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Prozess gegen den „Paten“ von Twente

Simo D. soll auch Attentat in Gronau in Auftrag gegeben haben

Gronau/Almelo

Er gilt als Drahtzieher etlicher brutaler Angriffe. Simo D. soll den Auftrag für mehrere Attentate gegeben haben. Darunter war der Angriff auf einen Enscheder, der im Mai 2017 in Gronau beschossen wurde. Die Ausführenden der Taten sitzen bereits hinter Gitter. Nun hat auch gegen D. der Prozess begonnen.

Martin Borck

Der Tatort an der Eper Straße in Gronau in der Nacht zum 24. Mai 2017. Dort waren Schüsse auf einen Enscheder abgefeuert worden. Foto: Martin Borck

Simo D. gilt als „Pate“ der organisierten Kriminalität in Twente. Der 40-Jährige soll mehrere Morde in Auftrag gegeben haben.

Auch der Anschlag in Gronau im Mai 2017 wird ihm zugerechnet. Das ist zumindest die Überzeugung der niederländischen Staatsanwaltschaft. Damals waren Schüsse auf einen Enscheder abgefeuert worden, der im Auto auf der Eper Straße unterwegs war. Der Mann wurde verletzt.

Simo D. verbüßte wegen anderer Delikte eine Haftstrafe in Deutschland. Es gelang ihm offenbar aus dem Gefängnis heraus, weiter seine kriminelle Organisation zu leiten. Im Dezember wurde D. an die niederländische Justiz ausgeliefert.

Prozess in Almelo

Nun hat der Prozess gegen ihn vorm Gericht in Almelo begonnen. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt ihn, zudem Auftraggeber in mehreren anderen Fällen gewesen zu sein.

So wurden Anschläge mit einem Maschinengewehr auf Bewohner zweier Wohnungen in Enschede verübt, ein Mann in Enschede mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet und in Almelo ein Haus in Brand gesteckt. Für die Ausführung dieser Taten wurden bereits drei Männer zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Mitangeklagter sitzt in deutschem Gefängnis

Die Ermittlungen gegen D. sind noch nicht abgeschlossen, zeigte sich am Montag im Gerichtssaal. So werden noch einige beschlagnahmte Handys untersucht. Die Nachrichten sind codiert, den Ermittlern ist aber gelungen, die Verschlüsselung zu knacken, so der Twentsche Courant Tubantia.

Die Fortsetzung des Prozesses wird auf sich warten lassen. Das Gericht möchte das Verfahren an das eines Mitangeklagten koppeln, der aber derzeit noch in einem deutschen Gefängnis eine Haftstrafe absitzt. Wann dieser Mann ausgeliefert wird, steht noch nicht fest. „Das kann Wochen, aber auch Monate dauern“, so Staatsanwalt Karel van de Valk.

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