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Holly Back geht in Insolvenz

Schieflage durch Konkurrenzdruck

Gronau

Nach einigen wirtschaftlichen Rückschlägen hat die Holly Back GmbH mit Hauptsitz in Gronau jetzt beim Amtsgericht Münster einen Insolvenzantrag gestellt. Aber: „Alle Mitarbeiter des Unternehmens werden weiter beschäftigt. Es sind keine personellen Anpassungen geplant. Auch die Filialen bleiben erhalten“, heißt es in der Mitteilung von Holly Back zum Insolvenzverfahren.

pd/kw

Die Schirme vor der Holly-Back-Filiale in der Neustraße bleiben nicht geschlossen. Trotz Insolvenzantrag geht der Betrieb in allen Niederlassungen weiter. Foto: Klaus Wiedau

Nach einigen wirtschaftlichen Rückschlägen – unter anderem bedingt durch die Konkurrenz von Discountern – hat die Holly Back GmbH mit Hauptsitz in Gronau jetzt beim Amtsgericht Münster einen Insolvenzantrag gestellt, dem das Gericht mit Beschluss vom 28. August stattgegeben hat.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht Rechtsanwalt Michael Mönig aus Münster. Der Fachanwalt für Insolvenzrecht von der Kanzlei Mönig und Partner hat nach Angaben von Holly Back bereits erste Maßnahmen zur Erhaltung des Unternehmens eingeleitet. Die Belegschaft (200 Mitarbeiter) wurde am Dienstagabend bei einer Mitarbeiterversammlung in Gronau informiert.

„Alle Mitarbeiter des Unternehmens werden weiter beschäftigt. Es sind keine personellen Anpassungen geplant. Auch die Filialen bleiben erhalten“, heißt es in der Mitteilung von Holly Back zum Insolvenzverfahren. Auch Rechtsanwalt Michael Mönig sei sehr zuversichtlich: „Die vorgefundenen Ausgangspositionen sind nicht schlecht, um das Unternehmen fortzuführen“, wird der Fachanwalt zitiert.

Aus Sicht von Holly-Back-Geschäftsführer August Hollekamp ist der Insolvenzantrag nach einigen wirtschaftlichen Rückschlägen unumgänglich gewesen. Die Konkurrenz aus den Lebensmittelgeschäften sei nachhaltig spürbar. Dazu sagt August Hollekamp: „Oftmals ist es Bequemlichkeit, vom Einkauf im Discounter gleich die Brötchen aus dem Backshop dort mitzunehmen. Auch wenn die Kunden wissen, dass die gute Bäckerqualität eben nur beim Bäcker zu bekommen ist.“ Das sei ein Problem, das vorher schon andere Branchen beschäftigt habe. Der Geschäftsführer: „Vor einigen Jahren hat es das Metzgerhandwerk hart getroffen, jetzt scheinen die Bäckereien dran zu sein“, so Hollekamp weiter.

Der Geschäftsbetrieb wird nach Darstellung des Unternehmens „vollumfänglich“ mit Waren in der gewohnten Qualität weitergeführt.

Die Bäckerei Hollekamp mit Sitz in Gronau wurde 1928 von August Hollekamp (I) gegründet. Das Traditionsunternehmen wird seit 90 Jahren als Familienbetrieb – mittlerweile in der dritten Generation von August Hollekamp (III) geführt. Backwaren, Snacks und Kaffee werden in zwölf Filialen in ganz Nordrhein-Westfalen angeboten.

Die erste Holly-Back-Filiale öffnete 2002.

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