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Schrittweise Rückkehr zu den Arbeitsplätzen wird im Wittekindshof vorbereitet

Symbole sorgen für Klarheit

Gronau

Menschen mit Behinderungen haben oft in besonderem Maße aktuell Probleme beim Verständnis der besonderen Corona-Regelungen. Im Wittekindshof sorgen Symbole und Hinweistafeln mit einfacher Sprache für Orientierung. Schrittweise sollen die Bewohner auch an ihre Arbeitsplätze zurückkehren.

wn

Mit Aushängen in Alltagssprache und Leichter Sprache mit erklärenden Bildern (Bild links) wird an verschiedenen Orten in der Diakonischen Stiftung Wittekindshof Foto: Klaus Wiedau/ Metacom Symbole Annette Kitzinger

Umfangreiche Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen mit dem Corona-virus haben das Leben tiefgreifend verändert – auch in den Einrichtungen und Diensten der Diakonischen Stiftung Wittekindshof.

Aushänge in Alltagssprache und Leichter Sprache mit erklärenden Bildern weisen überall in der Diakonischen Stiftung Wittekindshof auf die Hygienevorschriften und Verhaltensregeln hin. „Um diese besondere Situation Menschen mit geistiger Behinderung zu erklären, sind zudem alle Mitarbeitenden gefragt. Sie erklären, den Frauen und Männern, warum sie nicht zur Arbeit können, warum sie sich nicht umarmen dürfen und Bekannte nicht besuchen sollen“, berichtet Diakon Reiner Breder, Ressortleiter für die Wittekindshofer Angebote im Kreis Borken. „Viele fragen immer wieder, warum sie nicht zur Arbeit gehen können und wie lange das alles so bleibt. Kolleginnen und Kollegen sind sehr geduldig, erklären, dass das Corona-Virus gefährlich ist und Menschen sehr krank davon werden können. Doch für viele Menschen, die wir unterstützen, bleibt die Situation unverständlich. Ihnen fehlen die gewohnte Tagesstruktur und der Kontakt mit anderen“, berichtet Breder.

Umfangreiche Verhaltensregeln

Der Wittekindshof habe umfangreiche Verhaltensregeln zur Vermeidung einer Infektion mit dem Coronavirus aufgestellt. Für Menschen, die darauf angewiesen sind, wurden in Zusammenarbeit mit dem Wittekindshofer Büro für Leichte Sprache diese Informationen in Leichter Sprache erstellt. Bei Bedarf hält der Wittekindshof entsprechende Quarantäne- und Isolationsbereiche vor. „Dazu stehen wir in enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden und der Heimaufsicht des Kreises Borken“, betont der Ressortleiter.

Die Wittekindshofer Werkstätten sind bis auf eine Notbetreuung für Menschen, deren Unterstützung und Pflege zu den üblichen Arbeitszeiten sonst nicht gesichert ist, derzeit noch geschlossen. „Wir erarbeiten nun Konzepte, wie schrittweise zumindest ein Teil der Mitarbeitenden mit Behinderung an ihre Arbeitsplätze zurückkehren können. Für viele Menschen trägt die Arbeit erheblich zur Lebensqualität und sinnvollen Strukturierung des Alltags bei. Wir müssen nun eine verantwortungsvolle Balance zwischen Teilhabe am Arbeitsleben und Infektionsschutz finden“, erklärt Breder.

Unterstützung in Wohnbereichen

Mitarbeitende, die sonst in der Werkstatt tätig sind, unterstützen aufgrund der Werkstattschließung nun ihre Kolleginnen und Kollegen in den Wohnbereichen, bieten zusätzliche Beschäftigungsangebote wie Kochen oder Werken in den Wohnbereichen an oder begleiten vermehrt Menschen mit Behinderung bei Spaziergängen.

Wittekindshof Foto: METACOM Symbole © Annette Kitzi

„Da ebenso wie in Altenheimen und Krankenhäusern in den Wittekindshofer Wohnhäusern ein Besuchsverbot herrscht, können wir durch den Einsatz der Mitarbeitenden zumindest etwas die fehlenden Besuche von Angehörigen und ehrenamtlichen Freizeitbegleitern auffangen und eine möglichst abwechslungsreich gestaltete Freizeit bieten“, sagt Reiner Breder.

Die Wittekindshofer Johannesschule, Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, bleibt nach wie vor geschlossen. Lehrkräfte unterstützen aber auf freiwilliger Basis stundenweise Schüler außerhalb des Schulgebäudes in den Wohnbereichen.

Geschlossene Einrichtungen

Ebenfalls geschlossen bleibt bis auf Weiteres das Kontakt- und Informationszentrum (KIZ) am Kurt-Schumacher-Platz. In den Wittekindshofer Familienzentren an der Herzogstraße und der Grabkowsky-Straße in Gronau sowie die Familienzentren am Asternweg und am Scheelenkamp in Ahaus wird weiterhin eine Notbetreuung angeboten.

Reiner Breder

„Wir sind uns bewusst, dass die weitreichenden Maßnahmen, wie die Schließung der Werkstätten, ein großer Eingriff in den Alltag vieler ist. Wir danken unseren Mitarbeitenden, die sich in solch herausfordernden Zeiten sehr flexibel zeigen, um die optimale Unterstützung der uns anvertrauten Menschen zu gewährleisten“, betont Reiner Breder.

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