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Ludger Gausling und Hans Schöttler stellten im Hauptausschuss das Macher-Campus-Projekt vor

„Campi“ soll viel größer werden

Heek

Dass Ludger Gausling auf dem Ex-Hülsta-Areal gerne einen Machercampus für Energie und Umwelt realisieren möchte, ist schon länger bekannt. Neu ist allerdings die räumliche Dimension, die das Projekt annehmen soll – auch für die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses, in dem Ludger Gausling und Hans Schöttler das Campus-Projekt vorstellten.

Till Goerke

Rund 600 Quadratmeter waren geplant – nun wollen die Campus-Macher das Projekt auf fast das Zehnfache vergrößern. Foto: Till Goerke

Längst sind auf der bereits erworbenen Fläche, auf der die alte Halle steht, die Baumaschinen angerückt. Fenster sind eingesetzt, ein Teil der Fläche geschottert. ​Doch der bereits erworbene Platz für den Campus, der von den Planern „Campi“ genannt wird, reiche nicht aus. „Wir bitten um Erweiterung der Fläche“, führte Hans Schöttler aus. Und damit nicht genug: Schöttler brachte – zuvor mit der Verwaltung nicht abgesprochen – einen zweiten Antrag ein.

So sei man für das Campus-Projekt auch an der angrenzenden rund 5700 Quadratmeter großen Fläche direkt an der B 70 interessiert. „Bekommen wir die, ist Antrag eins hinfällig“, stellte Schöttler klar. Dann könne man selbst entscheiden, dass der „Campi“ erweitert wird.

Vieles bleibt vage

Auf zusätzlichen Flächen soll ein weiterer, futuristischer Campus entstehen. Schöttler versprach über 250 Arbeitsplätze in den nächsten zehn Jahren, die Überführung in eine Stiftung mit möglicher Beteiligung der Gemeinde sowie viele weitere Vorzüge. Vieles blieb allerdings vage: Auch auf Nachfragen der Ausschussmitglieder antwortete Schöttler kurz angebunden und wenig präzise. Viele „könnte“, „denkbar“ und „muss man sehen“ waren im Spiel. Belastbare Zahlen und Fakten? Fehlanzeige.

Zwar sei der zweite Antrag auf eine zusätzliche Fläche laut Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff nicht neu, doch es war nicht vorgesehen, ihn im Ausschuss zu thematisieren. Vom Unternehmer habe es bereits vor zwei Jahren eine Anfrage in die Richtung gegeben. „Dass es jetzt aber so kam, war nicht abgesprochen“, sagte Weilinghoff am Tag nach der Sitzung auf Anfrage. Schöttler teilte nebenbei auch gegen die seiner Meinung nach negative Berichterstattung in den Medien über das Projekt aus: „Eine Kakerlake überlebt einen Atomschlag, aber stirbt, wenn sie mit einer Zeitung erschlagen wird. Das zeigt, wie gefährlich Medien sind.“

Hans Schöttler

Die Ausschussmitglieder setzte er unter Druck: „Es geht hier um die Zukunft Heeks. Wir brauchen vor allem für Antrag eins eine schnelle Entscheidung. Herr Gausling muss das nicht in Heek machen, es gibt andere Möglichkeiten.“ Es folgte zwar der Nachsatz, dass dies keine Drohung sei, doch die Reaktionen der Ausschussmitglieder waren eindeutig: Kopfschütteln machte sich breit.

Dabei wurde der Fraktionsvorsitzende der SPD, Hermann-Josef Schepers, deutlich: „Natürlich war das eine Drohung. So läuft das hier nicht.“ Und auch Bürgermeister Weilinghoff stellte in der Sitzung klar: „Die Zeitschiene ist nicht unser Problem.“ Es gehe darum, alles ausführlich abzuwägen. Nicht nur mit Blick auf den zweiten Antrag, sondern auch in Bezug auf die Erweiterung des „Campi“.

Die Fraktionen waren sich einig, alles noch einmal intern zu besprechen. Besonders mit Blick auf Antrag zwei fehle es an Informationen, war der Tenor. Da half es auch nichts, dass Wirtschaftsförderer Ingo Trawinski die Idee guthieß.

„Ich denke und hoffe, dass wir vor der Sommerpause zu einem Ergebnis kommen“, so Bürgermeister Weilinghoff. Schließlich werde das Projekt im Grundsatz fraktionsübergreifend als Bereicherung für die Gemeinde angesehen.

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