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Motorsport: Ralf-Udo Blöding ist eingeteilt als Streckenposten an der berühmten Rennstrecke

Mit Leidenschaft zurück zum Nürburgring

Gronau

„Ich kann schlecht loslassen“, gibt Ralf-Udo Blöding unumwunden zu und schaut mit leuchtenden Augen auf den Wandkalender, in dem die Tage des 2. bis 6. Juni mit Leuchtstift markiert sind. „Dann bin ich im Rahmen des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring wieder einmal on tour“, erläutert der 64-Jährige. Jedoch nicht selbst als Fahrer, wie in den 90er Jahren, sondern als Streckenposten.

Von Angelika Hoof

Ein Mann, zwei Leidenschaften: Ralf-Udo Blöding mit Fahrerhelm und Narrenkappe. Foto: Angelika Hoof

Streckenposten? „Ja, Streckenposten! Ich wollte dem Motorsport verbunden bleiben und hatte mich 2018 auf einen Facebook-Aufruf gemeldet, in dem Streckenposten gesucht wurden“, erklärt er. Aus versicherungstechnischen Gründen musste der Gronauer im Februar 2020 beim Deutschen Motorsport Bund (DMSB) hierfür eine Sportwart-Lizenz ablegen. Neben Flaggen-Kunde, Recht und Erste Hilfe standen in der Praxis auch Feuerlöschübungen sowie das Bergen von Verletzten auf dem Programm. Seitdem kann er weltweit auf allen Rennstrecken der FIA als Streckenposten zum Einsatz kommen – von Motorrad- und Tourenwagen-Rennen bis hin zur Formel 1. „Jetzt bin ich einer der 24 ehrenamtlichen Streckenposten der Motorsport Freunde Hocheifel, die beim 24-Stunden-Rennen den knapp vier Kilometer langen Abschnitt im sogenannten Kesselchen beobachten muss. Aufgrund der Länge und der Topographie der 25,9 Kilometer langen Strecke ist die Rennleitung auf kurze, sachliche Informationen der Streckenposten angewiesen, um rasch auf Gefahrenstellen hinweisen und reagieren zu können. Wenn wir von `Bongartz` (Leitplanke kaputt) oder `Staffelarzt` (Unfall mit verletztem Fahrer) reden, weiß jeder, was Sache ist“, freut sich Blöding auf den Einsatz, auch wenn er selbst nicht mehr auf das Gaspedal tritt. „Der Motorsport ist sehr professionell geworden. Da können Hobbyfahrer kaum noch mithalten. Als Streckenposten bin ich aber nach wie vor mittendrin“, so Blöding, der im September 2020 sogar beim Formel-Rennen auf dem Nürburgring im Einsatz war. Die finanzielle Vergütung der Streckenposten sei nicht der Rede wert und würde oft nicht einmal die Kosten für die Anreise und Übernachtung decken. „Wer den Motorsport liebt, der wird mit dem Live-Erlebnis der Rennen mehr als genug belohnt. Das ist einfach Adrenalin pur“, nennt der Gronauer als Grund für sein Engagement.

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