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Appell an Berlin und Düsseldorf

„Urenco klare Grenzen aufzeigen“

Gronau

Pläne der Urenco haben Anti-Atomkraft-Initiativen auf den Plan gerufen. Sie kritisieren, dass in Gronau Forschung für moderne Reaktorkonzepte betrieben werden soll.

Foto: Rupert Joemann

Anti-Atomkraft-Initiativen kritisieren die Pläne der Urenco. Der Urananreicherer betreibt nach Angaben des neuen Geschäftsführers von Urenco Deutschland, Dr. Jörg Harren, am Standort Gronau nun auch Forschung für „moderne Reaktorkonzepte“. Die Westfälischen Nachrichten berichteten Anfang des Monats, dass es sich dabei um „Uranbatterien und mikromodulare Reaktoren“ handele, die unter anderem in der Industrie, im Bergbau und „an entlegenen Standorten“ eingesetzt werden könnten. Damit beteilige sich die Urenco in Gronau konkret an der Vorbereitung zum Bau neuer Reaktoren weltweit.

Bislang seien Akw-Pläne von Urenco in Großbritannien, den Niederlanden, den USA und Kanada bekanntgeworden. In den USA interessiere sich zum Beispiel das Pentagon für kleine, leicht transportierbare Reaktoren, heißt es in einer Pressemitteilung des Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU). Die Gronauer Beteiligung daran sei neu.

Scharfe Kritik an Urenco

Die Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Münsterland sowie der BBU und die Ärzteorganisation IPPNW kritisieren Urenco scharf: „Da es weltweit keine Renaissance der Atomenergie gibt, will Urenco selbst in den Bau von neuen Reaktoren einsteigen. Dass auch der Urananreicherungs-Standort Gronau in NRW direkt an der Forschung beteiligt ist, untergräbt den Atomausstieg in Deutschland. Wir fordern von der neuen Bundesregierung und der NRW-Landesregierung eindringlich, Urenco klare Grenzen aufzuzeigen,“ erklärte das Gronauer BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz.

Neben der Urananreicherungsanlage Gronau ist die Urenco über das Tochterunternehmen ETC (Enrichment Technology Company) zusammen mit der französischen Orano auch in Jülich (NRW) aktiv. Dort befindet sich neben dem Forschungszentrum die zentrale Forschungs- und Entwicklungseinheit für neue Uran-Zentrifugen, die den Betrieb der Urananreicherungsanlagen ermöglichen. Sie können aber auch zur Anreicherung für atomwaffenfähiges Uran genutzt werden und gehören deshalb zu den militärisch sensibelsten Industrieprodukten. Die Brisanz der Urananreicherung komme beispielsweise immer wieder im Iran zum Ausdruck, heißt es in der Pressemitteilung.

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