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Chöre konnten nicht proben – unterschiedliche Hygienekonzepte an den vorgesehenen Veranstaltungsorten

Nachteinblicke fallen erneut aus

Gronau

Faszinierende Lichteffekte und schmackhafte Kulturhäppchen – das ist das Konzept der Gronauer Nachteinblicke. Sie sollten im März wieder stattfinden. Doch Corona macht auch diesem kulturellen Glanzlicht einen Strich durch die Rechnung. Im Kulturbüro herrscht Frust.

Von Martin Borck

So sah es vor vier Jahren bei der bislang letzten Ausgabe der Nacheinblicke auf dem Inselparkgelände aus: Faszinierende Lichtinstallationen zogen die Gäste in den Bann. Und örtliche und regionale Kulturschaffende präsentierten sich an verschiedenen Veranstaltungsorten in Gronau und Epe. Nun hat das Kulturbüro die für März geplante Neuauflage des Spektakels abgesagt. Foto: Hartmut Springer

Es ist einfach nur traurig: Die für das Wochenende 12./13. März geplanten „Nachteinblicke“ in Gronau werden abgesagt. Corona. „Wir haben gehadert, gewünscht und gesprochen – aber es lässt sich nicht ändern“, sagte Sabine Thünenkötter vom Kulturbüro Gronau am Mittwoch im Gespräch mit den WN. „In den vergangenen Wochen sind ein Drittel der geplanten Gruppen abgesprungen. Vor allem Chöre, die keine Möglichkeit hatten zu proben. Außerdem hätten für die 14 Veranstaltungsorte unterschiedliche Hygienemaßnahmen gegolten – logistisch und personell hätte das einfach nicht hingehauen.“

Auch Otto Lohle und Kathrin Hohe zeigten sich enttäuscht. „Wir haben mit der Veranstaltung schließlich einen touristischen Anziehungspunkt in die Welt gesetzt“, so Lohle. 2018 hatte die Veranstaltung zum letzten mal stattgefunden: als Fest für alle Sinne an zwei Abenden. Spektakuläre Lichtinstallationen und Farbinszenierungen verwandelten die Spielorte und den Inselpark in eine farbige Traumwelt. Gut: Mit Lichteffekten unter freiem Himmel hätte man auch in diesem Jahr arbeiten können. „Aber die Nachteinblicke stehen nun mal für das Zusammenspiel beider Faktoren: Licht und Kultur“, sagt Sabine Thünenkötter. „Es steht für über 1000 Akteure. Das hätten wir auch unseren Kulturschaffenden nicht antun können“, findet Katrin Hohe. Auch die Sponsoren wären für eine solche Lösung wohl nicht zu haben gewesen. Und eine abgespeckte Variante kam ebenfalls nicht in Frage.

2012 war die Veranstaltung erstmals über die Bühnen gegangen – und gleich auf riesige Resonanz gestoßen: Lokale und regionale Kulturschaffende traten damals und in den folgenden Auflagen auch an ungewöhnlichen Orten auf: im Stadtarchiv, in der Galerie, in einem Friseursalon. Ein buntes Kaleidoskop von Stilrichtungen wurde in kleinen Häppchen dargeboten: Rap, Jazziges, Poppiges, Chormusik, Literaturlesungen und und und . . . Das Publikum konnte sich zwischen den einzelnen Spielorten hin und herbewegen – oder die kulturelle Vielfalt an einer einzigen Stelle an sich vorbeiziehen lassen. Das Programm sprach alle Interessen und Altersstrukturen an – und lockte auch viele Gäste von außerhalb in die Stadt. Gronau erwies sich wieder mal als kultureller Leuchtturm.

In diesem Jahr also nach 2020 eine erneute Absage. Ein spielbares Programm wäre unter den gegebenen Umständen kaum auf die Beine zu stellen gewesen, so dass der Knoten jetzt durchgeschlagen wurde. Fest steht aber auch: Im nächsten Jahr sollen die Nachteinblicke nachgeholt werden, und zwar am Wochenende 10. und 11. März 2023.

In welchem Umfang das diesjährige Jazzfest durchgeführt wird, soll in den kommenden Tagen entschieden werden.

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