstimmig ausgewählt. Mit dem Preis soll die ehrenamtliche Arbeit vor Ort belohnt und nachahmenswerte Praxisbeispiele vorgestellt werden, die die Heimatverbundenheit stärken soll.

Von Martin Borck

Die Vertreter der ausgezeichneten Vereine freuten sich mit den Vertretern der Stadt und der Kulturbüro Gronau GmbH über den Heimatpreis. Foto: Martin Borck

Wobei der Begriff Heimat vielschichtig ist und individuell sehr unterschiedlich aufgefasst werden kann, wie Bürgermeister Rainer Doetkotte in seiner Begrüßung im Rathaus sagte.

„Heimat“ unterstreicht das Verbindende, die Gemeinschaft und den Zusammenhalt. Genau das leistet die ehrenamtliche Arbeit der beiden ausgezeichneten Vereine – jeder auf seine Art.

Vor fast 50 Jahren baute Helmut Vormann – damals amtierender König des Schützenvereins Gerdingseite, Füchte, Storkerhook in Epe – das allererste Exemplar des „Wandervogels“: einen Schützenvogel aus Metall als Sammelbehälter für Geldspenden. Geld, mit dem die Lebenshilfe für geistig behinderte Menschen unterstützt werden sollte. Seitdem „fliegt“ der Wandervogel – nicht zuletzt dank des langjährigen Engagements des mittlerweile verstorbenen Alfons Wissing – bei jedem Schützenfest in Gronau, Epe, Alstätte und Graes. Auf diese Weise sind rund 750 000 Euro zusammenengekommen, wie Doetkotte sagte. „In Mark wären das 1,5 Millionen.“

Maria Homölle dankte im Namen der Lebenshilfe für die Auszeichnung. „Wir leben und geben Heimat“, sagte sie. Ziel sei es, die Lebensqualität und Teilhabe der behinderten Menschen zu verbessern.

Der Tierschutzverein Gronau und Umgebung setzt sich für Lebewesen ein, die keine Stimme haben. Der Vereins ist vor allem wegen der von ihm betriebenen Katzenauffangstation und der Kastrierungsaktion verwilderter Katzen bekannt. Doch das Engagement des Vereins reicht weiter. Sein Motto lautet „Weil Leben Respekt verdient“. Des Weiteren hilft der Verein Menschen mit ihren Tieren in schwierigen Lebenssituationen, um gemeinsame Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Auch gegen Tierquälerei setzt sich der Tierschutzverein mit Nachdruck ein. „Sie helfen, retten, klären auf, vermitteln“, skizzierte Doetkotte einige der Aufgaben. Nicht nur Hunde und Katzen – auch Hängebauchschweine, Gänse, Igel und Tauben hätten durch die Vermittlung der Tierschützer ein neues Zuhause gefunden. Finanziert wird die Arbeit durch Mitgliederbeiträge und Spenden.

„Die Katzen kommen oft in desolatem Zustand zu uns“, berichtete Nadine Hartmann von der Arbeit der derzeit zehn bis zwölf Ehrenamtlichen: Füttern, Versorgen, Reinigen – die Arbeit wird rund um die Uhr verrichtet. Die Katzen werden aufgepäppelt und in Familien gegeben. „Es ist schön zu sehen, wie sie sich erholen“, sagt Hartmann.

Die Ausschreibung für den diesjährigen Heimatpreis läuft bereits. Bewerber können sich an das organisierende Kulturbüro Gronau wenden.

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