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Initiativen fordern von Landesregierung klares Veto gegen Atommüllpläne

„Von Atomausstieg keine Spur“

Gronau

Die Anti-Atomkraft-Initiativen aus dem Münsterland haben auf ihrem Bündnistreffen zum Jahresauftakt kritisiert, „dass vom Atomausstieg im Münsterland und Emsland bislang nichts zu sehen ist“. Sie verurteilten erneut den zeitlich unbefristeten Weiterbetrieb der Urananreicherungsanlage Gronau und der Brennelementefabrik in Lingen sowie den angekündigten Verkauf des Urananreicherers Urenco. In Gronau drohe zudem die Inbetriebnahme eines neuen Dauerlagers für Uranmüll, während für das Zwischenlager Ahaus neue Castor-Transporte aus Jülich und München/Garching angekündigt wurden. Zusätzlich darf nach Angaben der Anti-Atom-Initiativen das AKW Lingen II bis mindestens 2022 am Netz bleiben.

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Der Ostermarsch soll erneut in Gronau stattfinden und zur Urananreicherungsanlage führen. Foto: Martin Borck

Die Initiativen rufen daher schon jetzt zur Teilnahme am Ostermarsch in Gronau auf: „Am Karfreitag wird die Urananreicherungsanlage Ziel der Aktion sein. Mit dem Ostermarsch soll gegen die Verkaufspläne und für ein Ende der Urananreicherung demonstriert werden“, so Udo Buchholz, Mitglied des Arbeitskreises Umwelt (AKU) Gronau, in einem Pressebericht.

„Vier Jahre nach Fukushima ist vom Atomausstieg in der Region keine Spur. Im Gegenteil: Ein neues riesiges Atommülllager in Gronau, Castor-Transporte nach Ahaus und der politisch geduldete Weiterbetrieb der hiesigen Atomanlagen verschlechtern die Situation dramatisch. Was ist das für ein Atomausstieg, wenn keine Atomanlage abgestellt wird und stattdessen der Atommüllberg immer größer wird?“, fragt Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Die Atomkraftgegner lehnen den geplanten Verkauf der Urenco entschieden ab. Die von Urenco angewandte Zentrifugentechnologie gelte als der einfachste Weg zur Atombombe. Die Bundesregierung schließe aber nicht einmal einen Börsengang aus. „Wir fordern von der Bundesregierung eindringlich, die unverantwortlichen Verkaufspläne für Urenco unverzüglich zu stoppen und stattdessen die Urananreicherung in Deutschland zu beenden. Das Risiko einer Weiterverbreitung der militärisch hochbrisanten Atomwaffentechnologie ist zu groß“, ist Udo Buchholz überzeugt.

Zugleich wenden sich die Anti-Atomkraft-Initiativen gegen die Inbetriebnahme des neuen Uranmülllagers in Gronau, da es keine sichere Atommüllentsorgung gebe. Aus diesem Grund lehnen sie auch weitere Atommülltransporte nach Ahaus ab. Sie fordern von der rot-grünen Landesregierung als Atomaufsicht ein klares Veto gegen die Atommüllpläne: „Die Landesregierung ist seit Längerem auf Tauchstation. Aber als Atomaufsicht muss sie für die Sicherheit der Bevölkerung sorgen: Neue Castor-Transporte nach Ahaus oder in die USA sind eine große Gefahr. Und die Atommülllager in Ahaus und Gronau können schnell zum oberirdischen Endlager werden – das ist politisch unverantwortlich. Dagegen werden wir auf die Straße gehen“, ergänzte Felix Ruwe von der BI „Kein Atommüll in Ahaus“.

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