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Mitgliederversammlung des Vereins Grenzenlos

Zwei Jahre Leben in Begegnung

Gronau

Seit zwei Jahren gibt es das Café Grenzenlos am Kurt-Schumacher-Platz, betrieben vom gleichnamigen Verein. Am Montag versammelten sich die Mitglieder und zogen eine positive Bilanz ihrer Aktivitäten. Stets im Mittelpunkt steht dabei der Leitsatz: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“

Nach der Wahl: Der aktuelle Vorstand des Vereins Grenzenlos im gleichnamigen Café. Foto: Grenzenlos

Zur Mitgliederversammlung trafen sich am Montag die Mitglieder des Vereins Grenzenlos im gleichnamigen Café auf dem Kurt-Schumacher-Platz. „Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“ Darauf, dass dieser Satz des jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber der Leitgedanke des Vereins ist, wies der Vorsitzende Erich Schwartze in seinem Rechenschaftsbericht erneut hin und hob hervor, dass der Verein seit seiner Gründung vor zwei Jahren diesem Anspruch durch vielfältige Aktivitäten in vollem Umfang gerecht geworden sei. Für Martin Buber kann sich nur im Dialog „auf Augenhöhe“ eine wirkliche Begegnung zwischen Menschen ereignen. Er zeigt, wie das dialogische Prinzip nicht nur das private Leben, sondern auch die Gesellschaft gestalten könnte: Es müsste eine dezentrale Gesellschaft sein, die aus solidarischen Gemeinschaften besteht, in denen sich die Menschen in ihren durch Begegnung entstehenden Beziehungen nicht nur benutzen, sondern als Menschen anerkennen.

Beziehungen sind vielfältig und umfassen das „Wesen“ des Menschen. Wesentliche Beziehungen lassen sich nur unzureichend in Worte fassen. Sie müssen erlebt und gelebt werden, sie ereignen sich im Gespräch, so Schwartze.

In einer Zeit des Social-Distancing, wo Abstände sogar staatlich vorgeschrieben werden, will der Verein durch die Verwirklichung seines Leitgedankens Menschen einander näherbringen. Hierzu werden vielfältige Formate genutzt. Von Couchgesprächen mit interessanten Menschen, verschiedene Musikformate, Gemäldeausstellungen, Queerstammtisch, Flüchtlingstreffen bis zum Spielenachmittag und Bingo-Abend reicht die Palette.

Freude über Integrationspreis

Es sei erfreulich zu beobachten, dass diese Formate zu Beziehungen zwischen Einheimischen und Migranten, alten und jungen, Menschen mit und ohne Handicap führen und dies bei einer guten sozialen Durchmischung des Publikums, stellte der Vorsitzende fest.

Die Basis der praktischen Umsetzung des Leitgedankens des Vereins bildet das Café Grenzenlos als der Ort, an dem die vom Verein initiierten Begegnungen stattfinden. In einer mit viel Beifall bedachten Präsentation stellte Birgit Hüsing-Hackfort die zahlreichen Initiativen des Vereins dar. Diese Präsentation soll als Druckschrift allen Vereinsmitgliedern und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Sie ist damit zugleich Grundlage des Rechenschaftsberichtes des Vereins, mit dem dieser den Umfang seiner gemeinnützigen Tätigkeit konkret nachweist.

In diesem Zusammenhang zeigten sich alle Mitglieder erfreut darüber, dass dem Verein in diesem Jahr der Integrationspreis der Stadt zuerkannt wurde. Nachdem – insbesondere in der Startphase – viel politischer Widerstand zu überwinden war, wird dies als Signal gewertet, dass wenigstens ein großer Teil der in Gronau politisch Verantwortlichen mittlerweile bereit zu sein scheint, den Leitgedanken des Vereins und seine praktische Umsetzung zu akzeptieren.

Einmütige Vorstandswahlen

Vor Eintritt in die anschließend stattfindende Vorstandswahl bedankte sich der Vorsitzende insbesondere bei Gabi Drees und Christian Jüttner, die nicht mehr zur Neuwahl zur Verfügung standen, für ihr aufopferndes und beispielgebendes Engagement in der zurückliegenden Zeit.

Die anschließende Vorstandswahl erfolgte in großer Einmütigkeit. Gewählt wurden Erich Schwartze (Vorsitzender), Ingo Hüsing und Reinhard van Loh (stv. Vorsitzende), Mechthild Odenbach (Schriftführerin) und Sven Wirtz (Schatzmeister) sowie Birgit Hüsing-Hackfort, Sandra Hüsing, Josi Schwartze und Manuela Zöhre (Beisitzerinnen). Zu Kassenprüfern wurden Klaus Bieber und Dr. Dieter Schwarze gewählt.

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