Der SV Heek feiert sein 100-jähriges Bestehen

Höhen und Tiefen vor dem Weltkrieg

Heek

Der SV Heek verbuchte im Laufe seiner 100-jährigen Geschichte bereits in vielen Bereichen Erfolge. Es gab allerdings auch Zeiten mit Höhen und Tiefen, zum Beispiel in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg.

Helmut Schwietering

Sie turnten 1926 für den SV Heek: (v.l.) Leo Hardenbieker, Joh. Saalmann, Willi Coßmann, Ant. Lürick (u.), Hermann Buesge (o.), Bernhard Büscher und Bernhard Buesge. Foto: SV Heek

Auf der Generalversammlung am 7. Dezember 1928 kam es zunächst zu einem Wechsel in der Vereinsführung. Heinrich Schwieters stellte sein Amt zur Verfügung und Anton Schaten wurde sein Nachfolger. Weitere Veränderungen im Vorstand folgten und man machte sich Sorgen über die schleppende Entwicklung des Vereins.

In den 20er-Jahren gab es eine bedenkliche Vereinsmeierei. 30 Vereine und Genossenschaften entwickelten im Dorf ein Eigenleben und das führte unaufhaltsam zu einer Zersplitterung. Das war auch für den SV Heek nicht einfach, doch die Verantwortlichen unter dem Vorsitzenden Anton Schaten machten trotz der widrigen Verhältnisse weiter und steckten besonders viel Energie in die Weiterentwicklung der Fußball-Abteilung. Aber für das große Ziel, das Erreichen der A-Klasse, reichte es nicht.

Bei den Turnern stellte sich nach dem Gewinn des Wanderpokals und dem guten Abschneiden beim Kreissportfest Rhein-Weser eine eigenartige Lethargie ein. Die Turner schienen sich auf ihren Lorbeeren ausruhen zu wollen und es wurden mehrere Turniere und Sportfeste abgesagt. Aufwärts ging es wieder in den Jahren 1929 bis 1930. Doch die drohende Weltwirtschaftskrise machte auch vor Heek und seinen Vereinen nicht halt. Stilllegungsphasen in der örtlichen Seidenindustrie schafften wirtschaftliche Notstände und die ursprünglich geplante Feier zum zehnjährigen Bestehen musste im kleinen Rahmen abgehalten werden.

Ein weiteres Problem ergab sich, weil der bis dahin genutzte Sportplatz zurückgegeben werden musste. Der Bauunternehmer Adolf Münstermann stellte ein geeignetes Gelände – bekannt als Buriks Kamp – an der Windmühle zur Verfügung.

Die günstige Lage brachte wesentlich mehr Zuschauer und damit auch größere Einnahmen. Das erste Fußballspiel auf dem neuen Platz war das Meisterschaftsspiel SV Heek gegen VfL Ahaus am 30. November 1930. Die Einweihung erfolgte Ostern 1931 und etwa 1000 Gäste genossen ein buntes Programm.

Die Folgezeit war bis zum Zweiten Weltkrieg der Höhepunkt des SV Heek und machte große Hoffnungen auf eine gute Zukunft für den Verein. Vorteile hatte der SV Heek auch durch die vorübergehende Besserung der örtlichen Industrieverhältnisse. Die in den Vorjahren ausgefallenen Sportveranstaltungen wurden nachgeholt.

Leichtathleten formierten sich ebenfalls neu und brachten von den Jugendtreffen in Wüllen und Ahaus Erfolge mit in die Heimat. Eindeutiger Höhepunkt war die nachgeholte Zehn-Jahres-Feier am 23. August 1931, bei der auch der Aufstieg in die A-Klasse gebührend gefeiert wurde.

Die vielen ausgeübten Sportarten zeugten von zehn Jahren lebendigem Vereinsleben. Der Verein fasste neue Ziele ins Auge. Mit Hans Schwarz wurde ein Trainer verpflichtet, der vorher bei Hamborn 07 gespielt hatte und später zu Arminia Bielefeld wechselte. Er gab den Fußballern das Rüstzeug mit, sich in der A-Klasse zu halten. Politisch braute sich über Europa ein Gewitter zusammen, das im Zweiten Weltkrieg, endeten.

Bereits im Vorfeld wurden die Sportler in militärischen Vorübungen und Geländesport trainiert. Vereinsauflösungen und Fusionen überschlugen sich und mit den Veränderungen in Industrie und Politik ging auch der SV Heek schweren Zeiten entgegen.

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