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Interkulturelle Wochen in Gronau unter dem Motto #offen geht

Hemmschwellen werden abgebaut

Gronau

Während der interkulturellen Wochen, die am Samstag beginnen, sollen Hemmschwellen zwischen den Kulturen und Religionen abgebaut werden.

-mb/pd-

Große kulturelle und religiöse Vielfalt: Foto: Stadt Gronau

In Gronau und Epe leben Menschen aus rund 100 Ländern. Daraus ergibt sich eine große kulturelle und religiöse Vielfalt. Nur: Oft leben die Menschen aneinander vorbei – weil sich nie so recht eine Gelegenheit ergibt, den Wissensdurst über die anderen Lebensweisen zu stillen. Während der interkulturellen Wochen, die am Samstag (17. September) beginnen, werden derartige Hemmschwellen abgebaut.

Unter dem Motto #offen geht wird die Stadt ihre kulturelle Vielfalt zeigen und mit zahlreichen Veranstaltungen zum Mitmachen einladen, damit ein offener Austausch entsteht. Das vom Gronauer Netzwerk Migration entwickelte Programm umfasst zahlreiche Punkte.

Mobiles Friedenslabor

So kommt das mobile Friedenslabor mit seiner interaktiven Ausstellung über Frieden, Freiheit, Sicherheit und Staatsbürgerkunde nach Gronau. Im V-Labor-Express können Kinder und Erwachsene ihren Einsatz für eine friedliche, demokratische Welt erforschen. Das Friedenslabor wird am 17. und 18. September zwischen 10 und 15 Uhr am Rock‘n‘Popmuseum zugänglich gemacht. Der Eintritt ist gratis.

Der Integrationsrat der Stadt verleiht jährlich einen Integrationspreis. Damit wird das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern, Gruppen und Organisationen gewürdigt, die sich für die Integration geflüchteter und asylsuchender Menschen, bereits anerkannter Flüchtlinge und Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Migrationshintergrund einsetzen. Der Preis wird am Montag (19. September) an Roswitha Kolhoff überreicht.

Auch der Weltkindertag am 20. September (Dienstag) von 14.30 bis 17 Uhr an der Hermann-Löns-Schule steht im Zeichen des Miteinanders.

Ein interkulturelles Thema steht am 21. September (Mittwoch) um 18 Uhr an: „Ehre als kollektive Identität“ lautet der Titel des Vortrags von Ahmad Mansour in der Aula des Driland-Kollegs, Konrad-Adenauer-Straße 8. Mansour beantwortet Fragen wie: Warum sprechen vor allem Jugendliche, die aus patriarchalischen, meist muslimischen Familien kommen, von der Wichtigkeit dieser Ehre? Weshalb kontrollieren sich Familien gegenseitig? Warum ist die Zugehörigkeit zu einer Gruppe für den Erhalt der Ehre wichtig? Wieso sind manche Menschen in der Lage, ihre Schwester oder Tochter umzubringen, um scheinbar danach die Ehre der Familie wiederherzustellen? Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung erforderlich bei der VHS, 0 25 62 1 26 66, oder vhs-gronau.de.

Aktion „Gronau ist bunt“

Sechs DRK-Kitas und das Familienzentrum Arche Noah haben sich an der Aktion „Gronau ist bunt“ beteiligt. Die Ergebnisse der Kreativarbeit sind an Fenstern der beteiligten Kitas vom 25. September bis 9. Oktober zu sehen.

Eine Ausstellung unter dem Titel „Freiheit“ und das Fotoprojekt „Wer sind wir“ wird am 27. September (Dienstag) um 18 Uhr im Café Grenzenlos eröffnet. Die 23-jährige Syrerin Jeneat Afram lebt seit Dezember 2018 in Deutschland. In ihrer Freizeit zeichnet in fotorealistischen Kohlezeichnungen Porträts, Alltagsgegenstände, technische Motive und ähnliches. Porträts sind für sie „ein Spiegel der Seele und zeigen uns das, was diese Menschen so individuell macht“. Sie verwendet die Zeichenkohle als Mischtechnik zusammen mit z.B. Bleistiften. Jeneat besucht derzeit das Driland Kolleg.

Das Fotoprojekt, Wer sind wir!“ ist ein Fotoprojekt mit jungen Menschen aus unterschiedlichen Ländern, die hier in Gronau erst seit ein paar Jahren leben. Die geflüchteten jungen Menschen, die aus unterschiedlichen Kulturkreisen kommen, stellen sich mit einem Fotoporträt und einem Steckbrief dar.

Den Film „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ zeigt die Euregio-VHS in Kooperation mit dem Cinetech Gronau am 28. September um 19.30 Uhr im Cinetech: Rabiye Kurnaz (Meltem Kaptan) lebt in einem Bremer Reihenhaus und führt ein beschauliches Leben mit ihrer Familie – bis ihr Sohn Murat kurz nach den Anschlägen des 11. September 2001 unter Terrorverdacht in Pakistan verhaftet wird und in Guantanamo landet. Das Leben der Mutter ändert sich schlagartig . . .

Im Kinder- und Jugendzentrum Stop in Epe werden am 27. September von 15.30 bis 18 Uhr Kinderspiele aus aller Welt gespielt.

Die Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit beim Roten Kreuz im Kreis Borken ist eine Beratungsstelle für alle Betroffenen von Rassismus und Diskriminierungen. In einer Info-Veranstaltung am 28. September (Mittwoch) von 17 bis 19 Uhr im Haus der Begegnung am Jöbkesweg 5 stellt sie sich vor: Was ist Diskriminierung? Wie kann man gegen Diskriminierung vorgehen? Welche Angebote gibt es? Anmeldungen unter antidiskriminierung@ drkborken.de.

„Schwarze Adler“ lautet der Titel eines Dokumentarfilms, in dem schwarze Fußballerinnen und Fußballer, die für Deutschland gespielt haben, über ihre Liebe zum Fußball und zu Deutschland sprechen – und über ihre andauernden Erfahrungen mit Diskriminierung. Der Film wird am 28. September um 17 Uhr im Haus der Begegnung gezeigt. Anmeldung unter jmd-gronau@ev-jugendhilfe.de.

Mit dem Thema „Fliehende zweiter Klasse? – Die Rolle von Rassismus im Engagement für Fliehende am aktuellen Beispiel des Ukraine-Konflikts“ beschäftigt sich ein Onlinevortrag von Alexandra Conrads am 29. September (Donnerstag) von 18.30 Uhr bis 20.30 Uhr. Anmeldungen unter info@gronau-mitgestalten.de.

Zum „Tag der offenen Moschee“ wird am 3. Oktober in die Burgstraße geladen. Er ist ein seit 1997 bestehender, jährlich fest terminierter Veranstaltungstag. Der Tag der Deutschen Einheit wurde nach Angaben des Zentralrats der Muslime in Deutschland bewusst gewählt, um das Ziel einer religionsübergreifenden Verständigung zu verdeutlichen.

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