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Gläubige aller Konfessionen begingen den Weltgebetstag

„Worauf bauen wir?“

Gronau

Beim Weltgebetstag der Frauen richtet sich der Blick alljährlich auf eine bestimmte Region oder ein bestimmtes Land, deren Frauen die Vorbereitung des Gebetstags übernehmen. In diesem Jahr kamen die Impulse aus einem kleinen Südseeparadies. Oder sind die Verhältnisse dort gar nicht so paradiesisch?

Angelika Hoof

Gläubige aller Konfessionen gestalteten den Weltgebetstag, in dessen Mittelpunkt die von Frauen aus Vanuatu aufgeworfene Frage stand „Worauf bauen wir?“. Foto: Angelika Hoof

Wenn Samentütchen zu Beginn eines Gottesdienstes in der Antoniuskirche verteilt werden, muss es sich schon um ein besonderes Ereignis handeln. So geschehen am Freitag, als dort 65 Frauen aller Konfessionen gemeinsam den von der KFD St. Antonius und St. Josef, der syrisch-orthodoxen Kirchengemeinde und der Evangelischen Kirchengemeinde gestalteten Gottesdienst zum Weltgebetstag der Frauen begingen.

Der Weltgebetstag soll den Blick für die Welt weiten, frei nach seinem internationalen Motto „informiert beten, betend handeln“ und die Neugier der Gläubigen auf Leben und Glauben in anderen Ländern und Kulturen wecken. Der Weltgebetstag 2021 hat Frauen aus der Republik Vanuatu in den Mittelpunkt gerückt, die mit den von ihnen zusammengestellten Gebeten, Liedern und Texten auf ihre Lebenssituation aufmerksam machen möchten.

Um die Besucher am Freitagabend in die Problematik einzuführen, informierten sie die Organisatorinnen zunächst über Vanuatu, das kleine, 83 Inseln umfassende Südseeparadies zwischen Australien, Neuseeland und den Fidschi-Inseln. Blaues Meer mit exotischen Fischen und Korallen, Traumstrände, tropische Regenwälder mit Früchten im Überfluss und vielen freundlichen Gesichtern spiegelten dort die eine Seite des Lebens „am Ende der Welt“ wider. Es gebe jedoch auch eine Kehrseite, denn Vanuatu sei weltweit das Land, das am stärksten mit Gefährdungen durch Naturgewalten und den Folgen des Klimawandels zu kämpfen habe, angefangen von verheerenden Zyklonen über Ernteausfälle und Plastikmüll im Pazifik bis hin zu sieben aktiven Vulkanen. Ein weiteres ernstzunehmendes Problem sei zudem die allgegenwärtige Gewalt gegen Frauen.

In Vanuatu, dort, wo Schönes und Schlechtes so dicht beieinander liegen, fragen sich die Bewohnerinnen zu Recht: „Worauf bauen wir?“ (Matthäus 7, 24–27). Steht das Haus unseres Lebens auf sicherem Grund oder haben wir nur auf Sand gebaut?

Nach der Unabhängigkeit von der französisch-britischen Kolonialherrschaft wurde die Republik 1980 gegründet. Heute schwenkt Vanuatu stolz seine Flagge, auf der steht „In God we stand“, was so viel heißt wie „Mit Gott bestehen wir“. Hilfe zur Bewältigung ihres Alltags erfahren die Menschen also insbesondere durch ihren Glauben, denn glücklich seien alle, die auf Gott als Baumeister vertrauten.

„Als Zeichen unserer Verbundenheit mit den Frauen dort wollen wir etwas gegen die Umweltzerstörung tun und setzen uns gegen Artensterben und Klimawandel ein. Dafür gibt es viele Möglichkeiten. Wir möchten mit unseren Samentütchen Vielfalt säen für ein gutes Klima. Die entstehenden Blumen sollen uns den ganzen Sommer über an unsere Solidarität mit den Frauen in Vanuatu erinnern und gleichzeitig ein Paradies für Bienen und andere Insekten bieten“, erklärte Annette Franke von der KFD St. Antonius.

Mit der Übergabe der Weltgebetstagskerze an Cordula Oberrecht von der evangelischen Kirchengemeinde, die im nächsten Jahr gemeinsam mit der Freikirche für die Ausrichtung des Weltgebetstages in Gronau verantwortlich sein wird, klang der Gottesdienst aus.

Die Kollekte dieses Gottesdienstes in Höhe von 600,24 Euro soll in einen Fördertopf fließen, aus dem weltweit Projekte von Frauen und Mädchen finanziert werden. Die Projekte sollen Frauen und Mädchen darin bestärken, ihre politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rechte durchzusetzen.

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