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Urenco

NRW-Umweltminister besucht Urananreicherungsanlage

Gronau

Vor dem Zaun der Urananreicherungsanlage hat er sich schon mehrfach aufgehalten – am Montag sah sich NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) die Anlage erstmals von innen an.

Martin Borck

Umweltminister Johannes Remmel  Foto: Martin Borck

„Ohne konkrete politische Absichten“ sei er gekommen, sagte er am Abend unserer Zeitung. Die unterschiedlichen Interessenlagen sind sowieso klar: Remmel steht nach wie vor zum Inhalt des rot-grünen Koalitionsvertrages – und in dem ist zu lesen: „Wir wollen die Urananreicherung in Gronau rechtssicher beenden.“

Die Urenco als Betreiberin der Anlage dagegen will zusätzlich zu ihren bisherigen Aktivitäten bald das Uranoxidlager in Betrieb nehmen. Die Lagerhalle – dessen Bau bereits 2005 genehmigt wurde und das bis zu 60 000 Tonnen Uranoxid aufnehmen soll – ist fertig. Die Inbetriebnahmegenehmigung liegt in Düsseldorf jedoch noch nicht vor. Sie solle aber in absehbarer Zeit gestellt werden, gab Remmel die Absicht der Urenco wieder. Es werde angestrebt, dass 2016 die ersten Behälter mit Uranoxid aufgenommen werden.

Remmel wies auf die ungelöste Haftungsfragen im Zusammenhang mit der Atomkraft hin. Die Frage der Endlagerung des Atommülls sei nicht geklärt. Es dürfe nicht sein, das die öffentliche Hand und der Steuerzahler mit diesen Kosten belastet würden. Die Unternehmen müssten für eigene Haftungssicherung sorgen.

Wie er mahnte auch Mona Neubaur (Landesvorsitzende der Grünen) „Wahrheit und Klarheit“ bei den Kosten der Urananreicherung und der Kernenergienutzung an. Auf dem nächsten Bundesparteitag würden sich die Grünen, explizit mit dem Thema Urenco beschäftigen, kündigte Neubaur an, die mit Remmel auch Vertreter der regionalen Anti-Atomkraft-Initiativen traf.

Zum derzeit diskutierten Urenco-Verkauf hätten sich die Urenco-Vertreter nicht konkret geäußert, so Remmel. Derweil kritisierten die Bürgerinitiativen die Geheimniskrämerei der Bundesregierung: „Offensichtlich werden bei Urenco die Weichen neu gestellt.“ In Großbritannien solle Sir Dick Olver, der beim Rüstungskonzern BAE Systems in führender Position tätig war, bei Urenco als neuer Chairman den weiteren Verkauf steuern.

„Die Öffentlichkeit hat auch hierzulande ein Recht darauf zu erfahren, warum ausgerechnet ein Rüstungsmanager den Verkauf des Urananreicherers leiten soll und wie die Bundesregierung die militärisch nutzbare Urananreicherungstechnologie vor Weiterverbreitung schützen will,“ so Udo Buchholz vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz.

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