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Baugebiet „Vor der Steenkuhle“

Stadt geht mit Variante 1 in das weitere Verfahren

Epe

Wie sehr das Projekt die Politik spaltet, war auch in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung erneut zu erleben. Erst in einer Kampfabstimmung einigte sich das Gremium auf eine Variante, mit der das Bebauungsplanverfahren für das Gebiet „Vor der Steenkuhle“ jetzt weiter vorangetrieben werden soll.

Klaus Wiedau

So sieht nach Variante 1 (rechts Steinfurter Straße, links Bergstraße) die Planung für das Gebiet „Vor der Steenkuhle“ aus. Foto: Büro Wolters

Vor der Debatte brachte Jochaim Krafzik, Leiter des Fachdienstes Stadtplanung, die Politiker auf den aktuellen Stand. Er erinnerte daran, dass wegen zahlreicher Zwangspunkte (Verlegung eines Gewässers, Schwierigkeiten bei der Erschließung u.a.) der bisherige Entwurf überarbeitet wurde – mit dem Ziel, das Verhältnis der baulich nutzbaren Flächen und der Verkehrsflächen zu verbessern. Mit zwei jetzt vorgelegten Varianten, in denen auf einen Kreisverkehr an der Steinfurter Straße verzichtet und weitere Bauflächen im Südteil festgelegt wurden, werde das jetzt erreicht, so Krafzik. Für das weitere Verfahren müsse sich die Politik aber auf eine Variante einigen.

„Ich persönlich werde dagegenstimmen“, lehnte Mechthild Große-Dütting beide vom Coesfelder Büro Wolters und Partner erstellte Varianten ab. Die Bebauung der Steenkuhle sei eine „Never-ending-story“, das Verfahren von Beginn an problembehaftet und inzwischen sehr teuer. Udo Buchholz (GAL) pflichtete ihr bei, ging aber noch einen Schritt weiter: Er forderte die sofortige Einstellung des B-Planverfahrens. Auch Wolfgang Mazur votierte gegen das weitere Verfahren. Die Linke kämpfe für sozialen Wohnungsbau, „nicht aber für Villen“, machte er deutlich. Diese Deklarierung wies Ralf Groß-Holtick zurück: „Eine Sozialneid-Debatte ist hier fehl am Platz. Das Angebot richtet sich an ganz normale Familien“, so der Stadtbaurat.

„Vollkommener Irrsinn“, nannte Martin Dust (CDU) den GAL-Vorschlag. Er attestierte dem Kollegen Buchholz auf der Ziellinie „Atemnot“ zu kriegen. Das Verfahren laufe seit mehr als einem Jahrzehnt, das Bauland sei dringend notwendig.

Jörg von Borczyskowski (UWG) kritisierte die widersprüchliche Haltung von Teilen der SPD, die bei einem anderen Tagesordnungspunkt für die Umsetzung einer – aus seiner Sicht – viel umstritteneren Planung votiert habe. Am Ende verständigte sich eine Mehrheit des Ausschusses auf die von der Verwaltung vorgelegte Planvariante 1. Sie soll jetzt den beteiligten Eigentümern vorgestellt und dann ins weitere Verfahren gehen. Allerdings: Die Hoffnung, dass kurzfristig neue Bauplätze im Bereich Steenkuhle in greifbare Nähe rücken, ist nicht realistisch. Denn: Der Bebauungsplan, wenn er denn in Kraft ist, bildet die Grundlage für eine Neuordnung der Grundstücke im Zug einen Umlegungsverfahrens. . .

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