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Neu: „Hoffnungs Schimmer“ für Senioren

Konkrete Hilfe und ein offenes Ohr

Gronau

Ihr Leben lang haben sie größtenteils selbstbestimmt gehandelt, sie hatten Arbeit, eine Aufgabe in der Familie, haben Sozialkontakte aufgebaut, haben Geld verdient, vielleicht sogar gespart – und dennoch reicht die Rente vorne und hinten nicht. Viele schämen sich, nach Hilfe zu fragen. Die neue Initiative „Hoffnungs Schimmer“ will dem entgegenwirken.

Altersarmut bedeutet oft Verzweiflung. Betroffenen will die neue Seniorenhilfe „Hoffnungs Schimmer“ unter die Arme greifen und ein offenes Ohr bieten. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Man sollte einfach mal versuchen, sich in die Situation mancher älterer Menschen hineinzuversetzen: Ihr Leben lang haben sie größtenteils selbstbestimmt gehandelt, sie hatten Arbeit, eine Aufgabe in der Familie, haben Sozialkontakte aufgebaut, haben Geld verdient, vielleicht sogar gespart – und dennoch reicht die Rente vorne und hinten nicht. Wenn dann ein unerwartetes Ereignis wie eine kaputte Brille dazukommt, wird es finanziell heikel. Die Angehörigen haben es auch nicht dicke, und Freunde mit den eigenen Sorgen zu behelligen, kommt erst recht nicht in Frage. Und Hilfe „vom Amt“ einfordern? Das empfinden viele als Eingeständnis sich selbst gegenüber, versagt zu haben. Sie geraten in eine Zwickmühle aus Scham und Not, die zu tiefer Verzweiflung führen kann. Erst recht, wenn zu den Sorgen Einsamkeit hinzukommt, weil Familienangehörige weggezogen sind und vertraute Personen gestorben sind.

Ausweg aus Misere

Einen Ausweg aus dieser Misere versucht die neue Initiative „Hoffnungs Schimmer“ zu bieten, die sich unter dem Dach des Gronauer Vereins „Menschen in Not“ gebildet hat. Astrid Bollacke und Clemens Scholand haben wie andere Teammitglieder des Vereins mitbekommen, dass sich Seniorinnen und Senioren oft nicht trauen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. „Und die, die zu den Sprechstunden von ,Menschen in Not‘ kommen, fühlen sich offensichtlich nicht wohl dabei“, sagt Clemens Scholand. Auf die Bedürfnisse dieses Teils der Klientel einzugehen – dafür fehlten bislang einfach Zeit und Gelegenheit.

Das neue unbürokratische Angebot „Hoffnungs Schimmer“ richtet sich daher an Ältere, die in eine materielle oder finanzielle Notlage geraten sind. Die Beraterinnen und Berater bieten den Betroffenen eine erste Anlaufstelle und über die materiellen Belange hinaus ein offenes Ohr für ihre Anliegen und Bedürfnisse.

Die Sprechstunden finden zunächst zweimal pro Monat statt, an jedem zweiten Donnerstag im Monat im Jugendheim St. Josef an der Kaiserstiege 120, und an jedem vierten Donnerstag im Monat im Walter-Thiemann-Haus neben der Ev. Stadtkirche, jeweils von 10 bis 12 Uhr. Beide Orte sind barrierefrei erreichbar. Premiere ist am Donnerstag (8. Dezember) im Jugendzentrum St. Josef.

Ehrenamtliche helfen

Die Beraterinnen und Berater – derzeit sechs an der Zahl – wollen sich Zeit für jeden und jede nehmen; darum wird um Anmeldungen unter  0160 98655564 gebeten.

Die Hilfe wird personell durch ehrenamtlich Tätige geleistet, die Mittel werden zu 100 Prozent aus Spendengeldern finanziert. „Wir freuen uns, dass wir besonders älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern finanzielle Unterstützung anbieten können in dieser besonders herausfordernden Zeit“, so die Team-Mitglieder.

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