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Autorenlesung mit Michel Hülskemper 

„Vater hat nie geschossen“

Gronau

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte kann erhellend, aber auch schmerzlich sein. Besonders wenn es um die dunkle Zeit des Nationalsozialismus und der Weltkriege geht. Michel Hülskemper hat zu dem Thema ein Buch geschrieben. Daraus liest er am Dienstagabend (26. Oktober) vor und lädt zur Diskussion.

Was haben Vater oder Großvater im Krieg gemacht? Fotos aus jener Zeit, die jetzt unbeachtet in Schubladen schlummern, geben manchmal Aufschluss darüber. Michael Hülskemper

„Vater hat nie geschossen“: So lautet ein Satz, der nach dem Zweiten Weltkrieg in vielen Familien an die folgende Generation weitergegeben wurde und wird. Michel Hülskemper hat mit diesem Satz sein Buch betitelt. Väter und Großväter waren Soldaten im Zweiten Weltkrieg. Darüber gibt es in fast jeder Familie Geschichten, die immer wieder erzählt werden. Die meisten Berichte handeln von Hunger und Gefangenschaft, Kälte und Entbehrung in der Zeit danach. Aber was war vorher? Welche prägenden Erlebnisse gab es, die eher verschwiegen wurden?

Michel Hülskemper, der in Gescher lebt, ist dieser Frage nachgegangen. Er befragte nicht nur Vater und Mutter, Onkel und Tanten, sondern auch viele andere Menschen, die den Krieg selbst erlebt hatten. Sie übergaben ihm Fotos und Dokumente, Orden und Ausweise, Briefe und andere Erinnerungsstücke.

Die Geschichten und Legenden aus der großen Familie des Autors sind einmalig und individuell und doch typisch für die „Generation Krieg“. Sich ähnelnde Andeutungen und Geheimnisse, Anekdoten und Histörchen, Halbwahrheiten und Vermutungen sind weit verbreitet. Michel Hülskemper greift sie auf und stellt sie in den Zusammenhang – ohne Belehrung und ohne Schuldzuweisung. Somit sind die Erzählungen eine vorsichtige Annäherung an den Gedanken, dass unsere Väter und Großväter vielleicht nicht nur Opfer waren. Sie hatten ein Gewehr in der Hand, sie brachten Kanonen in Stellung, führten Befehle aus. Die Wehrmacht, in der sie dienten, eroberte andere Länder und brachte Leid und Tod. Dieser Gedanke ist schmerzhaft und steht doch für ein wichtiges Kapitel vieler Biografien.

Was war mit den Frauen und Müttern?

Und was war mit den Frauen und Müttern? Wie haben sie das alles überstanden? Die authentischen Ereignisse von damals werden in der Form von unterschiedlich gestalteten Erzählungen aus der Gegenwart heraus wiedergegeben und reflektiert.

Nachdem die Veranstaltung bereits dreimal aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, freuen sich Stadtbücherei und Volkshochschule nun besonders auf den Termin am Dienstag (26. Oktober). Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in der Stadtbücherei Gronau, Parkstraße 1. Es gilt die 3G-Regel. Der Eintritt beträgt fünf Euro. Eine Anmeldung bei der VHS,

  02562 12666, oder in der Stadtbücherei,

  02662 12450, ist erwünscht.

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