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Schülerinnen und Schüler besichtigen Rohbau der neuen Johannesschule

Stippvisite auf der Baustelle

Gronau

„Betreten der Baustelle verboten” steht auf den Schildern an den Bauzäunen rund um die neue Johannesschule. Doch heute wird eine Ausnahme gemacht: Vier Schülerinnen und Schüler dürfen stellvertretend für alle Jungen und Mädchen den Rohbau betreten und erstmals ihre neue Schule besichtigen.

Von und

: Schulleiter Jörg Hunschede (Mitte) und seine Stellvertretung Christina Röschenkemper (rechts) erklären den Schülerinnen und Schülern Philip (von links) Rika, Janina und Rene, was in diesem zukünftigen Klassenraum der neuen Johannesschule noch zu tun ist. In diesem Fall fehlt noch die Decke, die für eine gute Akustik sorgt. Dadurch sind aber die Kabel für Licht und Steckdosen noch gut zu sehen. Auch die Anschlüsse für die interaktive Tafel sind schon in der Wand. Foto: Jaqueline Patzer

Ausgestattet mit Bauhelmen und in Begleitung von Schulleiter Jörg Hunschede und seiner Stellvertretung Christina Röschenkemper werfen Rene, Philip, Janina und Rika einen Blick in die zukünftigen Klassen- und Nebenräume. Doch zunächst müssen sie im Eingangsbereich über die frisch verlegten Schläuche für die Fußbodenheizung steigen. „Seid bitte ganz vorsichtig“, sagt Hunschede und balanciert hinüber zum rechten Flügel des Gebäudes. Niemand kommt den Schläuchen zu nah, und Jörg Hunschede fängt an, den Schülerinnen und Schülern etwas zum Bau zu erklären: „Hier ist der große Eingangsbereich, den wir auch für Veranstaltungen nutzen werden. Hier weiter herunter kommen dann eure Klassenzimmer“, sagt er und deutet den langen Flur entlang.

Janina staunt nicht schlecht

„Das wird ein Pflegebad“, sagt er ein paar Meter weiter. Janina staunt nicht schlecht. Unzählige Kabel hängen in einer Art Knoten von der Decke: „Und wofür ist das alles?“ - „Gute Frage, das sind schon wirklich viele Kabel. Aber wir benötigen natürlich Licht, Strom und andere elektrisch Geräte, etwa einen Lift für Jungen und Mädchen im Rollstuhl“, erklärt der Schulleiter. In einem der Klassenräume wird Janina und ihren Mitschülern etwas deutlicher, wofür die vielen Kabel sein werden. „Da kommt die Tafel hin“, sind sich die vier einig und deuten auf ein Loch in der Wand. „Genau, wir bekommen moderne, interaktive Whiteboards. Die müssen auch mit Strom versorgt werden“, so Hunschede.

Rene dokumentiert alles mit seinem Handy

Rene dokumentiert alles mit seinem Handy: „Die anderen Schüler sind auch neugierig, wie es hier drinnen aussieht. Ich werde ihnen die Fotos im Unterricht zeigen. Das habe ich extra abgesprochen. Es ist cool, dass wir auf die Baustelle dürfen“, freut er sich. Auch Rika ist ganz gespannt darauf, im kommenden Schuljahr in der neuen Johannesschule unterrichtet zu werden. „Rika hat wohl den kleinsten Klassenraum“, sagt Christina Röschenkemper. Nicht verwunderlich, dass die Schülerin sich besonders auf mehr Platz im neuen Gebäude freut. Jeder Klassenraum ist 46 Quadratmeter groß, hinzu kommt jeweils ein Nebenraum mit 25 Quadratmetern.

Nötig ist der Neubau, da die jetzige Johannesschule zu klein ist. Derzeit besuchen mehr als 180 Mädchen und Jungen die Förderschule der Diakonischen Stiftung Wittekindshof. Um alle Schülerinnen und Schüler adäquat zu beschulen, hat der Wittekindshof derzeit noch Teile der ehemaligen Pestalozzischule angemietet. Das wird mit dem Einzug in den Neubau, der im Sommer erfolgen soll, ein Ende haben. Dann haben auch die Lehrkräfte einen gemeinsamen Aufenthaltsraum.

Doch der interessiert Rene, Philip, Janina und Rika weniger. Sie sind gespannter auf die großen Werkräume an Ende des Flurs. „Hier haben wir dann auch endlich eigene Werkräume und können nicht nur der Berufspraxisstufe, sondern auch ab der Mittelstufe allen Schülerinnen und Schülern handwerkliche und motorische Förderung bieten. Bislang sind wir auf Räume in den nahegelegenen Wittekindshofer Werkstätten angewiesen“, sagt Hunschede. Da die Ausstattung dieser Fachräume extrem teuer ist, ist die Stiftung auf Fördermittel angewiesen. Größere Unterstützer seien bereits gefunden worden, aber auch jede kleinere Einzelspende helfe, den Schülerinnen und Schülern die bestmögliche Förderung zuteil werden zu lassen. Dazu wurde jüngst ein digitaler Adventslauf veranstaltet.

Digitaler Adventslauf

Nach den Werkräumen ist erst einmal Schluss mit der Führung. Die Gruppe muss umdrehen: „Hier wurde frischer Estrich verlegt. Da können wir nicht durch“, erklärt Jörg Hunschede. Auf dem Rückweg blicken alle gemeinsam auf den großen Bauplan, um nachzuvollziehen, was sie alles gesehen haben und was noch auf dem Parallelflur sein wird – ebenfalls Klassenräume. Dazwischen befinden sich die zwei Innenhöfe, auf die Philip durch die Fensterfolie schon versucht, einen Blick zu erhaschen. Doch die sehen in der Bauphase natürlich noch nicht sonderlich spektakulär aus. „Das wird alles noch gemacht“, beteuern Jörg Hunschede und Christina Röschenkemper.

Im Frühjahr soll der Bau fertiggestellt werden

Bis dahin müssen sie sich noch etwas gedulden. Im Frühjahr soll der Bau fertiggestellt werden. Danach wird langsam gepackt. „Alles, was wir dann schon im alten Gebäude entbehren können, kommt in den Neubau. Und nach den Sommerferien starten wir das neue Schuljahr – in unserer neuen Schule“, freut sich auch Jörg Hunschede.

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