Ferienfreizeit in der Luise: „Auf heißer Spur“

Kriminell kreative Kinder

Gronau

Kreativität ist Trumpf bei den Ferienspielen im Familienzentrum Luise, die am heutigen Freitag mit dem traditionellen Ausflug nach Slagharen zu Ende gehen.

Christiane Nitsche

Awun (7) ist ganz bei der Sache. Kreativ- und Bastelangebote (kl. Foto) sind traditionell Teil der Ferienspiele in der Luise. Früher selbst Teilnehmerin, heute Betreuerin: Madita Raible hat beim T-Shirt-Bemalen geholfen. Foto: Christiane Nitsche

Konzentration ist alles. Lena bekommt es gar nicht mit, dass sie angesprochen wird bei der Detektivjagd auf Werwölfe. Und auch Awun ist ganz bei sich und seiner Hand, die im Gipsbett einen perfekten Abdruck hinterlassen soll. Unterdessen werden in einer anderen Gruppe mit Feuereifer Phantombärte gebastelt, ein kleiner Igel verschwindet per Bastelpapier im Wortsinn „under cover“ und die Headsets für den geheimen Funkverkehr aus bunten Pfeifenreinigern sind auch schon fertig. Kreativität ist Trumpf bei den Ferienspielen im Familienzentrum Luise, die am heutigen Freitag mit dem traditionellen Ausflug nach Slagharen zu Ende gehen.

„Auf heißer Spur“ hatte das Motto zwei Wochen lang geheißen. Tatsächlich wurden es „heiße“ Detektivspiele und Kreativangebote. „Letzte Woche war es schon grenzwertig“, erzählt Torsten Radau, der gemeinsam mit Tessa Kloep die Leitung innehat. 108 Kinder, davon einige mit Behinderung oder ADHS und eines mit Diabetes, 17 Betreuer, und neben der „Luise“ noch Örtlichkeiten wie Stadtpark, Laga-Gelände und ein Ausflug zum Frankenhof – kein Kinderspiel bei Außentemperaturen von bis zu 40 Grad. Trotz der Hitze habe es aber keine Schwächeanfälle oder Verletzungen gegeben. „Da muss man auch den Betreuern ein Kompliment machen“, sagt Radau.

70 Kisten Wasser seien draufgegangen, schätzt er. Im Foyer stehen außerdem Getränkespender, an denen sich alle jederzeit bedienen können. Und auch die Feldküche beim Frankenhof-Ausflug mit Brötchen, Aufschnitt und Trinkbarem habe großartig geklappt.

Und noch eine positive Überraschung: „Was auffällt ist, dass wir keine Probleme mit Handys haben.“ Offenbar sind tatsächlich alle mit Konzentration bei der Sache.

„Es ist nicht immer nur Basteln“, betont Radau. „Aber wir wollten das Kreative.“ Die Erfahrung zeige, dass viele Kinder dabei nicht unbedingt freiwillig mitmachen. „Wenn wir die morgens früh frei entscheiden ließen, gingen die wenigsten in die Kreativangebote“, lacht er. „Aber oft sind die, die keine Lust darauf haben, am Ende die Kreativsten.“

So entstand etwa während der ersten Woche eine ganze Sammlung an Detektivgeschichten, von denen in der zweiten Woche jeden Morgen zwei vorgelesen werden. „Die eigene Geschichte vor anderen vorgetragen zu bekommen – das ist ja auch Motivation“, findet Radau. Gerade beim Thema Schreiben sei dies wichtiger denn je. Dass das Konzept aufgeht, zeigt sich auch daran: „Wir haben Betreuer hier, die waren früher Teilnehmer.“

► Vom 19. bis 23. August bietet das Familienzentrum Luise eine offene Betreuung ohne Anmeldung und mit flexibel nutzbaren Zeiten an. Geöffnet ist sie von Montag bis Donnerstag jeweils von 8 bis 20 Uhr, am Freitag von 8 bis 18 Uhr. ✆ 02562 712350.

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