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Driland-Kolleg verabschiedet fast 40 Absolventen

Traumdurchschnitt für Markus Öztürk

Gronau

Von wegen Corona-Abschluss! Rechtzeitig zur Abschlussfeier war (fast) alles wieder normal. Nach der Registrierung und den schon eingeübten Tests durften die fast 40 Absolventen des Driland-Kollegs in diesem Abschluss-Jahrgang mit ihren Familien feiern.

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Zufrieden waren sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrer des Driland-Kollegs, dass trotz der schwierigen Lernbedingungen die Absolventen ihre Schulabschlüsse erreicht haben. Foto: Drilandkolleg

Nach einem weiteren Corona-Jahr bemühen sich die Politiker, Schüler und Studierende in neue Schubladen zu stecken: Begriffe wie „verlorene Generation“ und „Corona-Abitur“ machen die Runde. Doch von solchen Pauschalisierungen wollen die Absolventen des Kollegs nichts hören, heißt es in einer Pressemitteilung des Driland-Kollegs. Sicher, ein normaler Schulbesuch sei das nicht gewesen: Lockdown I, Lockdown II, Wechselunterricht, Hybrid-Unterricht und Videokonferenzen hätten in unvorhersagbarer Reihenfolge den Alltag auf dem Weg zum Abschluss bestimmt, doch weniger wert sei der deswegen nicht.

„In vielen Fächern gab es angepasste Abitur-Verordnungen mit oftmals einer Wahlaufgabe mehr“, erläuterte Schulleiter Oliver Keesen. „Die zeitlichen Vorgaben, die Anforderungen und die Beurteilungskriterien aber waren die gleichen wie immer.“ Von einem Corona-Abschluss könne also keine Rede sein. Die zentralen Prüfungsaufgaben seien ohnehin ein Jahr vor den Abschlüssen fertig.

„Mir fiel es manchmal schwer, mich zu motivieren“, sagte die 41-jährige Gronauerin Jana Overbeck: „Wir hatten in Abi-Online alle technischen Voraussetzungen und kannten Distanzaufgaben von Anfang an, aber es fiel uns trotzdem schwer, ganz auf den Lehrer im Unterricht zu verzichten. Manche Fragen entstehen doch spontan und gemeinsam mit den anderen, wenn man im Klassenraum sitzt.“

Jana Overbeck ist froh, dass die Zeit hinter ihr liegt. Mit ihrem Abitur möchte die Physiotherapeutin des Ahauser Krankenhauses jetzt ein Studium im Gesundheitsmanagement beginnen. Die freiwilligen mündlichen Verbesserungsprüfungen reizten sie nicht, denn es ging ihr nicht um die letzte Kommastelle.

Dem Gronauer Felix Linke geht es da anders. Der 24-Jährige träumt von einem Studienplatz, bei dem „jedes Zehntel“ zählt. „Für uns war die Umstellung extrem: Von heute auf morgen hatten wir keinen normalen Unterricht mehr. Viele hatten zu Hause keinen Computer und wir sahen die ganze Zeit den Abschluss auf uns zukommen.“

In Anwesenheit der Ahauser Bürgermeisterin Karola Voss und dem Leiter der Volkshochschule Ahaus, Dr. Nikolaus Schneider drückte die stellvertretende Bürgermeisterin von Gronau, Birgit Tegetmeyer, ihren Respekt vor der Leistung der Absolventen aus, die oft einer doppelten oder dreifachen Belastung ausgesetzt sind: Familie, Beruf und Schule nebenher.

„Der Mitnahme-Effekt dieser Schule“, so Tegetmeyer, „ist außerordentlich“. Mit Panik-Mache hatte es denn auch nichts zu tun, erklärte Schulleiter Keesen, dass das Leitungsteam des Gronauer Weiterbildungskollegs schon im Frühjahr 2020 die digitalen Ressourcen der Schule massiv hochgefahren hat. „Wir hatten das Glück, dank Abi-Online schon seit Jahren über eine digitale Lernumgebung zu verfügen. Alles, was wir brauchten, waren gute Absprachen und Strukturen und so konnten wir im Nu die Lernplattform für alle Bildungsgänge öffnen“, erklärte Oliver Keesen den Wechsel im letzten Abschlussjahr.

Bei einigen hat die Ruhe des selber Lernens offenbar gut geklappt: Mit der Abschlussnote 1,1 hat Markus Öztürk aus Ahaus den besten Notendurchschnitt erreicht. So steht einem Studium seiner Wahl nichts im Weg. Für den 24-jährigen Umut Solmaz (Ahaus) hingegen bedeutet der Mittlere Schulabschluss den direkten Start ins Berufsleben. Auf Empfehlung der Berufsberater des Erwachsenenbildungskollegs hatte er die Herbstferien für ein zweiwöchiges Praktikum genutzt. Dabei überzeugte er bei einem Vredener Unternehmen und macht jetzt aus der Leidenschaft für den IT-Bereich einen Beruf.

Die Befreiung von der Ungewissheit am Ende der Corona-Zitterpartie war allen anzumerken. Dabei erreichten die Absolventen folgende Abschlüsse:

Hauptschulabschluss Klasse 10 (2): Nermina Bilal, Marvin Tenti (Gronau)

Mittlerer Schulabschluss (12): Ionela Maria Barbosu, Fidan Ismaeel, Christin Kali, Larsa Khayat, Daniel Kiy, Maria Ksisan, Soheila Mosavi (Gronau), Thierno Brüggemann (Legden), Simon Schlatkamp (Südlohn), Alina Wessling (Stadtlohn), Umut Solmaz, Robin Zündel (Ahaus)

Fachhochschulreife (12): Dima Das (Gronau), Joshua Müller (Schöppingen), Davran Delen (Stadtlohn), Ibrahim Can, Jomana Chebly, Jennifer Wagner (Vreden), Rossanne Urbanzyk, Heike Weber (Ahaus), Jessica Wichert (Heek)

Abitur (16): Dave Abbing (Vreden), Christian Bühs (Stadtlohn), Armin Feustel (Nordhorn), Angelina Flockert (Steinfurt), Luca Kiy, Felix Linke, Jan Herker-Orthaus, Jana Overbeck (Gronau), Markus Öztürk (Stadtlohn), Franzis Rzeha, Jannik Stadtmann, Sophia Wenning (Ahaus), Giuliano Cecchetti (Schüttorf), Ines Feld (Horstmar).

Nicht aufgeführte Absolventen haben der Veröffentlichung ihrer Namen nicht zugestimmt.

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