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Tödliche Eskalation in Gronau

Polizist erschießt Angreifer in der Innenstadt

Gronau

Tödliche Eskalation auf der Neustraße: Am Montagnachmittag ist ein 46-jähriger Mann durch einen Schuss tödlich getroffen worden. Diesen Schuss hatte ein Polizist abgegeben, nachdem der 46-Jährige ihn mit einem Messer bedroht hatte. Ein 17-Jähriger wurde ebenfalls getroffen. Er wurde verletzt ins Gronauer Krankenhaus gebracht.

Klaus Wiedau, Martin Borck

Polizei- und Rettungsfahrzeuge am Ort des Geschehens. Kurz nach dem Vorfall wurde der Bereich von der Polizei abgesperrt. Foto: Klaus Wiedau

Der Schilderung von Polizei-Pressesprecher Frank Rentmeister zufolge wurde die Polizei um kurz nach 16.30 Uhr zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen auf offener Straße gerufen. In Höhe der Dinkelbrücke auf der Neustraße versuchten alarmierte Polizeibeamte schlichtend einzugreifen. Dabei bedrohte der 46-Jährige die Beamten mit einem Messer. Um sich zu verteidigen, zog einer der Beamten seine Dienstwaffe. Da sich der 46-Jährige davon nicht beeindrucken ließ, gab der bedrängte Beamte offenbar mehrere Schüsse ab. Einer davon traf den 46-Jährigen tödlich.

Ein 17-Jähriger wurde außerdem – wahrscheinlich durch einen Querschläger – am Bein verletzt. Ein Rettungshubschrauber landete im Bereich der Pfarrer-Reukes-Straße, kam aber nicht zum Einsatz. Offenbar – dazu gab Rentmeister aber kein Statement ab – handelt es sich bei den beiden Gruppen um zwei Familien, die schon seit Jahren im Clinch miteinander liegen. Schon vor dem Streit in der Neustraße soll es in der Innenstadt eine Auseinandersetzung zwischen den beiden Gruppen gegeben haben. Auch während sich Rettungskräfte um das Leben des Opfers bemühten, wollten Angehörige offenbar zu ihm vordringen und mussten von der Polizei daran gehindert werden.

„Wer ist so dumm und geht mit einem Cuttermesser auf einen bewaffneten Polizisten zu?“, so ein Zeuge, der das Geschehen aus nächster Nähe beobachtet hatte.

Nach dem Zwischenfall sperrte die Polizei den Bereich ab. Am Rand des Flatterbands beobachteten Hunderte Neugierige die Spurensicherung der Kriminalpolizei.

Der Polizei-Pressesprecher machte am Abend keine weiteren Angaben, sondern verwies auf die Staatsanwaltschaft Münster, die wahrscheinlich am Dienstag weitere Einzelheiten zu dem Vorfall bekanntgeben wird. Die Staatsanwaltschaft hat das Polizeipräsidium Münster mit den Ermittlungen beauftragt. Was mit den involvierten Polizeibeamten nach dem Zwischenfall geschehen ist, darüber gibt es derzeit keine Informationen. Stunden nach der Tat war auch ein Notfallseelsorger am Tatort im Einsatz. Er versuchte unter anderem einen jungen Mann zu beruhigen. Der aber lehnte die Hilfe ab: „Sie können mir nicht helfen.“

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