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Virtueller Rundgang um den Drilandsee

Promenade als „Perlenschnur“

Gronau

27 Minuten brauchte Christoph Schonhoff am Dienstagabend für einen Spaziergang rund um den Drilandsee. Der virtuelle Rundgang des Landschaftsarchitekten und Stadtplaners vom Büro NSP aus Hannover fand im Verkehrsausschuss statt und machte vor allem eines deutlich: Das Erholungsgebiet hat eine Menge Potenzial, das mit vergleichsweise minimalen Eingriffen noch entscheidend gesteigert werden kann.

Klaus Wiedau

Eine neue Promenade als „Perlenschnur“: Am Südufer könnte ein neuer Weg die sechs Erlebnisbereiche miteinander verbinden. Mit vergleichsweise geringem Aufwand ließe sich das Bild des Sees so deutlich verändern. Foto: Büro NSP

Genau mit dieser Zielsetzung soll ein neues Nutzungskonzept erarbeitet werden.

„Sie haben da ein Kleinod“, schickte Schonhoff seinen Ausführungen voraus. Und: „Das ist ein wundervoller Standort.“ Um den noch intensiver zu erleben, schlagen Schonhoff und seine Mitarbeiterinnen Evelyn König und Yungi Jennewein vor, die unterschiedlichen Erlebnisbereiche am Südufer des Sees wie an einer „Perlenschnur“ durch eine rund 1,5 Kilometer lange Promenade zu verbinden.

Startpunkt wäre im Strandbereich (Brechter Weg). Hier gelte es insgesamt, die vorhandenen Angebote „deutlicher auf den Punkt zu bringen und das Bild durch kleine Umbauten mit wenig Mitteln deutlich zu verändern“. Fahrradparkplätze, Ladestation für E-Bikes, einzelne Holzdecks am Strand fielen hier als Stichworte. Zudem müsse der vorhandene Kiosk „in die Zeit geholt werden“, so Schonhoff. Er prägte dafür den Begriff „Strandbar“.

Die neue Promenade würde zwischen Strand und den Liegewiesen unter den Bäumen in Richtung Spielplatz beginnen. Schonhoff denkt an einen gut ausgebauten Weg von drei bis 4,50 Meter Breite, der (anders als die Wege heute) bei jedem Wetter gut zu meistern sei – auch von Menschen mit Rollatoren.

Unterhalb des heutigen Hügels am zweiten See wäre, so Schonhoff, eine neue Gastronomie vorstellbar. Direkt am See gelegen könnte hier – analog zu Einrichtungen wie „Else am See“ (Quendorf) oder „Pier 99“ in Nordhorn) Erlebnisgastronomie mit Terrasse über dem Wasser und Freiplätzen zum Hügel hin entstehen. „Das sind Orte, die heute abgefragt werden“, so Schonhoff. Der durch Bäume stark verstellte Weg von den Parkplätzen zu diesem Bereich des Sees könnte durch einen richtungsweisenden „Hohlweg“ optimiert werden. Am Ende eines solchen Weges könnte ein kurzer Steg im Uferbereich als Punkt zum Verweilen entstehen.

Auch im Bereich Campingplatz sieht Schonhoff gute Ansätze, die es aber zu optimieren gelte. Heute gebe es eine strikt getrennte „Nebeneinanderlage“ von Campingplatz und See. Sein Vorschlag: „Den Campingplatz gefühlt bis an den See heranholen.“ Gelingen könne das mit der Wegführung der Promenade, mit einem schattigen Baumhain für die Camper, die aber trotz dieser Veränderungen nicht in ihrer Erholungs- und Privatsphäre beschnitten werden sollen. Hecken und andere Begrenzungen könnten dafür Sorge tragen.

Als „Ort, den man sich merkt“, beschrieb Schonhoff den Bootshafen, der schon heute eine durchaus gute Qualität habe, „durch einfache Entwicklungen aber noch gestärkt werden kann“. Durch die heutige Wegeführung erlebe der Besucher heute vor allem die Rückseite, die durch lagernde Boote wenig einladend sei. Diese Wegeverbindungen gelte es zu optimieren. Und auch für den Weg vom Parkplatz zum Hafen schlägt Schonhoff eine neue Inszenierung vor.

Kleine, aber wirkungsvolle Veränderungen regt der Landschaftarchitekt auch für den Bereich der Gastronomie/Ferienwohnungen im Bereich Seeblick und Mantke an. „Die Gastronomiebereiche draußen sollten dabei so weit wie möglich an die Promenade herangeholt werden“. Strandkörbe auf und Sitzmauern an der Promenade könnten hier das Strandthema insgesamt stärker unterstreichen.

Eine bessere Infrastruktur (Fahrradparkplätze, Infotafeln zur Natur am See) sehe Schonhoff auch am östlichen Ende des Südufers als sinnvoll an.

Im Bereich des Nordufers sollte der naturnahe Charakter in diesem Bereich durch einzelne Akzente hervorgehoben werden. Als Stichworte für diesen 2,5 Kilometer langen Weg entlang des Sees nannte Schonhoff Begriffe wie „Station im Wald“, „Station am See“ oder „Turm auf der Insel“. Solche besonderen Erlebnisräume seien für Besucher reizvoll, müssten aber so gestaltet werden, dass die Natur rundum nicht beeinträchtigt werde.

Der Ausschuss nahm die Pläne, die jetzt in den Fraktionen beraten werden sollen, am Ende zur Kenntnis. Nach der Sommerpause soll über das weitere Vorgehen entschieden werden. Bis dahin will die Verwaltung auch das Gespräch mit allen beteiligten Partnern rund um den See suchen.

„Das Konzept gefällt mir“, so Jörg von Borczyskowski (UWG) in einer ersten Bewertung. Durch dezente Eingriffe würde hier der Bestand zusammengeführt. Ludger Hönerlage (CDU) hingegen sah die Ausweitung der Gastronomie als möglicherweise problematisch an. Das erinnere ihn an „Ballermann eins bis sechs“, so Honerlage. „Ist das verträglich?“, so seine Frage. „Es wäre eine Bereicherung“, konterte Schonhoff, der auf funktionierende Beispiele verwies. Zudem spreche die unterschiedliche Gastronomie verschiedene Gruppen an.

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