Falle für Eichenprozessionsspinner entwickelt

„Warum ist die nicht schon längst auf dem Markt?“

Glanerbrug

Zwei Brüder aus Glanerbrug haben ein Falle für Eichenprozessionsspinner entwickelt. Die beiden Niederländer wundern sich, dass etwas Vergleichbares noch nicht auf dem Markt ist. Denn das System ist simpel.

Klaus Wiedau

Eichenprozessionsspinner haben sich zur Plage entwickelt. Zweio Brüder aus Glanerbrug bieten jetzt eine Falle an. Foto: Klaus Meyer

Zwei Brüder aus Glanerbrug haben – nach portugiesischem Vorbild – eine Falle für Eichenprozessionsspinner (EPS) entwickelt. „Wir verstehen nicht, warum die in den Niederlanden nicht schon lange auf dem Markt ist“, sagen sie.

Jeffrey und Collin van den Dolder haben in ihrem Betrieb in Glanerbrug das Material für rund 50 Eichenprozessionsspinner-Fallen bereitstehen. Es muss nur noch verpackt werden, auch die Utensilien dafür stehen bereit. Und in einer Scheune liegen weitere 150 Fallen auf Vorrat.

Schale um den Baum gelegt

Die Brüder arbeiten in ihrem eigenen Reha-Zentrum. Ihnen geht es bei dieser Arbeit nicht um die Behandlung von Symptomen, sondern darum, ein Problem bei den Wurzeln zu packen. Und dieses Prinzip wollen sie auch mit der Fallen für den EPS umsetzen: Dort ansetzen, wo alles beginnt.

Die Falle, die sie favorisieren, haben sie in Portugal gesehen. Dabei wird eine Art Korb/Schale um den Baum gelegt, um die EPS zu fangen, wenn sie ihre Prozession starten. Im vergangenen Jahr haben die van den Dolders das Material für die niederländische Version dieser Falle ausgesucht und Tests durchgeführt.

Simples System

Dann aber haben sie mit der Vermarktung gezögert, weil sie glaubten, dass andere – auf das Problem spezialisierte – Firmen dieses Produkt auf den Markt bringen würden. Das geschah nicht – und die Brüder wunderten sich, dass in den vergangenen Monaten über die Bekämpfung mit Chemikalien und sogar über das Fällen von Bäumen nachgedacht wurde. Das war der Moment, in dem sie sich entschieden, ihre Falle anzubieten.

Das System in simpel: Ein durchsichtiges PVC-Band wird umlaufend am Baum befestigt. Durch eine Öffnung darin werden die EPS in einen Beutel geleitet. Weil sie zu diesem Zeitpunkt noch keine Brennhaare haben, können sie problemlos entsorgt werden.

Fachleute bezweifeln, dass das System alle EPS-Probleme lösen kann, aber Collin und Jeffrey van den Dolder betonen, dass auch schon die Reduzierung der EPS-Invasion lohnenswert ist. Die Falle soll 60 oder 100 Euro (je nach Stammumfang) kosten.

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