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Neue Pläne für das „Alte Rathaus“

Vereine sehen sich außen vor

Gronau/Epe

Mitglieder der Heimatvereine Gronau und Epe sowie des Bürgervereins Dinkelaue engagieren sich für Gestaltung der „neuen Mitte“ Gronaus an der Bahnhofstraße. In dieser Sache standen sie auch im Dialog mit der Stadtverwaltung. Doch dieser Gesprächsfaden ist inzwischen gerissen, beklagen die Vereinsvertreter.

Von und

„Ein schöner Rücken kann auch entzücken“, könnte das Motto für dieses Foto sein. Aber: Der Arbeitskreis aus Vertretern der Foto: privat

Der Wandel von einem „Stadtgeschichtlichen Zentrum“ am Gronauer Rathausturm hin zu einem „Technischen Rathaus“ mit Rathausturm war das Thema einer Versammlung, die der gemeinsame Arbeitskreis aus den Heimatvereinen Gronau und Epe sowie dem Bürgerverein Dinkelaue kurzfristig anberaumt hatte.

Die Vertreter aus den Vorständen der drei Vereine zogen zunächst ein vollständiges Resümee ihres mehrjährigen gemeinsamen Engagements für die „neue Mitte“ Gronaus, an der Stadtgeschichte und Stadtverwaltung mit ihren Akteuren zu einer bürgernahen und lebendigen Einheit hätten verschmelzen sollen.

Die Anfänge dieser Überlegungen reichen über 25 Jahre zurück, als in der Bürgerschaft der Wunsch nach dem Wiederaufbau der historischen, im Krieg zerstörten Rathausfassade entstand. Diese Idee wurde sowohl vom Bürgerverein wie auch von den Heimatvereinen aufgegriffen, die darin ein gemeinsames Interesse fanden.

Stadtarchiv soll integriert werden

Mittlerweile hatte sich in den historischen Gebäudeteilen des Alten Rathauses das Drilandmuseum zu einem vielfältigen Betätigungsfeld des Heimatvereins Gronau entwickelt, der Rathausturm beherbergt bis heute die Ostdeutsche Stube und das Archiv zur Geschichte der Gronauer Textilindustrie.

Daher war es ein naheliegender Wunsch der Vereine, das hier vorhandene Ensemble durch das Stadtarchiv zu ergänzen. Gefragt war der „Lückenschluss“ zwischen der alten Bausubstanz und dem Turm, ergänzt durch eine Fassade zur Bahnhofstraße, welche dem historischen Original möglichst nahekommen sollte. Die Zusammenlegung dieser stadthistorischen Institutionen, der Vereine, der Archive und des Museums, sollte die alte Mitte Gronaus mit neuem Leben füllen.

Grundsatzbeschluss der Stadt

2017 fasste die Stadt Gronau im Rahmen der Standortsuche für ihre Verwaltung einen Grundsatzbeschluss, der an dieser Stelle einen Teilstandort als Erweiterungsbau des Rathauses mit alter Fassade vorsah.

Um die historische Substanz des Alten Rathauses zu erhalten, präsentierte der Arbeitskreis der Vereine Vertretern des Rats Anfang 2020 eine Projektskizze „Bauen im Bestand“, die die Idee der Zusammenlegung der stadtgeschichtlichen Institutionen veranschaulichte.

Zeitgleich befasste sich der Rat mit einem von Georg Frieler vorgebrachten Antrag aus der Bürgerschaft, der eine zwar nachbarschaftliche, jedoch baulich getrennte Lösung von Verwaltung und stadtgeschichtlichen Einheiten vorsah.

Dialog eingeleitet

Im Juni 2020 präsentierte die Verwaltung, mit der die Vertreter der Vereine zwischenzeitlich einen Dialog eingeleitet hatten, dem Rat einen baulichen Entwurf, der nun neben Verwaltungsabteilungen hinter historischer Fassade angrenzend ein zur Bahnhofstraße hin gelegenes Stadtarchiv über drei Geschosse, ein räumlich angegliedertes Museum sowie passende Aktionsflächen für den Heimatverein enthielt.

Allerdings erfolgte bis heute eine weitgehende Abkehr von diesen Plänen, die aktuell lediglich eine stadtgeschichtliche Ausstellung, ein kleines Büro für den Heimatverein und kein Stadtarchiv mehr vorsehen. Diese Abkehr erfolgte ohne eine Fortsetzung des 2020 begonnenen Dialogs mit den in Gronau heimatkundlich und ortshistorisch tätigen Vereinen.

Arbeitskreis hat große Bedenken

In der Sitzung des Arbeitskreises betrachtete man die Entwicklung mit großen Bedenken, da die Verwaltung mit den Änderungen einen Abschied von dem Ursprungsgedanken einer gemeinsamen Nutzung vollzieht. Zudem blickten die Teilnehmer mit Sorge in eine durch Krisen geprägte Zukunft, in der eventuell nicht mehr sämtliche städtische Bauprojekte den heutigen Planungen entsprechend durchgeführt werden können.

Vor diesem Hintergrund betonten alle anwesenden Mitglieder die Notwendigkeit, den Abriss des derzeitigen Drilandmuseums bis mindestens zu dem Zeitpunkt auszusetzen, an dem die Endplanung, die baurechtlichen Genehmigungen und die erforderlichen Ratsbeschlüsse sowie ein gesichertes vollständiges Finanzierungskonzept vorliegen.

Auf jeden Fall solle vermieden werden, so die Anwesenden, dass die Gronauer „Hertie-Grube“ durch eine weitere Brache in der Stadtmitte ergänzt wird.

Der Arbeitskreis nahm sich vor, diese Forderung darüber hinaus auch an die Vertretungen sowohl der Verwaltung wie auch der Gronauer Ratsfraktionen heranzutragen und die weitere Entwicklung aufmerksam zu beobachten.

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