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Klaus Fischer hilft im Ahrtal

Wieder in die Krisenregion

Gronau

Auch der Gronauer Klaus Fischer gehört zu den Freiwilligen, die sich ehrenamtlich im Ahrtal engagieren. Er erlebte bei seinem Einsatz auch einschneidende Szenen.

-guk-

Zuletzt transportierte Klaus Fischer dringend benötigte Baustoffe nach Heimersheim und nahm auf dem Rückweg eine defekte Abfüllanlage mit, die jetzt in Gronau repariert werden soll. Foto: prviat

„Wer einmal zum Helfen ins Ahrtal gefahren ist, der kann nicht wieder aufhören.“ Klaus Fischer, seit über drei Jahrzehnten Wahl-Gronauer, könnte stundenlang über das berichten, was er als freiwilliger Helfer in rund 18 Wochen vor Ort erlebt hat. Und auch wie es ihm immer wieder gelungen ist, Spenden in der Dinkelstadt und der Nachbarschaft einzuwerben und diese dann auch in die Krisenregion zu transportieren.

Klaus Fischer

„Allein die Waren, die ich runtergebracht habe, hatten einen Wert von rund 200 000 Euro“, zeigt er sich begeistert von der Unterstützungsbereitschaft in seiner Heimat. Zahlreiche Firmen kann er aufführen, die immer wieder Produkte und Gerätschaften zur Verfügung stellen, damit die ehrenamtliche Aufbauhilfe dort fortgesetzt werden kann. Denn auch wenn der Fokus der Öffentlichkeit längst auf andere Dinge gerichtet ist. „Dort gibt es noch so viel zu tun – und das auch noch für längere Zeit“, verweist der Frührentner auf zahllose Dinge, die förmlich danach schreien, erledigt zu werden. „Da gibt es noch Straßenzeilen, an denen in allen Häusern noch der Schlamm liegt“, verweist er auf unerfüllte Aufgaben. „Mein alter Arbeitgeber hat mir quasi ununterbrochen seit den Unglückstagen ein Fahrzeug und einen Anhänger zur Verfügung gestellt“, gilt sein Dank beispielsweise der Firma Mußmann. Gerade erst habe er eine Abfüllanlage nach Gronau transportiert, die bei der Firma Besseler wieder hergerichtet werden soll. Am Samstag geht es mit acht neuen Kaminöfen als Ladung, die die Firma Kleining gespendet hat, wieder Richtung Süden. „Was ich runterbringe ist mittlerweile alles Neuware“, betont Fischer. In der Anfangszeit seien auch viele Gebrauchtartikel verteilt worden, aber dazu sei auch vieles angeboten worden, was nicht mehr nutzbar gewesen sei. Wer die Aktivitäten unterstützen will, der kann mit dem Helfer per E-Mail an fischerklaus082@gmail. com in Verbindung treten.

14 Tote aus einer Tiefgarage geborgen

Was ihn begeistert, dass ist die Dankbarkeit vieler, denen geholfen werden konnte.

Erleben musste er als Baggerfahrer aber auch, wie 14 Tote aus einer Tiefgarage durch die Feuerwehr geborgen wurden. „Ich habe zum Ende des Monats einen Termin im Lukaskrankenhaus“, verweist er auf die Kehrseite der Einsatzmedaille. Da soll ihm bei der Verarbeitung des Erlebten psychologisch geholfen werden. Trotz der Belastungen will er weiter als Helfer aktiv bleiben.

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