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Erreichbarkeits-Kongress

Schneller nach Berlin ab 2023

Enschede

Mehr Komfort, schnellere Verbindungen: Ab 2023 will die Deutsche Bahn (DB) neue, komfortablere Reisezugwagen sowie neue Mehrsystemlokomotiven auf der Intercity-Linie Berlin-Amsterdam einsetzen. Mit den neuen Zügen wird der aufwendige und zeitraubende Lokwechsel in Bad Bentheim entfallen.

wn

Der Hyperloop könnte in Zukunft eine Alternative zum Flugzeug- und Zugverkehr sein. Das Modell der TU Delft war während des Erreichbarkeits-Kongresses der Euregio und der Stadt Enschede ein Blickfang. Foto: Martin Borck

Diese Pläne stellten Vertreter von DB Fernverkehr und dem niederländischen Pendant NS Reizigers auf dem Erreichbarkeitskongress der Euregio und der Stadt Enschede vor. Die IC-Linie Berlin-Amsterdam gilt als Erfolgsgeschichte im grenzüberschreitenden Verkehr. Die internationale Nachfrage ist in den letzten fünf Jahren um rund 25 Prozent gestiegen.

Kurzfristig kann durch den Einsatz neuen Materials die Haltezeit in Bad Bentheim stark verkürzt werden, berichtet die Provinz Overijssel. Gespräche hierüber sowie über eine höhere Bedienungsfrequenz auf der Strecke finden derzeit zwischen Vertretern der regionalen Verwaltungen sowie DB und NS statt. Langfristig können Maßnahmen zur Erhöhung der Reisegeschwindigkeit durchgeführt werden. Die Provinz Overijssel ist Leadpartners einer im Rahmen des Interreg-Projekts Schienen-Region durchgeführten Studie, die zu den Schlussfolgerungen kam.

Aussichtsreich scheint zudem eine Erhöhung der Reisegeschwindigkeit auf 160 km/h auf der Strecke zwischen Löhne und Bad Bentheim. Im Rahmen der Untersuchung wurde eine erste Kosteneinschätzung für diese und andere Maßnahmen vorgelegt. Diese müssen durch weitere Studien besser unterbaut und verfeinert werden.

► Für die Zugverbindung Münster-Enschede wurde die Möglichkeit einer Elektrifizierung der Strecke untersucht. Derzeit fahren Dieselzüge. Teile der Strecke zwischen Enschede und Münster fahren bereits heute an der Kapazitätsgrenze, sodass die Sitzplätze in den Zügen knapp werden. Aufgrund der Bahnsteiglänge können aber keine weiteren Waggons an die Züge gehängt werden. Für den Einsatz von anderen Zügen, wie zum Beispiel Doppeldecker-Waggons, ist eine Elektrifizierung notwendig. Die Kosten für den gesamten Ausbau werden auf rund 76 Millionen Euro geschätzt.

► Zudem wurde untersucht, ob der Zug aus Münster bei Enschede nach Zwolle weiterfahren könnte und ob dies einen Mehrwert böte. Dadurch entstünde in Hengelo ein neuer Knotenpunkt für zwei internationale Bahnverbindungen. Eine erste Analyse zeigt, dass diese Maßnahme einen Gewinn von rund 40 000 grenzüberschreitenden Fahrgästen pro Jahr bedeuten könnte.

Die Euregio will – wie berichtet – die grenzüberschreitende Erreichbarkeit verbessern, um Anschluss an das globale Netzwerk großstädtischer Ballungsräume zu finden. Um optimal vom Wirtschaftswachstum zu profitieren, müssen die Städte in Twente ihren Blick eher nach Osten als nach Westen richten. Gleichzeitig kommt es Städten wie Münster oder Osnabrück zugute, wenn sie ihre Zusammenarbeit mit (der Netzwerkstadt) Twente verstärken. Durch enge Zusammenarbeit im Städteverbund MONT (Kooperationsdreieck der Städte Münster, Osnabrück und Netzwerkstadt Twente) kann die Region sich dem weltweiten Netzwerk städtischer Ballungsräume anschließen, in denen sich das Wirtschaftswachstum konzentriert.

Nicht nur die Erreichbarkeit innerhalb des Gebiets ist wichtig, sondern auch die Anbindung an andere Ballungsräume wie Berlin, das Ruhrgebiet und das Ballungsgebiet im Westen der Niederlande.

► Ende 2018 wird die Zugverbindung Bad Bentheim-Neuenhaus für den SPNV reaktiviert. Um die Attraktivität der Strecke zu erhöhen, wurde die Alternative einer Weiterführung der Verbindung nach Coevorden und Emmen untersucht. Die Studie zeigt, dass diese Weiterfahrt rund 1500 zusätzliche Fahrgäste pro Tag generieren würde.

► Zukunftsmusik ist dagegen der Hyperloop, den ein Student der TU Delft vorstellte. Im Prinzip handelt es sich um eine Art Rohrpost – nur für Kapseln, in denen auch Passagiere und/oder Fracht transportiert werden. In den Röhren herrscht fast Vakuum, Reibungsverluste gehen gegen null. Die Kapseln können mit über 1000 km/h durch die Röhren sausen. Der CO-Ausstoß ist deutlich geringer als bei Flugzeug, Bahn oder Bus.

Die TU Delft beteiligt sich an einem Wettberweb, den Space X, ein Unternehmen von Tesla-Erfinder Elon Musk ausgeschrieben hat. Musk hatte das Hyperloop-Konzept vor vier Jahren vorgestellt.

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