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RWE-Kaverne soll ab 2026 grünen Wasserstoff aufnehmen

Neue Speichernutzung im Venn

Epe

Ein Konsortium will 2024 Wasserstoffwirtschaft mit Erzeugung, Transport, Speicherung und industrielle Abnahme von klimafreundlichem grünem Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien starten. Dabei spielt auch ein Kavernenspeicher der RWE in Epe eine Rolle.

wn

Das Projekt im Überblick: In Lingen erzeugt RWE über eine Elektrolyse grünen Wasserstoff. Ab 2024 wird damit die BP-Raffinerie in Gelsenkirchen versorgt. Der Transport erfolgt größtenteils über bestehende Leitungen des Gasnetzes (orange dargestellt), die auf Wasserstofftransport umgestellt werden. 2025 ist die Erweiterung des Netzes bis zur niederländischen Grenze geplant, 2026 soll durch RWE ein Kavernenspeicher in Epe integriert werden. Bis 2030 soll das Netz bis zum Stahlwerk Salzgitter ausgebaut sein und gegebenenfalls an weitere Netze (hellblau dargestellt) anknüpfen. Foto: Nowega

Ein Kavernenspeicher der RWE unter dem Amtsvenn in Epe soll ab 2026 Teil einer Wasserstoffwirtschaft werden. Ein Konsortium will klimafreundlichen grünen Wasserstoff aus erneuerbaren Energien erzeugen und eine grenzüberschreitende Infrastruktur für Wasserstoff aufbauen. Sieben Unternehmen der Initiative GET H2 wollen damit zeigen, wie rasant sich die Planung der nationalen und europäischen Wasserstoffwirtschaft entwickelt. Hinter GET H2 stehen Unternehmen und Institutionen, die sich aktiv für die Schaffung eines wettbewerbsorientierten Wasserstoffmarktes und für die dazu notwendigen Anpassungen der gesetzlichen und regulatorischen Grundlagen einsetzen.

Initiative GET H2

Das Vorhaben umfasst die Erzeugung von grünem Wasserstoff über den Transport bis hin zur industriellen Nutzung. Von Lingen bis nach Gelsenkirchen und von Epe bis nach Salzgitter sollen Erzeugung, Transport, Speicherung und industrielle Abnahme von grünem Wasserstoff in mehreren Schritten zwischen 2024 und 2030 unter dem Dach des Gesamtprojektes verbunden werden.

CO2-Emissionen von bis zu 16 Millionen Tonnen werden vermieden

Dafür haben die Unternehmen BP, Evonik, Nowega, OGE, RWE, Salzgitter Flachstahl und Thyssengas eine Interessensbekundung für eine Förderung im Rahmen des IPCEI-Programms (Important Project of Common European Interest) beim Bundeswirtschaftsministerium eingereicht. Durch den Einsatz des grünen Wasserstoffs in Raffinerien, in der Stahlproduktion und für weitere industrielle Nutzung sollen mit dem Gesamtprojekt bis 2030 CO-Emissionen von bis zu 16 Millionen Tonnen vermieden werden.

Gemeinschaftlich kann das Projekt die wesentlichen Bausteine der Wertschöpfungskette des grünen Wasserstoffs abbilden und die Basis bilden für eine leistungsfähige europäische Gasinfrastruktur für Wasserstoff, heißt es in einer Pressemitteilung des Konsortiums. Mit der Integration des Kavernenspeichers durch RWE in Epe könne das System, das sich auf die Stromerzeugung aus Windenergie stützt, zusätzlich einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. Die Anknüpfung an den niederländischen Gasmarkt lege den Grundstein für einen transeuropäischen Wasserstoffmarkt. Die Erweiterung des Projekts durch Partner aus dem Verkehrssektor und für die Verteilung des grünen Wasserstoffs in die Fläche ist zudem schon in Vorbereitung.

Bundespolitik ist gefragt

Umsetzbar seien diese Pläne aber nur mit dem notwendigen regulatorischen Rahmen. Derzeit im Fokus steht vor allem die Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Der vom Bundeskabinett beschlossene Entwurf greife nach Überzeugung der Unternehmen zu kurz. So ist dort keine übergreifende Regulierung von Gas- und Wasserstoffnetzen mit einem einheitlichen Gas- und Wasserstoffnetzentgelt vorgesehen. Auch die Finanzierung des Netzbetriebs bedürfe einer langfristigen Lösung der Entgeltfrage im EnWG. Zudem seien weitere politische Schritte notwendig, um Anreize für die Anwendung des grünen Wasserstoffs in der Industrie zu schaffen.

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