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Der Satz „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“ ist nicht hilfreich

Tipps zum Schulstart für i-Dötzchen

Gronau/Kreis Borken

Für gut 530 Kinder in gronau und Epe ist am Donnerstag der erste Schultag. Doch mit der Vorfreude steigt häufig auch die Unsicherheit der Kinder. Wie können Eltern ihr i-Dötzchen beim Schuleintritt unterstützen?

Über 530 Kinder gehen am Donnerstag in Gronau und Epe zum ersten Mal in die Schule. Dr. Sascha Borchers ist Leiter der Regionalen Schulberatungsstelle des Kreises Borken. Foto: dpaBezirksregierung Münster

Dr. Sascha Borchers, Leiter der Regionalen Schulberatungsstelle des Kreises Borken, gibt den Eltern elf Tipps an die Hand.

Verständnis zeigen: Eltern sollten mit ihrem Kind über die anstehenden Veränderungen sprechen und Verständnis für die Unsicherheit und Aufregung des Kinds zeigen. Der Schulanfang sollte allerdings nicht das „alles bestimmende Thema“ sein, und der Satz „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens“ ist auch nicht hilfreich.

Sicherheit ausstrahlen: Eltern sollten Ruhe und Sicherheit ausstrahlen. Das geht am besten, indem sie ihrem Kind positive Geschichten aus ihrer eigenen Schulzeit erzählen oder ihnen Bilder zeigen. So nehmen sie ihrem Kind die Angst vor dem Neuen. Eltern können darauf vertrauen, dass die Lehrerinnen und Lehrer Profis sind. Sie haben das Ziel, dass sich alle Kinder in der Schule wohl fühlen. Auch dies Kindern zu vermitteln erhöht die Sicherheit.

Schulanfang feiern: Der Schulanfang kann und sollte gefeiert werden. Eltern unterstreichen mit der Feier, dass es ihnen wichtig ist, dass das Kind jetzt zur Schule geht.

Pausenhof vor Schulstart „bespielen“: Wenn das eigene Kind die Schule noch nicht kennt, kann man in den Ferien einen Ausflug zur Schule machen und sich das Gebäude von außen angucken. Auch den Pausenhof können die Kinder schon einmal „bespielen“. So ist zum Schulstart nicht alles neu. Bei dieser Gelegenheit kann man auch den Weg zur Toilette ansprechen und schon einmal anschauen, denn die Toiletten sind oft in Schulhofnähe. Viele Kinder haben Angst, sie dürften nicht auf die Toilette gehen, was nicht stimmt. Die Toiletten werden ihnen von den Klassenleitungen gezeigt.

Innere Uhr anpassen: Die innere Uhr des Kinds muss langsam von „Ferienzeit“ auf „Schulzeit“ eingestellt werden. Dafür sollten die Eltern etwa eine Woche vor Schulanfang beginnen, die Zu-Bett-Geh-Zeiten und die Aufstehzeiten an die Uhrzeiten des Schulalltags anzupassen.

Schulsachen zusammenpacken: Gemeinsam mit ihrem Kind sollten Eltern alle nötigen Materialien vorbereiten: Schulranzen packen, Mäppchen ausstatten, alle notwendigen Dinge besorgen (Sporttasche und Inhalt, Hefter etc.) Die meisten Schulen geben vorab eine Liste heraus.

Verabredungen planen und begleiten: Freundinnen und Freunde spielen vor allem in der Schule eine große Rolle. Eltern können dafür sorgen, dass ihr Kind bereits vor Schulbeginn die ersten Kontakte mit Klassenkameraden knüpft. Dafür können sie ihr Kind mit anderen Kindern aus der neuen Klasse verabreden. Gerade, wenn in der Klasse viele Kinder sind, die man noch nicht kennt, lohnt es sich, aktiv auf diese zuzugehen und neue Bekanntschaften zu knüpfen. So kann beispielsweise gleich am zweiten Tag das Kind auf den Sitzplatz nebenan zur Verabredung eingeladen werden. Kommt es dann zur Verabredung mit „neuen Kindern“ ist es sinnvoll, diese zu begleiten. Die Eltern können beispielsweise mit ihrem Kind zusammen den Besuch planen und etwas zum Spielen vorbereiten.

Video in Kooperation mit dem WDR:

Schulweg abgehen: Vor dem Schulstart sollten die Eltern gemeinsam mit ihrem Kind den zukünftigen Schulweg abgehen. Das geht auch zusammen mit anderen Kindern und ihren Eltern. Die daraus entstehenden Schulweggemeinschaften fördern Freundschaften und entlasten die Eltern.

Morgenroutine planen: Die Schule bringt neue Uhrzeiten mit sich. Dementsprechend müssen Eltern und Kinder ihre Morgenroutine an die neuen Zeiten anpassen. Das gilt auch für die Einplanung des Frühstücks: Ein gemeinsames Frühstück ist ein guter Start in den Schultag. Dies muss auch gar nicht allzu lange dauern.

Mit Corona umgehen: Keiner weiß, wie sich Corona entwickelt. Das verunsichert. Für Eltern ist nun wichtig: Sicherheit ausstrahlen, für das Kind da sein, Fragen und Sorgen ernst nehmen und passende Antworten geben. Das Thema Masken ist ein gutes Beispiel: Studien aus den letzten Jahren zeigen, dass Kinder sehr verantwortungsvoll mit dem Maskentragen umgegangen sind und sich sogar selbstwirksam erlebt haben („Ich kann aktiv mich und andere schützen!“). Eltern könnten mit Kindern besprechen, wann es gut und sinnvoll sein kann, eine Maske zu nutzen, wenn sich das Kind unsicher fühlt. Es ist seine Entscheidung und das kann in allen Lebenssituationen sein. Das erhöht die Sicherheit und ist direkt selbstwirksamkeitsfördernd. Neben den oft beschriebenen negativen Folgen gab es gerade für Kinder und Jugendliche auch überraschend positive „Corona-Folgen“: Selbständigkeit, Verantwortung, Umgang mit neuen Medien, familiäre Bindungen durch engeren Umgang und andere. Es ist sinnvoll, diese Stärken zu bewahren oder auszubauen.

Bei Problemen: Gespräch mit Lehrern- Lehrerinnen und der Schulberatungsstelle. Das Leben läuft nie reibungslos. Daher ist es möglich, dass es im neuen Schuljahr zu Schwierigkeiten kommt. In diesem Fall sollten Eltern frühzeitig mit den Lehrerinnen und Lehrern ihres Kinds sprechen. Bei gravierenderen Problemen können die jeweilige Regionale Schulberatungsstelle oder der Schulpsychologische Dienst hinzugezogen werden.

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