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Ehrenamtliche Organisationen trafen sich mit Vertretern der Stadtverwaltung

Über 150 Flüchtlinge in Gronau

Gronau

Rund 150 Flüchtlinge aus der Ukraine hielten sich am Dienstagnachmittag in Gronau und Epe auf. Untergebracht sind die meisten in Unterkünften, die privat zur Verfügung gestellt werden. Einige sind im Haus der Begegnung untergebracht.

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Der Krieg in der Ukraine beschäftigt auch Grundschulkinder. Die Kinder der Hermann-Löns-Schule wünschen sich Frieden in der Welt. Sie haben sich jetzt dazu auf dem Schulhof versammelt, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen. Foto: Hermann-Löns-Schule

Weiterhin gibt es eine hohe Dynamik, so Gabi Könemann vom Büro des Bürgermeisters am Mittwoch. „Heute sind weitere fünf dazugekommen.“

Gronau hat somit verhältnismäßig viele Menschen aus dem Land aufgenommen. Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist nach wie vor sehr groß. Bei einem Treffen der ehrenamtlichen Organisationen mit Fachleuten der Stadtverwaltung wurden Schritte unternommen, die Hilfsangebote zu strukturieren und auf die Bedarfe abzustimmen.

Die Koordinierung der Unterkünfte erfordere einen hohen Arbeitsaufwand. „Wir müssen die Angebote sukzessive abarbeiten“, warb Bürgermeister Rainer Doetkotte im Gespräch mit den WN um Verständnis, dass es in Einzelfällen etwas dauert, bis die Stadtverwaltung auf Wohnungsangebote aus der Bevölkerung reagiert.

RVM-Busse und G-Mobil kostenlos nutzbar

Wohnraum müsse die passende Größe haben. Die Stadt bemühe sich zudem, selbst geeignete Liegenschaften zur Verfügung zu stellen, um die privaten Anbieter nicht über Gebühr zu belasten.

Alle Flüchtlinge müssen bei der Ausländerbehörde des Kreises registriert werden. Der Transport der Flüchtlinge wurde bislang ehrenamtlich von der Fahrschule Jürgens mit MiniCar Gronau übernommen.

Mit der Registrierung erhalten die Flüchtlinge eine Arbeitserlaubnis. Da aber ein tagesaktueller Coronatest erforderlich ist, muss auch das organisiert werden. Auch dabei gab es Hilfe ehrenamtlicher Unterstützer. Die Flüchtlinge können beim Fachdienst Soziales der Stadt Anträge auf Leistungen stellen. Die Einrichtung eines Bankkontos wird empfohlen. Dazu wiederum ist eine Meldebescheinigung notwendig.

Die ukrainischen Flüchtlinge können laut RVM innerhalb des Kreises Busse und auch das G-Mobil in Gronau kostenlos nutzen. Die Telekom stellt ihnen kostenlos SIM-Karten zur Verfügung.

Natalie Schiemann vom Verein Deutsch-Osteuropäischen Integrationsvereins für Kultur, Wirtschaft und Sport berichtete bei dem Treffen, dass ankommende Flüchtlinge oft Nahrungsmittel und Geld für die ersten zwei oder drei Tage benötigten, bis Sozialleistungen gewährt werden.

Carepakete für Anlaufstelle

Vertreter der Bürgerstiftung, der Bernhard-Bosch- und der Ilse-und Johannes-Hoff-Stiftung werden sich mit dem Generationenbüro des DRK und einem Vertreter der Stadt treffen, um die Organisation der eingehenden Spendengelder zu regeln. So könnte die erste Anlaufstelle mit Carepaketen ausgestattet werden.

Ein weiterer Schritt ist es, eine Übersicht über alle Hilfsangebote zu erstellen, die die ehrenamtlichen Organisatoren leisten. Die Stadtverwaltung wird auf ihrer Homepage Kacheln einstellen, über deren Inhalte sich Ehrenamtliche und Geflüchtete informieren können.

Sprechstunden finden dienstags von 15 bis 17 Uhr und donnerstags von 10 bis 14 Uhr im Generationenbüro in Epe an der Merschstraße 14 statt, außerdem montags und mittwochs jeweils von 14 bis 16 Uhr im Haus der Begegnung am Jöbkesweg 5. So weit wie möglich stehen Übersetzer zur Verfügung. Die ukrainischen Flüchtlinge können an den mobilen Impfaktionen (am Freitag von 13 bis 19 Uhr und am Samstag von 10 bis 6 Uhr im Rathaus Gronau) teilnehmen. Die bereis vorhandenen Impfungen werden oft nicht anerkannt, so der Kreis Borken. Informationszettel auf Ukrainisch wurden bereits verteilt.

Auf Facebook hat sich die Gruppe „Gronau hilft! Info-/Tauschbörse für geflüchtete Familien“ gebildet, deren Mitglieder sich gegenseitig über benötigte Dinge für ukrainische Familien informieren und austauschen können – egal ob es sich um bürokratische Fragen handelt oder ob bestimmte Kleidung, Spielzeug und ähnliches gebraucht wird.

Die Gronauer Stadtverwaltung nimmt weiter Angebote für Wohnraum an, bittet aber darum, von Sachspenden abzusehen.

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