Sommerausstellung im Gildehauser Pankok-Museum eröffnet

„Musik für das Auge“

Gildehaus

Protest und Poesie zeichnen die amerikanische Folkmusik-Bewegung der 1950er- und 60er-Jahre aus. Unter dem Titel „Musik für das Auge. Protest und Poesie“ zeigt das Gildehauser Otto-Pankok-Museum derzeit in seiner Sommerausstellung weit mehr als alte, abgegriffene Plattenhüllen aus der guten alten Vinylzeit.

Norbert Diekmann

Ulrich Oettel, Vorsitzender des Trägervereins des Otto-Pankok-Museums, hielt die Ansprache zur Eröffnung der neuen Sommerausstellung im Gildehauser Museum. Foto: Norbert Diekmann

In seiner Ansprache zur Eröffnung der Ausstellung griff Ulrich Oettel, Vorsitzender des Trägervereins, denkbare Einwände auf: „Was habt ihr da an die Wand gehängt? Massenware, keine Unikate. Und richtig schön ist das auch nicht.“ Den Ausstellungsmachern ist es jedoch gelungen, die Kultur der amerikanischen Folkmusik zwar nicht hörbar, aber im eigentlichen Wortsinn anschaulich zu machen.

Die Ausstellung zeigt in ihrer überzeugend komponierten Gesamtschau, was die Zentralgestalt der Folkmusik, Woody Guthrie (1912-1967), einmal ganz einfach so ausdrückte: „Ein Folksong handelt von einem Problem und wie man es löst.“ Die Folkmusik hat ihre Wurzeln in der Wirtschaftskrise der 20er-Jahre. Sie kann auch in den aktuellen Krisen helfen“, verwies Oettel auf das Zitat von Guthrie.

Wie um das zu unterstreichen, ergänzte Robby Alexander, ein britischer Folksänger, der die Eröffnungsveranstaltung musikalisch bereicherte, einen „klassischen“ Protestsong spontan um einen Vers zur Klimakatastrophe.

Die Komposition der Ausstellung wurde von Oettel vorgestellt. Im Raum eins gibt es vor allen Plattenhüllen zu sehen, wie aus einer anderen Zeit, meist von den Musikern mit einfachsten Mitteln selbst hergestellt.

Die Folksinger eher in Alltagskleidung, anders als die Jazzer der Zeit, die sich festlicher zeigen. Im zweiten Raum gibt es Pop-up-Bilder, die einige ausgewählte Songtexte illustrieren. Eine große Bildcollage versammelt bekannte Musiker und prominente Zeitgenossen. Daneben eine Kunstinstallation aus Straßen- und Folkgitarren zum Thema Freiheit und Gemeinschaft. Die kleine Abteilung im „Annex“ ist Alan Lomax gewidmet, der als Forscher und Dokumentar für die Geschichte der US-Folkmusik unschätzbare Verdienste erworben hat.

Daneben präsentiert eine kleine Fotoschau heutige Straßenmusiker. Im dritten großen Ausstellungsraum ist Selbertun angesagt: Besucher können mit ganz einfachen Klangmaschinen spielen und Musik machen.

Zum Thema

Otto-Pankok-Museum Gildehaus (Altes Rathaus), Neuer Weg 17; Öffnungszeiten; samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr und mittwochs von 15 bis 17 Uhr; Eintritt: drei/ermäßigt 1,50 Euro (während der Dauer der Sommeraustellung ist der Eintritt für Kinder und Jugendliche kostenlos). | pankok-museum.de

Startseite