1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Nienborg
  6. >
  7. Konsequenz zahlt sich aus

  8. >

Spielfeld zwei wird im Rahmen der Gewährleistung instand gesetzt

Konsequenz zahlt sich aus

Heek/Nienborg

Nie war der Spruch „Licht am Ende des Tunnels sehen“ passender als mit Blick auf die Situation von Spielfeld Nummer zwei bei RW Nienborg. Seit Jahren zieht sich der Ärger um den unzureichend renovierten Platz wie ein Kaugummi in die Länge.

Till Goerke

Nach starken Regengüssen steht das Spielfeld im Rot-Weiß-Stadion an vielen Stellen unter Wasser. Das soll jetzt behoben werden. Foto: M. G

Gutachten, politische Debatten und gerichtliches Beweisverfahren machen deutlich, wie verzwickt die Lage ist. Doch jetzt endlich scheint eine Lösung in Sicht.

Die für die mangelhafte Sanierung zuständige Firma GaLaBau Emsland mit Sitz in Lingen hat nach Jahren des Hickhack jetzt der Gemeindeverwaltung einen Vorschlag unterbreitet, den die Verantwortlichen nicht ausschlagen konnten. Einstimmig segneten die Lokalpolitiker in der jüngsten Sonderratssitzung ab, das Angebot anzunehmen.

Beweisverfahren beim Landgericht

Zuvor hatte die Gemeinde ein gerichtliches Beweisverfahren beim Landgericht Münster in Gang gesetzt. Ein solches Verfahren dient dazu, Baumängel vor, während oder nach der Bauabnahme festzustellen und festzuhalten.

​Dabei erhalten beide Parteien – Auftraggeber und Auftragnehmer – ein schriftliches Gutachten eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen. Sollte es später tatsächlich zu einem Rechtsstreit kommen, hat dieses Dokument vor Gericht eine starke Beweiskraft. ​So weit wollte es die Firma GaLaBau Emsland wohl nicht kommen lassen. Auch, weil der Gemeinderat konsequent blieb, ein erstes Angebot der Firma ablehnte und entschied, das gerichtliche Beweisverfahren fortzuführen. Das war Ende Juni dieses Jahres. Und so kam jetzt das neue Angebot.

Nicht nach DIN-Vorschriften

Im Sommer hatte die gleiche Firma bereits die Sanierung des zweiten Nienborger Spielfelds ausgeführt. Die Freigabe erfolgte im Frühjahr 2015.

Seitdem ist der Ärger da. Denn das Wasser läuft auf dem für 180 000 Euro renovierten Rasenspielfeld einfach nicht richtig ab. Große Pfützen bilden sich gerade nach ausgiebigen Regenfällen. So auf dem Platz trainieren oder Spiele austragen? Unmöglich.

​2018 legte ein Sachverständigenbüro einen Untersuchungsbericht vor. In diesem heißt es, dass die Versickerungsfähigkeit des Bodens nicht so ist, wie sie nach DIN-Vorschriften sein müsste. Zwar hat RWN durch die neue Flutlichtanlage auf Platz Nummer vier jetzt eine weitere Alternativfläche zur Verfügung, doch behoben werden soll der Schaden natürlich dennoch.

Klage-Ausgang nicht absehbar

Und das sogar noch in diesem Jahr. Der Gemeinde entstehen dabei keine weiteren Kosten, da die Arbeiten im Rahmen der Gewährleistung ausgeführt werden. Zusätzlich gibt es eine mindestens zweijährige Gewährleistung nach Abschluss der Arbeiten – das beinhaltet das jüngste Angebot der Firma GaLaBau Emsland.

​Und noch bevor der Rat seine einstimmige Entscheidung fällte, sagte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff: „Wir sollten dieses Angebot annehmen.“ Dem pflichtete auch Franz Epping (CDU) bei: „Das Angebot kann man nicht ablehnen und es zeigt, dass sich unsere Hartnäckigkeit ausgezahlt hat.“

Ein weiterer Aspekt, der bei der Entscheidung, das Angebot anzunehmen, nicht ganz außen vor gelassen werden darf, ist, dass der Ausgang einer Klage nicht absehbar ist. Die Gemeindeverwaltung weist in diesem Zusammenhang daraufhin, dass das Landgericht nach „hiesiger Erfahrung“ auf einen Vergleich hinarbeiten würde.

Startseite