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„Netzwerk Jüdische Pop- und Unterhaltungsmusik“ gegründet

Viel fachkundige Expertise

Gronau

Der Startschuss für ein „Netzwerk Jüdische Pop- und Unterhaltungsmusik“ ist am Samstag gefallen – nicht wie geplant im Gronauer Rock’n’Popmuseum, sondern auf virtueller Bühne. Allerdings mit nicht weniger fachkundiger Expertise.

-mb-

Rapperin Sharon musste ihren geplanten Auftritt verlegen.

Das Netzwerk soll sich jüdischer Musikkultur als Spiegel der deutschen Kulturgeschichte widmen, der Erforschung und Sichtbarmachung heutigen jüdischen kulturellen Lebens in Deutschland dienen und einen aktiven Beitrag zur Identifizierung und Bekämpfung des Antisemitismus in Deutschland leisten – in der breiten Gesellschaft im Allgemeinen wie im Musikbereich im Besonderen.

Die Liste der an der Gründungsversammlung Teilnehmenden und der von ihren vertretenden Organisationen war beeindruckend: So sind neben dem für den Klangraum im Jüdischen Museum Berlin verantwortliche Kurator David Studniberg und Kathrin Pieren vom Jüdischen Museum Westfalen vertreten. Auch Vertreter des „Yiddish Summer Weimar“ mit Alan Bern und Andreas Schmitges, der Diskograf Rainer Lotz, die Rapperin Sharon und etliche andere waren beteiligt.

Interdisziplinärer und multiperspektivischer Austausch

Ein Schwerpunkt des Projekts soll auf der hiesigen Region liegen, dem Münsterland und den angrenzenden niederländischen Gebieten. Zu dem Thema hatte bereits im September im Rockmuseum das Seminar „Zu Abraham ins Lilienfeld“ stattgefunden. Darin waren unter Beteiligung des Instituts für Musikwissenschaft der Uni Münster und dem Ben-Haim-Forschungszentrum (Hochschule für Musik und Theater München) erste Ansätze erfolgt.

Prof. Michael Custodis, Attila Kornel-Markula und Tobias Reichard (auch sie werden dem Netzwerk angehören) hatten sich mit in der Gronauer Szene bewanderten Interessenten auf Spurensuche begeben. Dessen Ziel ist es, eine Plattform für Kooperation, Diskussion und Austausch zwischen Wissenschaft, Kunst, den jüdischen Gemeinden, Museums- und Gedächtniseinrichtungen sowie der Presse zu schaffen und die Ergebnisse der Netzwerkarbeit in Ausstellungen, bei Tagungen oder in Form musikalischer Veranstaltungen zugänglich zu machen. Der Auftakt dazu hätte am Samstag eigentlich der Auftritt der Rapperin Sharon sein sollen, der wegen Corona ins Wasser fiel, aber nachgeholt werden soll. 

Die Netzwerker streben einen interdisziplinären und multiperspektivischen Austausch an, der weder ein bestimmtes Verständnis noch eine feste Definition „jüdischer populärer Musik“ vertreten möchte, sondern der Vielschichtigkeit des Phänomens gerecht wird.

„Die Gründungsmitglieder sind überzeugt davon, „dass das Netzwerk von der Initiative und den Interessen all derjenigen geleitet sein soll, die jüdische Pop- und Unterhaltungsmusik in Geschichte und Gegenwart als Teil ihres täglichen Lebens erforschen, vermitteln und praktizieren und die den Wunsch haben, ihre vielfältigen Perspektiven und ihr Wissen zu teilen,“ hieß es.

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