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Wirtschaftsförderung breitet digitale Plattform für Unternehmen vor

Nacht der Ausbildung statt Fida

Gronau

Was kommt nach der Schule? Welche Ausbildung soll ich machen? Viele Jugendliche plagen sich mit diesen Fragen. Hilfe leistete bei der Berufsfindung die Ausbildungsmesse Fida. Doch in diesem Jahr findet sie nicht statt. Dafür hat die Wirtschaftsförderung andere Angebote in petto.

Martin Borck

Der Arbeitskreis Ausbildung der WTG tagte jetzt im Wirtschaftszentrum. Es wurde beschlossen, die Ausbildungsmesse Fida ausfallen zu lassen. Foto: WTG

Seltsame Zeiten sind das – auch für junge Leute, die ihre Zukunft nach der Schule planen. Ist es für sie auch schon unter normalen Umständen schwierig, die richtige Berufswahl zu treffen, „erhöht Corona derzeit die Unsicherheit bei vielen Jugendlichen“, sagt Jana Penning (Jugendberufshilfe). Welche Auswirkungen hat das Virus auf die Ausbildungssituation? Werden überhaupt noch Ausbildungsplätze von Unternehmen angeboten? Echten Anlass zu Sorge gibt es offenbar nicht. „Bislang haben Unternehmen händeringend nach Azubis gesucht“, sagt Katharina Vater, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Gronau (WTG). Durch Corona wird sicherlich die Planung von Unternehmen durcheinandergeworfen, aber: „Von einem verlorenen Jahrgang können wir wirklich nicht sprechen“, beruhigt auch Rainer Hülskötter vom Jugendamt. Es wird in diesem Jahr nur einiges anders sein als sonst in Sachen Ausbildung. Christina Schlattmann (Jugendberufshilfe) stimmt zu: „Es sind zwar Bewerbungsgespräche abgesagt worden, doch die werden nachgeholt.“

Dennoch geht Corona nicht spurlos an den Angeboten rund um die Ausbildung vorüber. So wird die dritte Auflage der Ausbildungsmesse Fida („Finde deine Ausbildung“), die für den September geplant war, nicht stattfinden. „Wir haben hin und her überlegt, geprüft, Ideen gehabt und wieder verworfen“, sagt Kathrin Homölle, „Fida-führend“ bei der WTG. Doch die „tolle Plattform für Unternehmen und Schülerinnen und Schüler“ wird ausfallen. Die Messe lebte unter anderem davon, dass die Schülerinnen und Schüler Dinge ausprobieren konnten. Zum Beispiel eine elektronische Schaltung bauen. Da hätte man nach jedem Mal desinfizieren müssen. Unpraktikabel. „Auch die Planungssicherheit wäre nicht gegeben gewesen“, ergänzt Jochen Schmeing, als Unternehmer im Arbeitskreis Ausbildung der WTG aktiv.

Andererseits ist der Ausfall nicht dramatisch: Da zu jeder Ausbildungsmesse jeweils der neunte und zehnte Jahrgang der Schulen eingeladen werden, haben alle Jugendlichen im entsprechenden Alter die Gelegenheit, die Fida im nächsten Jahr zu besuchen.

„Wir bereiten außerdem eine digitale Plattform vor“, sagt Kathrin Homölle. Alle ortsansässigen Unternehmen sind eingeladen, sich unter der Internet-Plattform unter www.ausbildung-gronau.de zu präsentieren, die Anfang September freigeschaltet wird. Die geballte Ausbildungsange­bots­palette soll sich dort auftun und alle Berufsbilder sollen abgebildet werden. Zusätzlich wird ein „Ausbildungsflyer“ mit den eingetragenen Unternehmen erstellt, der in den Schulen verteilt wird. „Wir sind bei den Vorbereitungen der Plattform allerdings auf aktive Zusendungen der Unternehmen angewiesen“, sagt Katharina Vater.

Ein weiteres Angebot soll den Fida-Ausfall ausgleichen helfen: Gronau schließt sich einer kreisweiten Aktion an, der „Nacht der Ausbildung“. Am 5. November sollen sich von 17 bis 20 Uhr Schülerinnen und Schüler bei den teilnehmenden einheimischen Firmen über die jeweiligen Ausbildungsangebote und Berufsbilder informieren können. „Eine dezentrale Fida sozusagen.“ Das könnte auch für Jugendliche interessant sein, die sich nach einem Praktikumsplatz erkundigen wollen.

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