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150 Flüchtlinge kommen am Freitag nach Gronau

Turnhalle wird vorübergehend Unterkunft

Gronau

Die Herausforderung an alle Beteiligten ist, gelinde gesagt, gewaltig: Innerhalb von nicht einmal 48 Stunden soll die Stadt Gronau 150 Flüchtlinge unterbringen. Nur übergangsweise, bis für sie Unterkünfte in anderen Kommunen gefunden sind. Die Bezirksregierung Münster trat gestern mit einem entsprechenden Ersuch an die Stadt heran. Am Freitag werden die Menschen ankommen. Untergebracht werden sie in der Sporthalle der Berufsschule an der Brändströmstraße.

Martin Borck

Die Sporthalle der Berufsschule an der Brändströmstraße wird von Freitag an 150 Flüchtlingen Obdach bieten.. Foto: Martin Borck

„Diese Flüchtlinge werden nur kurz in Gronau bleiben“, stellte Bürgermeisterin Sonja Jürgens am Mittwoch im Gespräch mit den WN klar. „Die Unterbringung dient lediglich dazu, eine drohende Obdachlosigkeit der Menschen zu verhindern.“ An dem Konzept der dezentralen Unterbringung von Asylbewerbern, die Gronau auf Dauer zugewiesen sind, will die Bürgermeisterin festhalten. „Das sind ganz klar zwei Paar Schuhe.“

Noch am Mittag kamen am Mittwoch Vertreter der örtlichen Hilfsorganisationen im Rathaus zusammen. DRK, THW, Feuerwehr aber auch die beteiligten Behörden wie Polizei und Fachämter der Stadt – alle vermittelten das Signal, die große Herausforderung anzunehmen und zu bewältigen. So fassen Teilnehmer der Runde ihre Eindrücke zusammen.

Die Federführung dabei übernimmt das DRK in Kooperation mit den Maltesern. Die Organisationen bemühen sich derzeit darum, ausreichend Betten zu besorgen. Die Stapelbetten, die im ehemaligen Schutzbunker unter dem Schumacher-Platz liegen, sind für eine Aufstellung in der Halle nicht geeignet, da sie verankert werden müssten.

Noch am Mittwochabend und in der Nacht zu Donnerstag sollten Freiwillige des THW die Sportgeräte aus der Halle holen. Danach wird ein neuer Boden eingezogen, um den Hallenboden zu schützen.

Sanitäre Anlagen, Essensversorgung, Stellwände, um zumindest ein wenig Privatsphäre zu erzeugen, eventuell medizinische Versorgung – die Aufgaben sind wahrlich nicht ohne. „Wir werden bis Freitag für eine Grundausstattung sorgen, sodass wir die Menschen in Empfang nehmen können. Danach geht es ans Fein­tuning“, meinte Jürgens. Die Unterbringung ist nicht auf Dauer vorgesehen. Dennoch kann derzeit nicht abgesehen werden, für welchen Zeitraum die Notunterkunft aufrecht erhalten bleibt. Die Kosten für die Aufnahme trägt übrigens das Land.

Bei der Koordination hat einer den Hut auf, und zwar das DRK. Jürgens ist überzeugt, dass es viele Gronauer gibt, die ihre Hilfe anbieten wollen; doch sie dämpft allzu großen Enthusiasmus: „Auch der Wunsch zu helfen, muss schließlich koordiniert werden.“ Sozialpädagogische oder Integrationsangebote würden ins Leere laufen – eben weil die Flüchtlinge, die jetzt ankommen, jeweils nur für wenige Tage bleiben.

(Allerdings sucht der Landesverband des DRK Unterstützer in der Flüchtlingshilfe. Mehr unter www.team-westfalen.de).

Die Belegung der Sporthalle hat Folgen für den Schul- und Vereinssport, denn die Halle wird zunächst nicht zur Verfügung stehen. Die Verwaltungsspitze hofft dabei auf die Solidarität innerhalb der Vereine, den betroffenen Gruppen in anderen Sportstätten Raum zur Verfügung zu stellen. Wie genau der Schulsport – vor allem die Berufsschule ist betroffen – laufen wird, ist noch nicht bekannt.

Im Zusammenhang mit der vorübergehenden Umnutzung ist der Parkplatz hinter der Kreissporthalle am Parkfreibad gesperrt. Die Einfahrt in die Brändström­straße ist ab der Kreuzung Eschweg untersagt. Radfahrer und Fußgänger können das Bad über alle Wege erreichen. Autofahrer werden gebeten, auf umliegende Parkplätze auszuweichen.

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