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Kantor Dr. Tamás Szőcs stellt eine Auswahl von Trauer- und Trostliedern auf Video vor

Singen von den letzten Dingen

Gronau

Ein Thema, über das nicht gerne gesprochen wird, ist der Tod. Und damit verbunden auch die Trauer und der Umgang mit ihr. Kantors Dr. Tamás Szöcs hat sich mit dem Thema musikalisch auseinandergesetzt.

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Tamás und Martha Szöcs beim Einspielen des Videos in der der Auferstehungskapelle des Ev. Waldfriedhofs. Foto: privat

Es ist ein schwerer Schritt, sich über die letzten Dinge im Leben Gedanken zu machen. Viele Institutionen bieten Beratung zur Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, zum Testament oder Erbvertrag an, aber es lohnt sich auch über die geistliche Dimension des letzten Schwellengangs und über die Gestaltung der eigenen Trauerfeier frühzeitig das Gespräch zu suchen.

Traditionen verloren gegangen

In den letzten Jahrzehnten sind auch in diesem Bereich einige Traditionen verloren gegangen, und wenn der Fall eintritt, ist man oft ratlos, von Trauer überrollt und nicht immer fähig, die richtigen Entscheidungen für die Gestaltung einer Trauerfeier so kurzfristig zu treffen.

Das Trauergespräch mit den Geistlichen kann hier eine Hilfe sein. Ein wichtiger Teil von Trauerfeiern ist die musikalische Gestaltung: die Beteiligung der Gemeinde mit Gesang ist seit der Reformation nicht nur für den sonntäglichen Hauptgottesdienst eine Selbstverständlichkeit, sondern bei allen Anlässen, ob Taufe, Trauung oder Trauerfeiern, begleitet von lebendigen Klängen eines Instruments. (In Coronazeiten übernimmt stellvertretend der Kirchenmusiker den Gesang für die Gemeinde.) Mit dem Abschwächen der Traditionen geraten gerade die Trauer- und Trostlieder in Vergessenheit und oft liegt der Griff zu einer CD mit sentimentalen Klängen näher als die Suche in einem Gesangbuch.

Würdevolle Verabschiedung

Der lebendige Gesang mit Instrumental-/Orgelbegleitung bleibt aus Sicht der Kirche und des Kantors Dr. Tamás Szöcs die persönlichste und würdevollste Art der Kirchenmusik bei der Verabschiedung eines Angehörigen. Gerade die Lieder über Tod, Trauer, Trost und Zuversicht gehören zu dem Hauptschatz einer 500-jährigen Gesangstradition der evangelischen Kirche. Es sind Lieder mit einem großen christlichen und protestantischen Erfahrungsschatz, mit poetischen und biblischen Bildern, mit Melodien, die dem Text folgend dessen Aussage noch einmal verstärken.

Die Lieder beschönigen keinen Schmerz, sie gehen der Traurigkeit nicht aus dem Weg und sie bieten keinen billigen Trost. Inhaltlich wurzeln sie in der Heiligen Schrift und in der Erfahrung von Frauen von Männern, die persönliches Leid erfahren haben, oder in Zeiten von Kriegen, Pandemien und Hungersnöten und hoher Sterblichkeit mit ihren Gemeinden gelitten und Trost gesucht haben.

Auswahl vorbereitet

Kantor Dr. Tamás Szöcs hat eine – angesichts des umfangreichen Repertoires – bescheidene Auswahl von 27 Liedern von Trauer, Trost und Zuversicht auf einem Video vorbereitet und gemeinsam mit Martha Szöcs (Gesang) auf der van-Vulpen-Orgel der Auferstehungskapelle des Ev. Waldfriedhofs eingespielt.

Die Auswahl soll die Auseinandersetzung mit dem Repertoire für die Vorbereitung einer Trauerfeier in den Familien anregen. Die 27 Titel aus verschiedenen Epochen und in verschiedenen Stilen sind nach dem Alphabet angeordnet, die Titel können im Video aber in der Beschreibung auch einzeln angeklickt werden.

Die Auswahl ist zugänglich über die Homepage der Ev. Kirchengemeinde Gronau und über treffpunkt-kirchenmusik.de. Des Weiteren besteht das Gesprächsangebot von Kantor Dr. Szöcs für die musikalische Vorbereitung einer Trauerfeier. Kontakt unter   02562 7260059 oder per E-Mail an kantor@treffpunkt-kirchenmusik.de.

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