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Bürgerschützen warten Corona-Schutzregelungen ab

Festwirt steht Gewehr bei Fuß

Nienborg

Die Jubiläumsfeier zum 500-jährigen Bestehen mussten die Bürgerschützen im vergangenen Jahr schon absagen. Eigentlich sollte deshalb in diesem Sommer das 500+1-Jährige groß gefeiert werden.

Martin Mensing

Einen großen Schützenumzug wie diesen wird es in diesem Jahr nicht geben. Foto: Bürgerschützen

Gerade erst hat sich NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef-Laumann deutlich ausgedrückt: „Ich habe Erfahrung von wenigstens 50 Schützenfesten und war auch schon Schützenkönig. Da brauche ich keine Wissenschaftler, um zu sagen, dass wir in diesem Jahr noch nicht feiern können.“

Spätestens damit ist auch klar, wohin die Reise bei den Planungen für das „500+1“-Jubiläum des Allgemeinen Bürgerschützenvereins Nienborg geht. „Wir werden in diesem Jahr das machen, was erlaubt ist. Ein großes Jubiläumsfest wird es leider nicht werden“, bedauert Präsident Markus Callenbeck.

Fest steht nur, dass es Anfang August kein großes Schützenfest mit Kaiser- und Königsschießen, Festball und Sternmarsch mit auswärtigen Schützenvereinen geben wird. Der Verein hofft, im Sommer eine interne Feier durchzuführen. Der neue Vereinskaiser soll im nächsten Jahr ermittelt werden.

Auf jeden Fall feiern

In der ersten Online-Vorstandsversammlung der Vereinsgeschichte waren sich die Vorstandsmitglieder am vergangenen Wochenende einig, dass es die gegenwärtige Situation nicht erlaube, im Sommer an fünf Tagen ein großes Jubiläum mit mehreren Tausend Gästen zu feiern.

„Die Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen. Nicht nur der Verein, das ganze Dorf und die benachbarten Vereine haben sich auf das Fest gefreut, das bereits im vergangenen Jahr der Corona-Krise zum Opfer fiel. Wir wollen am ersten Wochenende im August auf jeden Fall feiern und etwas für die Nienborger Bevölkerung machen“, sagt Präsident Markus Callenbeck.

Was am 31. Juli und 1. August konkret erlaubt sein wird, steht derzeit in den Sternen. Der Vorstand hat die Hoffnung, ein Fest in abgespeckter Form mit den Schützenbrüdern und der Bevölkerung feiern zu dürfen. Dabei soll auch die traditionelle Sommerkirmes gefeiert werden. Geplant ist auch die Weihe der neuen Schützenfahne, die zum Jubiläum angeschafft wurde. „Unser Festwirt Marc Köllmann steht mit seinem Team für ein Fest, das wir kurzfristig organisieren können, Gewehr bei Fuß“, freut sich Callenbeck über die Unterstützung.

Festschrift im Sommer

Das 500-jährige Bestehen wird der Verein natürlich nicht einfach übergehen. Die Festschrift wird bis zum Sommer fertiggestellt. Dafür werden am 8. Mai (Samstag) die Gruppenfotos mit dem Vorstand, den Offizieren und den Majestätinnen und Majestäten gefertigt. Danach erhält das Jubiläumsbuch seinen Feinschliff und geht in den Druck. Der Torbogen auf dem Festplatz in der Niestadt wird im Frühjahr von den Bürgerschützen errichtet.

Durch diese Entscheidung werden die Amtszeiten von Kaiser Wilhelm Mensing und König Jörg Rosery um ein weiteres Jahr verlängert. „Mit einem erweiterten Schützenfest wollen wir das Jubiläum im nächsten Jahr intern feiern und dem neuen Kaiserthron einen würdigen Rahmen geben“, schaut Markus Callenbeck optimistisch nach vorne, dass das Leben im kommenden Jahr wieder in normalen Bahnen läuft. Dann werden die Majestäten aus ihren Reihen einen neuen Vereinskaiser ermitteln.

Festbogen werden 2023 aufgestellt

Die Festbogen werden die Bürgerschützen für ein weiteres Jahr einlagern. Denn im Jahr 2023 stehen in der Dinkelgemeinde die nächsten Jubiläen auf dem Programm: Nienborg wird 825 Jahre alt. Dabei werden der Allgemeine Bürgerschützenverein Nienborg und der Schützenverein Wext-Ammert-Wichum-Callenbeck gemeinsam ein zünftiges Schützenfest feiern und den dritten Ortskaiser küren. Seit 1998 regiert Ortskaiser Bernfried Voss mit seiner Kaiserin Elisabeth Voss als Ortskaiserin die gesamte Schützenfamilie in Nienborg. Der SC Rot-Weiß Nienborg feiert im Jahr 2023 sein 100-jähriges Bestehen.

„Ob das Osterfeuer in diesem Jahr abgebrannt werden darf und wann wir unsere Schützenversammlung durchführen werden, das kann ich zurzeit nicht sagen“, sagt Markus Callenbeck. Die Durchführung von öffentlichen Veranstaltungen und Versammlungen sind nach der aktuellen Corona-Schutzverordnung bis auf Weiteres nicht erlaubt.

Kaiser Wilhelm Mensing (81 Jahre)

Kaiser Wilhelm Mensing ist mit der Entscheidung und Planung einverstanden. „Ich bin um eine Erfahrung reicher geworden. Eine Versammlung am Computer habe ich bisher nicht erlebt. Ich bedanke mich für den harmonischen Abend. Ich wusste nicht, dass die Technik in Nienborg schon so weit ist – bleibt gesund!“, sprach der 81-jährige am Ende der Versammlung das Schlusswort, ehe er das Laptop zuklappte.

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