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31-Jähriger stammt aus Nienborg

Johannes Hericks ist Heeks erster Klimaschutzmanager

Heek/NienborgUnd ...

Offen und bodenständig – Johannes Hericks kommt ganz anders rüber, als es das hochtrabende Wort „Klimaschutzmanager“ vielleicht auf den ersten Blick vermuten lassen würde. Seit dem 1. März ist der gebürtige Nienborger das grüne Aushängeschild der Gemeinde Heek. Und obwohl die Erwartungen hoch sind, geht Johannes Hericks die Herausforderung gelassen an.

tgo

Der gebürtige Nienborger Johannes Hericks Foto: Till Goerke

„ Angekommen“ ist der 31-Jährige nach einigen Jahren Abwesenheit auch schon wieder in seiner Heimatgemeinde. Beruflich und privat. „Ich habe mich gut eingearbeitet. Es kam auch direkt viel auf mich zu.“ Das Thema Klimaschutz sei eben sehr breit gefächert. Nicht selten war zuletzt in den Ausschüssen zu hören: „Das ist doch ein Thema für den Klimaschutzmanager.“

​Genau darum warnt auch Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff: „Wir dürfen Herrn Hericks nicht überladen mit Themen. Er ist dafür hier, um uns alle an das Thema Klimaschutz zu erinnern und um uns sowie Projekte anzustoßen.“

Dinge, sich der 31-Jährige ohnehin auf die Fahne geschrieben hat. „Es geht darum, das Thema Klimaschutz einfach und für jeden verständlich zu erklären.“ Wege und Optionen aufzeigen,vermitteln sowie Netzwerkarbeit – das sei elementar.

„Was nützt es, wenn ich hier Fachchinesisch spreche und mit Zahlen um mich werfe? Klimaschutz funktioniert nur, wenn die Menschen dahinterstehen“, macht er deutlich.

​Nachdem in Heek 2020 politisch beschlossen wurde, auf ein Klimaschutzkonzept samt Manager zu setzen und die Stelle ausgeschrieben wurde, informierten Hericks Eltern ihren Sohn. „Sie haben es in der Zeitung gelesen und mich gefragt, ob das nicht etwas für mich sei“, erinnert er sich.

Zu diesem Zeitpunkt arbeitete Hericks bereits seit fünf Jahren als Klimaschutzmanager in der Gemeinde Nümbrecht südlich von Gummersbach. Berufserfahrung war so bereits vorhanden. Fachspezifisches Ingenieurs-Studium mit Zusatzqualifikation als Klima- und Flächenmanager ebenfalls. „Die Chance, in meine Heimat zurückkehren zu können, wollte ich mir dann natürlich nicht entgehen lassen.“

So fügte sich eins ins andere. Hericks setzte sich gegen eine ganze Palette von Bewerbern – auch aus dem europäischen Ausland – durch. „Wir waren selbst überrascht, dass wir einen Bewerber aus unserer Gemeinde hatten“, blickt Bürgermeister Weilinghoff zurück. Es war einer von vielen Aspekten, die am Ende den Ausschlag für Hericks gaben, wie der Bürgermeister betont.

​„Niemand muss ihm erklären, wo die Dinkel fließt. Er kennt sich hier aus, weiß um die Strukturen und wird uns nachhaltig vorwärts bringen in Sachen Klimaschutz“, ist Weilinghoff hörbar überzeugt vom „Neuen“ in der Gemeindeverwaltung. Zugeordnet ist Johannes Hericks dem Fachbereich vier. Sein Büro im Rathaus hat er auch schon bezogen.

Aktuell wohnt der 31-Jährige wieder bei seinen Eltern in Nienborg. Wohl nur eine Übergangslösung. „Mal sehen, was sich noch so ergibt.“ Den Weg zur Arbeit legt Hericks – wie könnte es für einen Klimaschutzmanager anders sein – mit dem Fahrrad zurück. „Veganer bin ich aber nicht“, sagt er lachend.

Für den 11. und 18. Mai sind jeweils ab 18 Uhr zwei digitale Infoabende geplant. Themen sind „Modernisieren mit Blick in die Zukunft – Komfortabel wohnen in jeder Lebensphase“ und „Was kommt nach der Ölheizung?“ Neben Johannes Hericks werden auch Experten der Verbraucherzentrale referieren. Alle Interessenten können sich über die Internetseite der Gemeinde Heek für die Veranstaltungen anmelden (www.heek.de/klimaschutz).

Für Zeiten nach der Pandemie könnten dann Infoabende oder auch Workshops folgen. „Ich möchte die Menschen hier abholen und in meiner Heimat etwas bewegen“, erklärt Hericks. Nicht aus Geltungsdrang, wie der 31-Jährige klarstellt, sondern, weil Klimaschutz einen jeden Einzelnen etwas angehe und jeder seinen Beitrag zu diesem „enorm wichtigen Thema“ leisten könne.

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