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Engagement wird mit Füßen getreten

Chaoten auf der Heeker Blumenwiese

Heek

Noch sieht die 12 500 Quadratmeter große Fläche am Radweg zwischen Kämpensiedlung und Gewerbegebiet Heek-West wenig ansprechend aus. Braune Stellen, Gräser, ein paar Bodendecker und nur wenig Blumen. Doch das soll sich noch im Laufes dieses Monats ändern.

Till Goerke

Die Sitzgelegenheiten auf der von der Bürgerstiftung Heek-Nienborg hergerichteten Blumenwiese werden immer wieder zugemüllt. Foto: Markus Gehring

Denn die Bürgerstiftung Heek-Nienborg verpachtet und pflegt auch dieses Jahr Flächen auf dem Areal, um so ein Blumenmeer entstehen zu lassen. Ein Projekt, das sowohl ökologische als auch ökonomische Aspekte vereint. Doch so gut das alles auch klingt, die Verantwortlichen der Stiftung heben warnend den Finger.

​So sollen in der Vergangenheit ungebetene Gäste die Fläche mit den integrierten Sitzgelegenheiten für Saufgelage zweckentfremdet und nicht nur einmal verunstaltet haben. Scherben von Bier- und Schnapsflaschen, Zigarettenkippen und Müll sollen mehrfach auf der gepflasterten Fläche und der angrenzenden Blühwiese verteilt gewesen sein.

Dabei ist sogar ein Mülleimer vorhanden. „Das verstehe ich nicht. Wieso schmeißt man den Müll da nicht rein?“, fragt Walter Sosul, Vorsitzender der Stiftung, ratlos. Wer dafür verantwortlich war, ist unklar.

​„Das ist schon sehr traurig, wenn unsere Mühen so mit Füßen getreten werden“, sagt ein hörbar enttäuschter Walter Sosul, der im vergangenen Jahr nicht nur einmal ausrücken musste, um wieder für Ordnung zu sorgen. Sein Unmut ist nachvollziehbar, schließlich soll der Ort mit den Bänken inmitten der Blühwiese ein schöner Aufenthaltsort für jedermann sein.

Und eigentlich hatte die Bürgerstiftung noch einiges auf der Fläche geplant. So sei über einen Tisch oder eine ansprechend verzierte alte Telefonzelle nachgedacht worden. „Die Ideen haben wir jetzt natürlich wegen der Vorfälle erst mal begraben“, so der Vorsitzende.

Immerhin können sich ab jetzt wieder alle Interessierten bei Walter Sosul melden, die dazu beitragen möchten, dass die Fläche aufblüht. Dabei kostet ein Quadratmeter 60 Cent. Die Mindestgröße für eine Patenschaft beträgt 200 Quadratmeter, also 120 Euro pro Jahr. Das Saatgut und die Pflege stellt und übernimmt die Stiftung. Der Erlös ist für die Stiftungsarbeit bestimmt.

​„So tut jeder etwas für die Umwelt und unterstützt unsere Arbeit“, erklärt Walter Sosul. Die Fläche wurde von einem privaten Gönner kostenlos zur Verfügung gestellt. Und jüngst wurden 15 Baumarten am Weg entlang der Blühfläche gepflanzt. Hinweisschilder mit Informationen zu der jeweiligen Art sollen folgen.

Hinweisschilder sollen auch die Vandalen abhalten. Ob das hilft, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Und wer jetzt denkt, in der Angelegenheit könne das Ordnungsamt mal so eben helfen, der irrt.

​Das Problem: Es ist eine private Fläche. Somit sind den Mitarbeitern des Ordnungsamtes praktisch die Hände gebunden. Auch die Müllentsorgung ist nicht so einfach. Der Bauhof könnte die Arbeit übernehmen, aber eine Müllentsorgung auf privater Fläche durch die öffentliche Hand ist nicht im Sinne des Erfinders. „Das ist alles nicht ganz so einfach. Aber ich kann den Unmut bei Herrn Sosul gut nachvollziehen“, sagt Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff.

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