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Umbau der Burgschänke schreitet voran

Alle Wände sollen weichen

Nienborg

Theo Staub und Hans Mayer können sich noch gut daran erinnern, wie sie selbst an der Theke der Burgschänke standen und sich beim Bierchen zuprosteten.

Bernd Schäfer

Theo Staub (r.) und Hans Mayer an der Stelle, an der noch die Umrisse der Theke zu sehen sind, an der Generationen von Nienborgern ihr Bier tranken. Foto: Bernd Schäfer

Jetzt ist die Theke nur noch als Umriss auf dem Fußboden erkennbar. Und auch sonst deutet in dem Gebäude gleich neben dem Burgtor fast nichts mehr darauf hin, dass hier Generationen von Nienborgern ihr Feierabendbier oder den Frühschoppen nach dem Gottesdienst in der gegenüberliegenden Kirche genossen.

Viele Spuren haben sie in dem Wirtsraum, der zuletzt schon lange nicht mehr als solcher genutzt wurde, nicht hinterlassen. „Spannende Sachen haben wir leider nicht mehr gefunden“, erzählt Hans Mayer. Ein paar Würfel, einige Groschen, ein Fünf-Mark-Stück – das war es auch schon, was sich zwischen den alten Einrichtungsgegenständen fand. „Und ein paar unbezahlte Deckel“, lacht Mayer.

Große Räume waren ein Wunsch

Immerhin die Aufteilung der Räume ist noch gut zu erkennen: Unten die Schankstube und der Saal, oben die Räume der Wohnung, verbunden durch eine steile, knarzende Holztreppe. Auch von alldem wird bald nichts mehr zu sehen sein, so gut wie alle Wände sollen weichen. „Dass wir große Räume bekommen war ein Wunsch von uns“, sagt Theo Staub, der sich genau wie Hans Mayer im Trägerverein Landesburg Nienborg engagiert und den Umbau begleitet.

Nur das kleine Stück Wand hinter der ehemaligen Theke soll bleiben und eine Seite des Schachts bilden, in dem ein Aufzug installiert wird. Das Gebäude, in dem die Nienborger Vereine wenn alles nach Plan läuft in etwa zwei Jahren eine neue Heimat finden, wird nämlich barrierefrei – auch im Rollstuhl soll es problemlos möglich sein, vom Erdgeschoss in den Keller, in dem die sanitären Anlagen untergebracht sein werden, oder ins erste Stockwerk zu gelangen.

Anbauten werden abgerissen

Auch dort werden alle Wände abgerissen. „Wir erhalten dann unten und oben zwei jeweils rund 130 Quadratmeter große Räume“, beschreibt Theo Staub die Vorstellung des Trägervereins. In denen soll dann ausreichend Platz für Proben der Musikvereine und Chöre sowie für Versammlungen der Vereine sein.

Von außen wird die ehemalige Burgschänke ebenfalls komplett umgestaltet: Die nachträglich angebrachten Anbauten werden abgerissen und die unter einer Putzschicht verborgene Steinfassade wieder sichtbar gemacht. Der neue Eingang wird auf die von der Kirche gesehen aus linke Gebäudeseite verlegt, direkt gegenüber dem der Alten Schule, die von der Landesmusikakademie genutzt wird. „Die beiden Häuser sind damals ungefähr zur gleichen Zeit gebaut worden“, erklärt Theo Staub. „Man hat sie früher schon Zwillingsgebäude genannt.“

Obwohl die Gebäudeform und die Anordnung der Fenster sehr ähnlich sind, die Außenwände sind ganz unterschiedlich. Die Alte Schule ist komplett mit roten Ziegeln verklinkert, die ehemalige Ratsschänke scheint nach ersten Untersuchungen im unteren Bereich mit Sandstein und nur im oberen Teil mit Ziegelsteinen verkleidet zu sein.

Für kleinere Versammlungen und Sitzungen soll demnächst die ehemalige Wohnung im Burgtor genutzt werden. Dort hängt an einer Wand noch ein Ölgemälde von Wilfried Dräger aus dem Jahr 1951.

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