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Menschen mit Behinderung halten trotz Pandemie den Kontakt zueinander

Ostergrüße aus dem Gronauer Wittekindshof

Gronau/Ahaus

Konzentriert fädelt Bernhard ter Horst den letzten Zeitungsstreifen durch das Papiergeflecht. Der Schokohase nimmt im Ostergras Platz und fertig ist das selbstgebastelte Osternest. Der 75-Jährige lächelt zufrieden. Bernhard ter Horst ist einer von 105 Frauen und Männern, die die Tagesstrukturierenden Angebote (TSA) des Wittekindshofes in Gronau und Ahaus nutzen. Sie bieten Freizeitangebote und Abwechslung für Menschen mit Behinderung, die im Ruhestand sind oder momentan keiner Arbeit nachgehen können.

acl

Bernhard ter Horst flechtet ein Osternest aus Zeitungspapier. Der 75-Jährige ist einer von 105Frauen und Männern, die die Tagesstrukturierenden Angebote (TSA) des Wittekindshofes in Gronau und Ahaus nutzen. Foto: Sabrina Frankemölle

„Bastelaktionen gehören in der Osterzeit für viele Teilnehmer der TSA einfach dazu. Da durch den Lockdown viele Geschäfte geschlossen sind, haben wir nach alternativen Bastelmaterialien gesucht, die man auch Zuhause finden kann“, sagt Bereichsleiterin Kathrin Böhm. Als Material dient Zeitungspapier. Die selbstgeflochtenen Nester kommen bei den Frauen und Männern gut an. „Viele nutzen sie als Geschenk für Angehörige, Freunde oder andere TSA-Teilnehmer, die sie durch die Pandemie schon lange nicht mehr gesehen haben. Die Körbchen machen die Entbehrungen des Corona-Jahres zwar nicht wett, aber sie sind ein Zeichen dafür, dass wir aneinander denken.“

Geplante Ausflüge und Aktionen mussten in den vergangenen Monaten abgesagt werden, auch das jährliche gemeinsame Osterbrunchen kann nicht stattfinden. „Wir haben die Gruppen verkleinert, sodass es zu keiner Durchmischung von Menschen aus verschiedenen Wohnbereichen kommt und ein Übergreifen des Virus im Falle einer Infektion verhindert werden kann. Auch Frauen und Männern, die in ihrer eigenen Wohnung leben, bieten wir tagesstrukturierende Angebote in kleinen Gruppen und Räumlichkeiten an, in denen Abstands- und Hygieneregelungen eingehalten werden können“, erklärt Böhm. So werde etwa das geschlossene Kontakt- und Informationszentrum Café KIZ am Kurt-Schumacher-Platz genutzt.

Die Pandemie habe die TSA zwar verändert, aber Wege, um Abwechslung und Begegnungen zu ermöglichen, gebe es weiterhin: „Wir haben Grußbotschaften füreinander aufgenommen. Aber noch wichtiger ist der unmittelbare Austausch. Deshalb veranstalten wir nun regelmäßige Videokonferenzen zwischen den verschiedenen Gruppen in Gronau und Ahaus. Gerade in der Osterzeit, in der Besuche und Freizeitaktivitäten nur eingeschränkt möglich sind, sind diese Begegnungen wichtig.“

Masken, Abstand, Händewaschen: Die Corona-Schutzmaßnahmen bleiben dennoch allgegenwärtig. „Gerade auch, wenn in einem anderen Land andere Regelungen gelten“, sagt Böhm mit Blick auf die niederländische Grenze. „Die Männer und Frauen sind es gewohnt, in den Niederlanden einzukaufen. Dort wurde die Maskenpflicht aber später eingeführt als in Deutschland.“

Wie trägt man die Maske richtig, warum hilft sie und was können wir tun, um nicht krank zu werden? „Das sind Fragen, die wir mit unseren Teilnehmern immer wieder besprechen. Denn klar ist: Wir müssen mit der neuen Normalität leben“, bekräftigt Bereichsleiterin Kathrin Böhm.

Umso schöner sei es, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer trotz der Distanz aneinander denken und sich mit ihren Osternestern gegenseitig eine Freude bereiten.

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