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Sportausschuss mehrheitlich für die Umbenennung des Wolbertshofs in „Urenco-Fußballpark“

Namensänderung führt zu Diskussion

Gronau-Epe

Wenn der Rat zustimmt, wird das Namensschild wohl bald ausgewechselt: Aus der Sportanlage Wolbertshof wird dann der „Urenco-Fußballpark“. Eine entsprechende Empfehlung hat der Sportausschuss am Dienstagabend mit sieben Ja-Stimmen (CDU und eine UWG-Stimme) bei drei Nein-Stimmen (SPD) und zwei Enthaltungen an den Rat ausgesprochen. Zuvor allerdings wurde die Namensänderung durchaus kontrovers diskutiert.

Klaus Wiedau

Der Sportverein Vorwärts Epe hatte die Namensänderung beantragt. Einerseits um dem langjährigen Sponsor Urenco Dank auszusprechen. Andererseits auch, weil sich Urenco bereiterklärt habe, die Bewirtschaftung der Sportanlage in den kommenden Jahren zu unterstützen, wie es in einem Schreiben des Vereins an die Stadt heißt. Zahlen wurden dabei nicht genannt. Das müsse der Verein aber auch nicht, machte die Erste Beigeordnete Sandra Cichon an anderer Stelle der Beratung deutlich.

Die Stadt hatte bereits 2003 im Grundsatz beschlossen, dass Vereine ihre Sportanlagen umbenennen können. Dies sei allerdings von der Zustimmung des Fachausschusses und des Rates abhängig.

Walter Arends (UWG) hatte Probleme mit der Umbenennung, wie er gleich zu Beginn der Debatte deutliche machte. Und das nicht nur, weil die Bezeichnung Urenco vielleicht „auslaufend“ sei, wie der mit Blick auf den geplanten Verkauf des Unternehmens anmerkte. Pragmatisch wie Arends ist, hatte er aber auch eine Lösung parat: „Wenn Urenco die Kosten für den Gummiplatz (gemeint ist der Kunstrasenplatz von Vorwärts Epe; Anmerkung der Redaktion) übernimmt, würde ich mir das überlegen.“ Arends beantragte, das Thema ohne Entscheidung in den Rat zu verweisen.

Manfred Lenz (CDU) brach indes eine Lanze für Namensvergabe an einen Sponsor, der im Profibereich längst gang und gäbe sei. Das Sponsoring ermögliche dem Verein neue Angebote zu schaffen, sei aber natürlich auch für den Sponsor mit Vorteilen verbunden. Der Antrag von Vorwärts Epe könne insofern Signalcharakter für andere Vereine haben, ihre Sportanlagen umzubenennen.

Bei allem Verständnis dafür, dass Vorwärts seinem Sponsor für große finanzielle Unterstützung „danke sagen will“, habe die SPD-Fraktion zwei ganz große Bedenken, machte Linsey Meyer-Kernebeck deutlich: Zum einen gebe es eine große Identifikation der Vereinsmitglieder und Bürger mit der Institution Wolbertshof. Zum anderen hätten sich gerade in jüngster Zeit Umbenennungen (unter anderem von Schulen und Straßen) als „arg problematisch“ erwiesen. Vor diesem Hintergrund „tun wir uns sehr schwer zuzustimmen und werden es auch nicht tun“, erläuterte Meyer-Kernebeck ihre Entscheidung.

„Absolut kein Problem zuzustimmen“, sah indes Markus Busen (FDP). Schon jetzt würden Fortuna, FC und Vorwärts „komplett in Urenco auflaufen“. Insofern sei es nachvollziehbar, wenn Vereine Sponsoren nutzten, um neue Angebote – etwa in der Jugendarbeit – offerieren zu können. Sein Vorschlag: „Wir sollten den Wunsch von Vorwärts respektieren.“

Dafür votierte auch Werner Hölscher (sachkundiger Einwohner, CDU): Vorwärts-Mitglieder würden bereits heute mit dem Urenco-Logo auf Taschen, Trikots und Trainingsanzügen auflaufen. Wenn sie sich nicht mit dem Sponsor identifizierten, würden sie das nicht tun, sah Hölscher keinen Grund, vor diesem Hintergrund der Namensänderung nicht zuzustimmen. Im übrigen sei Urenco ein Sponsor, „der nichts Verwerfliches macht“ und nicht gegen gute Sitten verstoße. Im Gegenteil: Die Firma tue viel für Gronau, biete Arbeitsplätze für viele Menschen.

Die Umbenennung sei „mit Emotionen verbunden“, das Unternehmen Urenco „polarisiert“, befand Udo Buchholz (GAL) und regte an, eine „mehrheitsfähige“ Bezeichnung zu finden. Zudem solle die Verwaltung vorab auflisten, welche Sponsoringleistungen die Stadt für Vorwärts Epe aufbringe.

Das rief erneut Manfred Lenz auf den Plan. Er verwies auf das Interesse der Vereine, eine substanzielle Förderung zu bekommen. Im Übrigen sei in der Namensdebatte „kein Platz für ideologische Grabenkämpfe“. Der Antrag von Arends, das Thema ohne Beschluss in den Rat zu verweisen, wurde abgelehnt, das letzte Wort in Sachen Namensänderung hat jetzt der Rat.

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