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Neues „Zeitwort“

Leendert Overduin: Nicht nur Titelheld

Epe

Der Förderkreis Alte Synagoge Epe hat eine neue Ausgabe in seiner Schriftenreihe „Zeitwort“ herausgegeben.

mb

Zwei Niederländer sind „Titelhelden“ der neuen Ausgabe der Schriftenreihe „Zeitwort“, die der Förderkreis Alte Synagoge Epe herausgibt. Einer der beiden, Leendert Overduin, war ein wirklicher Held. Der Pastor half Verfolgten während der deutschen Besatzung der Niederlande. Overduin, der in Enschede eine kleine Gemeinde leitete, versteckte Juden, die in die Vernichtungslager deportiert werden sollten. Zunächst in seiner eigenen Wohnung, später besorgte er mithilfe von mutigen Gleichgesinnten im ganzen Land Adressen, wo Verfolgte sich vor den Nationalsozialisten verstecken konnten. Er sorgte zudem für finanzielle Unterstützung, für die er zahllose Quellen auftat.

Dass er durch diese Widerstandstätigkeit Gefahr lief, verhaftet zu werden, nahm er in Kauf. Tatsächlich wurde er dreimal aufgegriffen und geriet kurz vor Kriegsende in Lebensgefahr. All diese Erlebnisse hinderten ihn nicht daran, sich nach dem Krieg für Angehörige ehemaliger Mitglieder der niederländischen Nazi-Partei NSB einzusetzen und sich für faire Verfahren der NSBer auszusprechen, schreibt Heinz Krabbe in seinem Beitrag über Over­duin.

Bert Woudstra, der zweite „Titelheld“, erlebte als Junge die Verfolgung der Juden in Enschede am eigenen Leib. Er verbrachte diese Zeit an 18 verschiedenen Adressen, wo er sich vor den Nazis versteckte. Woudstra war einer der Menschen, die ihr Leben Pastor Overduin und seinen Mitstreitern zu verdanken haben. Auch Woud­stra, der 88-jährig in Enschede lebt, setzt sich für Verständigung ein. Seit Jahren hält er in Deutschland Vorträge über seine Erlebnisse.

Der schriftliche Bericht „Wechselnde Haustüren“ über seine Erlebnisse ist in der Broschüre ebenfalls abgedruckt.

Erhältlich ist sie gegen eine Schutzgebühr von drei Euro bei den Vorstandsmitgliedern des Förderkreises Alte Synagoge Epe.

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