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Musik und Kultur in westfälischen Landsynagogen

Lesung, Führungen und ein Konzert

Gronau/Epe

Mit einem Kulturfestival soll die reiche, weithin unbekannte Tradition des Landjudentums in Westfalen erlebbar gemacht werden. Die ehemaligen Landsynagogen seien „Hotspots jüdischer Geschichte, in denen Glaube und Kultur des Landjudentums wieder lebendig werden“, sagt Festival-Leiter Manfred Keller. Einer der Veranstaltungsorte der Reihe „Musik und Kultur in westfälischen Landsynagogen“ im Rahmen des Festjahrs „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ ist Epe.

mb

Die Synagoge – hier während einer Lichtinstallation im November 2018 – ist Ziel der Führungen auf jüdischen Spuren in Epe am 29. August. Foto: Klaus Wiedau

Drei Veranstaltungen finden am 29. August (Sonntag) in Epe statt. Nach einer Lesung im Pfarrhof St. Agatha folgen eine Führung auf jüdischen Spuren durch Epe und ein Konzert in der Ev. Stadtkirche Gronau.

Lesung mit Andrea Behnke

Andrea Behnke liest um 14 Uhr aus ihrem Buch „Die Verknöpften“: Bochum 1938: Liselotte, Leon, Minna und Hildegard sind eng befreundet. Nichts kann die Verknöpften, die mit Freundschafts-Armbändern verbunden sind, trennen. Doch in der Zeit vor dem Krieg ist nichts, wie es war. Hildegard, die als Einzige nicht die jüdische Schule besucht, darf ihre beiden Freundinnen und ihren Freund nicht mehr treffen. Nach einer dunklen Novembernacht ist sogar die Schule geschlossen. Und Liselotte hört von einem Schiff, mit dem Minna und ihre Eltern wegfahren. Nur die beliebte und engagierte Lehrerin Fräulein Hirschberg ist ein Anker in diesen dunklen Zeiten.

Andrea Behnke würdigt mit ihrem Kinder- und Jugendbuch die jüdische Lehrerin Else Hirsch: Eine stille Heldin, die ihren Schülerinnen und Schülern in der NS-Zeit unendlich viel bedeutete – und nicht wenigen durch die Organisation der Kindertransporte im Jahr 1939 das Leben rettete.

Die Einführung zur Lesung hält Festival-Leiter Manfred Keller.

Führung: Auf jüdischen Spuren in Epe

Ab 15 Uhr informiert bei einem Imbiss aus der jüdischen Küche der Förderkreis Alte Synagoge Epe die Gäste über den Verein und die Pläne für die Alte Synagoge. Anschließend gibt es Führungen auf den Spuren jüdischen Lebens in Epe, die bis zum Synagogengebäude an der Wilhelmstraße führen.

Das Konzert „Jewish Prayer“ beginnt um 17 Uhr in der Stadtkirche Gronau. Das Programm vereint den Klang der Orgel in der jüdischen Liturgie und die künstlerischen Bearbeitungen von Musik der Synagogen für den Konzertsaal, heißt es in der Ankündigung.

Konzert „Jewish Prayer“

Semjon Kalinwowski (Viola) und Prof. Torsten Laux (Orgel) spielen „Kol Nidrei“ von Max Bruch; die „Hebräische Melodie“ op. 23 von Albert Kellermann, „Elohenu“ von Friedrich Gernsheim, „Sarabande“ op. 8 von Joseph Sulzer und „Prière“ von Fernand Halphen. Einen besonderen Akzent setzt die Komposition „Schalom“ mit den Sätzen „Psalm 137 – Psalm 23 – Schalom chaverim“ von Torsten Laux.

Die Teilnahme am gesamten Programm kostet 15 Euro (ermäßigt 7,50 Euro für Schüler und Studierende mit Ausweis). Anmeldungen unter  02565 8490219 oder per E-Mail unter hdm_epe@gmx.de.

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