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Gronauer Willi Kröger engagiert sich über eine Hilfsorganisation für Kinder in Ruanda

Schulstifter aus Dankbarkeit

Gronau

Es gibt Situationen und Erlebnisse – da weiß man nicht, wohin mit seiner Dankbarkeit. Der Gronauer Willi Kröger wurde von dem Gefühl überwältigt, als seine Ehefrau Resi im vergangenen Jahr mit Hilfe ärztlicher Kunst von einer lebensbedrohlichen Krebskrankheit genas. Es war ein Sieg gegen die Statistik – und das war dem 76-Jährigen bewusst. Das Ehepaar – seit weit über 50 Jahren verheiratet – lebt wieder in der vertrauten Umgebung in Gronau zusammen. „Wenn ich mir vorstelle, was sonst passiert wäre . . .“

Von Martin Borckund

Reiner Meutsch, Gründer der Stiftung „Fly & Help“ bei einem Besuch in Ruanda. In dem afrikanischen Land soll auch die Schulerweiterung umgesetzt werden, für die Willy Kröger Foto: Sylvia Jost

Die Dankbarkeit über dieses Glück musste sich auf irgendeine Weise Bahn brechen. „Naja, und da bin ich auf die Idee gekommen, eine Schule zu bauen“, sagt Kröger. Eine Schule im tiefsten Afrika wohlgemerkt. In Ruli, einem Ort in Ruanda.

Zugegeben: Er wird sie nicht mit eigenen Händen errichten, aber einen erklecklichen Geldbetrag zur Verfügung stellen. Das Geld geht an die Stiftung „Fly & Help“. Die wurde von dem ehemaligen Reiseunternehmer Reiner Meutsch aus dem Westerwald gegründet. Das Geld fließt eins zu eins in Bildungsprojekte in Entwicklungsländern.

Geld geht an die Stiftung Fly & Help

„Ich kenne Reiner Meutsch schon lange“, blickt Kröger auf seine aktive Berufszeit zurück, in der er Expansionsbeauftragter bei Klaas & Kock war. Meutsch verkaufte sein Unternehmen „Berg & Meer“ mit 55 Jahren an Aldi und legte damals den finanziellen Grundstock für seine Stiftung. Seine Passion fürs Reisen – er hat mit einem Kleinflugzeug die Welt umrundet – verbindet Meutsch mit Hilfsprojekten. „Sein Hobby ist es, Schulen zu bauen“, sagt Willi Kröger.

Der Gronauer kann nachvollziehen, wie Meutsch, den er seinen Freund nennt, auf die Idee kam, sich zu engagieren. „Meine Frau und ich haben auf einer Weltreise in Madagaskar ja selbst die bettelnden Kinder erlebt, die keine andere Unterkunft als Pappkartons haben.“

Will Kröger

„Seine“ Schule – eine Erweiterung einer Vor- und Grundschule in Ruanda – soll dafür sorgen, dass Kinder Bildung erhalten, dass sie Rechnen, Schreiben, Lesen und Englisch lernen. Es ist ein nachhaltiges Projekt, das ein Stückchen zur Stabilität in dem afrikanischen Land beitragen soll. „Die Kinder spüren, dass sie eine Zukunft bekommen“, sagt Kröger. Er zeigt auf ein Foto, das Reiner Meutsch mit einem Jungen auf dem Arm zeigt. „Er fragt die Kinder, welchen Beruf sie einmal ergreifen wollen. Sie antworten Polizist oder Krankenschwester – aber der kleine Junge hat ihm gesagt, er wolle Präsident werden“, lacht er.

Von der mit dem DZI-Siegel ausgezeichneten Stiftung und deren Arbeit in Ruanda ist Willi Kröger überzeugt. „Es besteht nicht die Gefahr, dass dort in ein paar Jahren nur ein Ziegenstall statt einer Schule steht.“ Mittlerweile hat Reiner Meutschs Stiftung laut Angaben auf seiner Homepage schon 440 Projekte rund um den Globus verwirklicht. Also mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein? „Auf jeden Fall!“

Mit den finanziellen Mitteln Krögers wird zusätzlich zu den Klassenzimmern eine Zisterne errichtet. Der Zugang zu Wasser und sanitären Anlagen ist schließlich ein Problem in vielen Entwicklungsländern.

Die Unterrichtssituation an der Schule in Ruli wird sich nach der Erweiterung erheblich verbessern, ist Kröger überzeugt. Im Februar soll das Bauprojekt vollendet sein – dann möchte Will Kröger nach Ruanda fliegen und sich vor Ort einen Eindruck von der Schule machen.

Dankbarkeit für seine Unterstützung wird ihm dort bestimmt entgegenschlagen – Dankbarkeit, die wie eine Welle von Deutschland nach Afrika geschwappt ist. Auch eine Form von Nachhaltigkeit . . .

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