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Nach Überholmanöver

Sportwagenfahrer provoziert Unfall im Gegenverkehr - und fährt weiter

Gronau/Bad Bentheim

Autofahrt mit dramatischem Ausgang: Als ein Gronauer nach Nordhorn unterwegs ist, kommt ihm ein Auto entgegen – beim Überholen mehrerer Autos auf seiner Fahrbahn. Er weicht aus, verursacht einen Unfall. Der Raser fährt einfach weiter.

-rs-

„Die Polizisten und Rettungskräfte konnten es kaum glauben, dass alle Unfallbeteiligten einigermaßen heil aus den Autos ausgestiegen sind“, beschreibt Stefan Busch im Rückblick den Unfall. Foto: privat

„Ich mag nicht daran denken, was alles hätte passieren können.“ Auch mit dem Abstand von mehreren Tagen steht Stefan Busch noch immer unter dem Eindruck der Geschehnisse, die sich am vergangenen Freitag auf der Baumwollstraße zwischen Gildehaus und Nordhorn zugetragen haben. Der Gronauer ist gegen 17 Uhr mit seinem zwölfjährigen Sohn in seinem VW Golf unterwegs, als er kurz vor dem Abzweig Richtung Gildehaus/Waldseite zwei Autoscheinwerfer wahrnimmt, die ihm entgegenkommen – auf seiner Fahrbahnseite. Es ist, das werden Zeugen später bestätigen, der Fahrer eines japanischen Sportwagens, vermutlich eines Honda Civic Type R, der beim Überholen mehrerer Autos mit hoher Geschwindigkeit auf ihn zukommt.

„Das packt der nicht mehr“, habe er noch zu seinem Sohn gesagt und unmittelbar das Lenkrad herumgerissen, um dem Raser auszuweichen. Der Gronauer kommt auf den Grünstreifen, das Heck des VW bricht aus. Beim Gegenlenken schleudert er zurück auf die Fahrbahn und kann einen Zusammenstoß mit dem Fahrer eines Mazda nicht mehr verhindern. Dann folgt Stille. Die durchbricht kurz darauf der Sohn, der ihn anbrüllt, dass sein Unterarm weh tut. Er ist, wie sich später herausstellt, gebrochen. Zudem hat der Zwölfjährige ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma erlitten. „Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie froh ich bin, dass ihm nicht Schlimmeres passiert ist“, sagt der Vater, der selber einige Prellungen erlitt, gegenüber den WN.

Auch der Fahrer des Mazda kommt glimpflich davon. Seinem Beifahrer ergeht es weniger gut: Er muss mit einem Bruch des Brustbeins ins Krankenhaus eingeliefert werden, berichtet Busch.

Der Gronauer hat jetzt Redebedarf – und zwar mit dem Sportwagenfahrer, den er zur Rechenschaft ziehen will. Der ist nämlich einfach weitergefahren und hat sich so seiner Verantwortung entzogen. Die Polizei Emsland/Grafschaft Bentheim fahndet nach ihm. Auch Busch setzt alles daran, ihn ausfindig zu machen, er hat bereits diverse Facebook-Aufrufe gestartet. „Jeder kann einen Fahrfehler begehen. Wie aber kann man es mit seinem Gewissen vereinbaren, in so einer Situation, wo man sieht, was passiert ist, einfach weiterzufahren?“, fragt der Familienvater.

Große Dankbarkeit empfindet er gegenüber Autofahrern, die an der Unfallstelle unmittelbar geholfen haben. Gleiches gilt auch gegenüber den Rettungskräften und der Polizei, die sehr umsichtig gehandelt hätten.

Hinweise nimmt die Polizei Bad Bentheim unter 05922  776600 entgegen.

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