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Cinetech-Kino an der Mühlenmathe wird kernsaniert

Maximal geniale Ausstattung

Gronau

Einige Teile des Kinogebäudes an der Mühlenmathe sind über 100 Jahre alt. 900 Sitzplätze auf neun Säle verteilt beinhaltet das Kino-Center heute. In gut einem Jahr sollen es nur noch 600 Plätze in sieben Sälen sein. Dafür soll das Kino dann deutlich mehr Komfort und Möglichkeiten bieten.

Frank Zimmermann

Zurzeit wird der verglaste Eingangsbereich des Cinetech-Kinocenters gar nicht genutzt. Hinter der Glasfront hängt ein großes Plakat für den Film „Shrek 2“ aus dem Jahr 2004 und dokumentiert den Stillstand. Doch wenn die Pläne von Kinobesitzer und -betreiber Dominik Paffrath umgesetzt werden, wird hier das neue Entree zum Kino-Center entstehen. Foto: Frank Zimmermann

Von März bis Juli waren die Kinos dicht. Corona! Dem Cinetech in Gronau droht nun Anfang des nächsten Jahres – unabhängig von der Entwicklung der Infektionszahlen – das gleiche Schicksal. Für sechs Monate soll das Kino-Center geschlossen werden. Aber nur, um anschließend in neuem Glanz zu strahlen.

Dominik Paffrath

Kinobetreiber – und seit Kurzem auch Kinobesitzer – Dominik Paffrath will die Kernsanierung des Kino-Centers an der Mühlenmathe in Angriff nehmen. „Ich möchte das Ding, im Rahmen meiner finanziellen Möglichkeiten, maximal genial ausstatten – und da bin ich auf einem guten Weg“, sagte Paffrath bei einem Pressegespräch im Rathaus. Dort war er zu Gast, um mit dem Bürgermeister, dem Stadtbaurat und einem Mitarbeiter der Bauverwaltung seine Umbaupläne zu besprechen.

Über 100 Jahre Kinogeschichte

Das Kino an der Mühlenmathe hat eine bewegte Geschichte. „Schon kurz nach der Jahrhundertwende stand dort ein Stummfilmkino“, sagt Dominik Paffrath. In den 1930er-Jahren sei dann der Tonfilm nach Gronau gekommen und mit ihm erste Umbau- und Renovierungsarbeiten am Kinogebäude. In den 1950er-Jahren sei für ein Theater auch eine Bühne eingebaut worden. In den 1990ern sei schließlich der massive Umbau und die Erweiterung zum Kino-Center vonstatten gegangen. Jetzt soll in dem, in Teilen über 100 Jahre alten Gebäude ein modernes Kino-Center mit multifunktionalen und multimedialen Bereichen entstehen.

Die Zahl der Kino-Säle wird von neun auf sieben reduziert, die Sitzkapazitäten von 900 auf 600. Dafür sollen die Kinosessel breiter und komfortabler werden. Das Cinetech wird weitestgehend barrierefrei gestaltet. Das große, verglaste Eingangsportal soll endlich auch als solches genutzt werden. Das dahinterliegende Foyer möchte Dominik Paffrath zu einem multifunktionalen und multimedialen Bereich ausbauen, in dem er sich verschiedene Veranstaltungsformate wie Konzerte und Fußballübertragungen, aber auch Ausstellungen vorstellen kann. Im Gegenzug soll in den jetzt als Eingangsbereich genutzten Gebäudeteil eine unabhängige Gastronomie einziehen. „Dafür suche ich übrigens noch einen Pächter“, schmunzelt Dominik Paffrath.

Jetzt geht’s an die Detailplanung

„Die Bauanträge sind gestellt, die baulichen Planungen grob durch. Ich gehe jetzt in die Detailplanung: optische Gestaltung, Farbkonzepte“, beschreibt Paffrath den Stand des Projekts. Mit dem Kino soll sich auch das Umfeld positiv entwickeln. Und hier kommt auch die Stadt ins Spiel. „Das Kino ist ein Magnet für diesen innerstädtischen Bereich“, sagt Bürgermeister Rainer Doetkotte. Er erinnert daran, dass gleich um die Ecke das Haus an der Waagestraße saniert wird. Diese Weiterentwicklung des Bahnhofsviertels signalisiere Aufbruchstimmung, so der Bürgermeister. Gemeinsam mit Dominik Paffrath wolle man nun überlegen, wie das Umfeld positiv gestaltet werden könne. Barrierefreiheit und Parkplätze sind dabei zwei Stichworte.

Dominik Paffrath (l.) war im Rathaus zu Gast, um mit Bürgermeister Rainer Doetkotte über seine Pläne für das Kino zu sprechen. Er hatte auch Pläne dabei, die wollte er aber vor der Kamera des Pressevertreters noch nicht ausrollen. Foto: Frank Zimmermann

Sogar über ein neues Parkhaus denken die privaten und die öffentlichen Macher nach. Denn Dominik Paffrath hat von seinem Vater nicht nur das Kino gekauft, sondern auch einige Grundstücke. Auf einem davon – zwischen der Zollstraße und den Bahngleisen, könnte das Parkhaus entstehen. „Da sind wir noch ganz am Anfang, aber wir wollen es zusammen denken“, sagt Stadtbaurat Ralf Groß-Holtick über dieses Projekt und eine mögliche städtische Beteiligung. Klar sei aber, ergänzt Bürgermeister Doetkotte, dass der benachbarte Parkplatz am Bahnhof dadurch überflüssig werden könnte. Damit sei das Thema Park and Ride noch einmal ganz neu zu denken.

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